Newsbeiträge » Sonntagswort

Erster Adventssonntag –27./28.11.2021

Eingereicht von MK am 26. Nov 2021 - 05:00 Uhr

Lukas 21,25-28.34-36 Wenn ich nur um mich selbst kreise, sehe ich nur mich. Wenn ich nur auf die Erde blicke, sehe ich nur Irdisches. Nur dann, und wirklich nur dann, werden mich die Schrecken der Endzeit – die in vielem ja identisch sind mit aktuellen Problemen und Katastrophen – ängstigen und in Panik versetzen.
Anders, wenn ich mich gerade dann, wenn alles niederdrückt, aufrichte, das Haupt erhebe und nach oben schaue.
Einfacher gesagt, als getan. Denn dass ich mir selbst nahe bin, ist nur natürlich. Und dass das, was um mich herum ist, das Irdische, mein Leben prägt, ist es auch.
Doch ich selbst und das Irdische sind vergänglich und können deshalb nicht letzter Maßstab sein. Doch wie kann ich das – mich nicht um mich ängstigen und mich nicht ängstigen lassen von allem Schrecklichen, das passiert?
Ein Perspektivwechsel ist notwendig. Von mir wegschauen. Das klingt paradox. Wie soll ich mich nicht um mich sorgen, wenn ich mich nicht um mich sorge? Ich darf mir selbst wichtig sein, aber nicht wichtiger als Gott, dem ich sehr wichtig bin.
Und ein Perspektivwechsel ist Not-wendig. Auf das Irdische schauen mit Gottes Augen – so gut ich es kann.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Christkönigsfest –20./21.11.2021

Eingereicht von MK am 19. Nov 2021 - 05:00 Uhr

Johannes 18,33b-37
„Wie wird man eigentlich König?“, fragte ein kleiner Sohn seinen Vater. „Man ist der Sohn eines Königs“, erkläre der Vater. „Ja, aber ganz am Anfang?“, fragte der Sohn weiter. „Ganz ursprünglich wurde wohl der Klügste oder der Geschickteste ausgesucht – oder der Stärkste, der sich am besten wehren konnte gegen alle, die ihm die Macht wieder wegnehmen wollten. Der wurde Chef. Und dann später eben König, “ antwortete der Vater.
Der König, der heute im Mittelpunkt des Festes steht, ist eine ziemlich armselige Gestalt. Gefangen, verleumdet, einer, mit dem seine eigenen Leute nichts mehr zu tun haben wollen. Und es dauert lange, bis sie seinen schmachvollen Tod am Kreuz als „Erhöhung“ erkennen können.
Das Fest „Christus als König“ entstand in einer Zeit, in der Oben und Unten klar festgelegt waren. „Die da oben“ hatten alle Privilegien, „die von unten“ kämpften um die Anerkennung ihrer Würde. Dass Leitung Verantwortung bedeutet und einer, der Chef sein will, von sich selbst mehr fordern muss als von allen anderen, ist eine neue Erkenntnis der Unternehmensführung.
Jesus hat von Anfang an so gehandelt. Er ist ein sperriges Vorbild für alle, die Chef sind und Macht ausüben wollen. Nicht kleinhalten, sondern stark machen, nicht wegbeißen, sondern einladen – so lautet die Philosophie des Unternehmens Christentum. Der Chef an der Spitze, der Christkönig, hat es vorgemacht.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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33. Sonntag im Jahreskreis –13./14.11.2021

Eingereicht von MK am 12. Nov 2021 - 15:09 Uhr

Markus 13,24-32 Was hat noch Bestand? Diese Frage drängt sich immer wieder auf. Was lange als sicher und beständig galt, ist ins Wanken geraten: gerade in der nationalen und internationalen Politik. Die Worte des Sonntagsevangeliums bieten da zunächst wenig Trost: Himmel und Erde werden vergehen.
Was hat dann noch Bestand?

Eine Frage, die sich auch im privaten Leben stellen kann. Auch im Kleinen können Gewissheiten zerbrechen; der Rahmen, in dem ich mein Leben eingerichtet habe, auseinanderbrechen. Bis hinein in die größte Privatheit: Mein Bild von mir selbst – sorgsam gehegt – kann Risse bekommen und sich als nicht so tragfähig erweisen, wie gedacht und gehofft.
Was hat noch Bestand?

Jesus verspricht uns, dass, wenn alles vergeht, seine Worte nicht vergehen. Ist das eine tragfähige Basis oder sind Worte nicht allzu oft Schall und Rauch?
Diese Frage verlangt eine persönliche Antwort: Ja, Worte Jesu sind ein Fundament, auf dem ich leben kann: Trost in der Trauer, Mut in der Ängstlichkeit, Kraft in der Schwäche, Heimat in der Verlorenheit, Orientierung in der Verirrung.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


32. Sonntag im Jahreskreis –06./07.11.2021

Eingereicht von MK am 05. Nov 2021 - 14:01 Uhr

Markus 12,38-44
„Diese Witwe hat alles in den Opferstock gegeben, was sie hatte. Die anderen aber haben nur von ihrem Überfluss gegeben.“
Wir müssen nicht unser ganzes Geld geben. Aber mit dem, was wir geben, müssen wir unsere ganze Liebe geben. Sonst ist unsere Gabe ein herablassendes Almosen.
Wenn du mich brauchst, bin ich ganz für dich da. Nicht nur für fünf Minuten, die ich gerade übrig habe.
Wenn ich meine Arbeit sinnvoll machen will, dann bin ich ganz dabei. Nicht mit den Gedanken abwesend.
Wenn ich spiele, gebe ich mich ganz dem Spiel hin und bin nicht schon gedanklich beim nächsten Termin.
Wenn ich lache, bin ich ganz im Lachen und wenn ich traurig bin, bin ich ganz in der Trauer.
Das Leben erfordert den ganzen Menschen, den ganzen Einsatz. Wir verpassen das Leben, wenn wir heute die Hälfte unserer Kraft, unserer Leidenschaft, unserer Liebe zurückhalten, damit wir morgen noch etwas übrig haben. Wir verpassen die Liebe, wenn wir nicht mit dem ganzen Menschen, mit dem ganzen Herzen dabei sind.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


31. Sonntag im Jahreskreis –30./31.10.2021

Eingereicht von MK am 29. Okt 2021 - 05:00 Uhr

Markus 12,28b-34
Hier wird die Frage nach dem Reich Gottes beantwortet. Ein Schriftgelehrter will von Jesus das „Erste“ von allen Geboten wissen.
Vielleicht ist er vieler kleiner Gebote und Vorschriften überdrüssig und braucht einen eindeutigen Halt. Viel-leicht hat der jüdische Schriftgelehrte auch beim jüdischen Jesus gemerkt, dass dieser etwas Besonderes ist; sich nicht nur gut auskennt, sondern auch von aufrichtiger Frömmigkeit ist.
Auf jeden Fall bekommt er die Antwort, auf die er wohl gehofft hatte: Gott ehren und den Nächsten lieben, das ist das Reich Gottes.
Das Reich Gottes ist nicht von dieser Welt, aber in dieser Welt. Es ist da, wo Menschen über die Welt und ihre Regeln hinausgehen, sozusagen nach den Sternen greifen: in der Anbetung Gottes – nicht ihrer selbst; und in der Liebe zu anderen – nicht nur zu sich selbst.
Wer sich überschreitet, gelangt in den Bereich Gottes. In ihm gelten weniger Gesetze oder Vorschriften, dafür aber eine besondere Achtsamkeit: andere haben den gleichen Wert. Sie sind nicht schlechter oder besser, sondern nur anders. Und wo Menschen wertvoll sind, ist Gottes Reich nicht fern.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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29./30. Sonntag im Jahreskreis – 16./17.10.2021 / 23./24.10.2021

Eingereicht von MK am 17. Okt 2021 - 22:51 Uhr

Markus 10,35-45
Das Leben ist ein Risiko. Auch wenn ich mich noch so sehr für eine gute Sache einsetze, auch wenn ich mich noch so sehr einem Menschen verpflichte – es bleibt ein Risiko.
Keine Lebensversicherung dieser Welt, kein Garantieschein ermöglicht mir, ganz genau zu wissen, wo alles hinführt. Selbstverständlich braucht vieles im Leben eine gute Planung und die Klugheit, Auswirkungen abzuschätzen, um gezielt Schritte setzen zu können und in die Zukunft nicht nur irgendwie hineinzustolpern.
Aber das, was uns Menschen am nächsten, vielleicht sogar am heiligsten ist, ist nicht kalkulierbar: Liebe und Freundschaft, Herzblut und Leidenschaft, Zugehörigkeit und Sicherheit, Sinn und Glück unseres Lebens. Alles das, was mit den alten Worten „Dienen“ und „Hingabe“ zu tun hat.
Jesus widersetzt sich dem Genau-wissen-wollen, und er löst damit bei seinen Jüngern einiges aus: Die einen werden sehr still und sind vermutlich enttäuscht, die anderen sind verärgert über den Übereifer ihrer Freunde.
Jesus plädiert für „Dienen“ – für die Bereitschaft, sich nicht ängstlich über sich selbst Sorgen zu machen; für das Wissen, dass das Leben ein Risiko ist; für die Freiheit, keine Angst vor Ausgenützt- und Übersehen werden zu haben. Was sonst könnte der Hinweis auf das Sklave-sein bedeuten? Jesus lädt zum Dienen und zur Hingabe ein.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


28. Sonntag im Jahreskreis –09./10.10.2021

Eingereicht von MK am 08. Okt 2021 - 09:22 Uhr

Markus 10,17-30
Diese Erzählung ist ein Wunder. Nicht weniger. Sie hat eine schöne Schale und einen noch schöneren Kern. Die Schale ist das Reichsein und dennoch Sehnsucht, der Kern ist das Liebhaben und baldige Wiederkommen.
Der junge, reiche Mann und seine Sehnsucht werden die Oberhand behalten, so dürfen wir hoffen. Er wird jetzt den Weg Jesu verfolgen, aus einem gewissen Abstand. Er wird bald das eine oder andere seines Besitzes weggeben. Und nach ein paar Wochen wird er wieder bei Jesus sein und wieder fragen: Was kann ich noch tun für mein ewiges Leben?
Er wird es tun um der Umarmung willen, die er von Jesus erfuhr. Jesus verspottet ihn nicht, Jesus lästert nicht, Jesus zürnt ihm nicht – nein, er umarmt ihn. Weil Jesus ahnt, wie schwer es ist, sich von Besitz zu trennen und alleine Gott zu vertrauen.
Schwer ist es dann, wenn man den Besitz immer hatte, ein Leben lang, und soll ihn auf einmal weggeben. Leichter ist es, wie bei Jesus, wenn man lange nichts hat. Wer dann etwas dazu erhält, trennt sich auch leichter. Leichter als der junge Mann mit seiner Sehnsucht. Weil sie echt ist, wird sie obsiegen über seinen Reichtum.
Vielleicht steht er eines Tages auch mit nichts vor Jesus. Und sagt nur: Hier bin ich. Dann wird Jesus ihn gar nicht mehr entlassen aus seinen Armen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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27. Sonntag im Jahreskreis –02./03.10.2021

Eingereicht von MK am 01. Okt 2021 - 16:33 Uhr

Markus 10,2-16
Manche Bibeltexte sind Kampfmittel im ideologischen Krieg. In der Debatte, ob wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion gehen dürfen, darf diese Bibelstelle nicht fehlen.
Herausgefordert von den Frommen seiner Zeit, stellt sich Jesus entschieden auf die Seite der Schwachen. Das sind in der damaligen Gesellschaft die Ehefrauen: Der Mann kann gehen, wenn er einen Scheidebrief übergibt. Was die Frau will, ist vom Gesetz her uninteressant. Immerhin gibt der Scheidebrief ihr eine Überlebenschance in einer neuen Ehe. Jesus sagt klar: Damit wollte Mose Schlimmeres verhindern. Aber er erinnert auch an das ursprünglich Gewollte: Bei einer Ehe ist Gott im Spiel! Und Gott will nicht, dass der Stärkere macht, was er will, und die Schwächere stumm schluckt. Sie sind ein Fleisch, haben also eine enge Verbindung, die tragen soll über die erste Verliebtheit und erotische Attraktivität hinaus. Aber eine Anweisung für Beziehungen, die hoffnungslos zerrüttet sind, die Leib und Seele gefährden, gibt Jesus hier nicht. Bedenkt, dass Gott der Dritte im Bund ist – das sollten wir ernst nehmen. Auch wir Nicht-Geschiedenen.
Am Erntedanktag sollten wir auch nicht vergessen: Was wir ernten, haben wir oft nicht gesät. Und selbst wenn wir gesät haben, ist das nur der erste Schritt bis zur Ernte. Selbst wenn wir eifrig düngen und die Saat pflegen, das Wesentliche liegt nicht in unserer Hand. Die wesentlichen Dinge kommen nicht aus uns selbst, sondern auf uns zu. Denken wir daran. Danken wir dafür.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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26. Sonntag im Jahreskreis –25./26.09.2021

Eingereicht von MK am 27. Sep 2021 - 19:22 Uhr

Markus 9,38-43.45.47-48
Die Jünger sind in aufgeregter Stimmung: Jemand hat im Namen Jesu Dämonen ausgetrieben, und sie haben versucht, ihn daran zu hindern, „weil er uns nicht nachfolgt.“
Jesus bleibt ruhig und relativiert ihre Aufregung. Er rückt die Urteile seiner Freunde zurecht, die Kategorisierungen, wer sich Jünger nennen darf und wer nicht: „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.“
Wie wunderbar – Jesus hat keinen Exklusivitäts-anspruch, und er zieht seine Kreise weit. Er ist groß-zügig, wenn es darum geht, wer sich im Namen Gottes für das Leben einsetzen darf.
Denken wir bei dieser Stelle an Papst Johannes XXIII., der seine Enzyklika „Pacem in Terris“ an „alle Menschen guten Willens“ adressiert hat. Spätere Päpste haben es ihm nachgemacht und haben ebenfalls alle Menschen guten Willens als Partner und Partnerinnen angesprochen; alle Menschen, die sich für unsere Erde und für das Leben einsetzen.
Und schließlich kommen da noch eine Portion Humor und Übertreibung dazu: Hau die Hand und den Fuß ab, reiß dein Auge aus. Es ist ja schwer vorstellbar, dass Jesus seine Mitmenschen tatsächlich einbeinig und einhändig durchs Leben gehen sehen will.
Das Evangelium heute lehrt uns die Kunst des Humors und des Relativierens, und zugleich lehrt es uns die Kunst, gemeinsam mit anderen das Entscheidende in den Blick zu nehmen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


25. Sonntag im Jahreskreis – 18./19.09.2021

Eingereicht von MK am 17. Sep 2021 - 05:00 Uhr

Markus 9,30-37
Hier sind Verse zusammengebunden, die nicht zusammengehören. Einmal kündigt Jesus geheimnisvoll sein Leiden und Sterben an.
Das Geheimnisvolle verstehen die Jünger nicht. Etwas anderes aber verstehen die Jünger prächtig, nämlich: wer der „Größte“ unter ihnen ist.
In dieser Menschenfrage sind uns die Jünger so nah wie sonst kaum. Irgendetwas, so der tiefe Sinn dieses Rangstreits, muss man doch davon haben, sich für dieses oder jenes einzusetzen, Haus und Boot zu verlassen und mit diesem Mann umherzuziehen.
Die Antwort Jesu ist so klar wie ärgerlich: Nichts hast du davon – außer: dass du es getan hast. Dienen dürfen ist schon der Lohn. Bleib ruhig Letzter und warte alles andere ab.
Oder: Bleib das Kind, das du immer warst, bist und sein wirst. Mit leeren, offenen Armen, die Gott füllt.
Da, auf einmal, passen die beiden Textstücke dann doch zusammen; in der Hochachtung des Kindlichen, Bedürftigen – in diesem vollkommenen Vertrauen, dass Gott es gut meinen wird.
So lebt Jesus, so sollen die Jünger leben: tapfer und fröhlich dienen und alles andere dem Vater im Himmel überlassen. Möge Gott uns das möglich machen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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24. Sonntag im Jahreskreis – 11./12.09.2021

Eingereicht von MK am 09. Sep 2021 - 23:10 Uhr

Markus 8,27-35
Schade, dass die Botschaft Jesu von der Selbstverleugnung uns so negativ präsentiert und mit ihr so viel Unheil angerichtet wurde.
Dabei wäre sie – richtig verstanden – für unsere heutige Zeit wie Wasser in der Wüste. Statt dauernd um sein eigenes kleines Ego zu kreisen und dieses permanent zu optimieren, begreifen, dass wir ein Teil von Gott sind und uns nicht aufblasen müssen.
Statt nur die eigene Gruppe für überlegen zu halten, von sich selbst absehen, sich auf die anderen einlassen und im Miteinander bereichert werden.
Statt dem Ruf nach dem starken Mann, der wieder nur das begrenzte kleine Ego verteidigt, der Ruf nach Jesus, der das Größere im Blick hatte. Der stark genug war, am Ende selbst sein eigenes Leben zu geben, um das wirkliche Leben zu gewinnen. Der zum Erlöser, zum Messias geworden ist, weil er nicht sein Ich in den Vordergrund gestellt und gerade dadurch erfahren hat, dass er viel größer ist.
Ihm nachfolgen im Wissen, dass wir Teil eines viel Größeren sind. Begreifen, dass unser wahres Selbst nur durch das Kreisen um uns selbst zerstört werden kann.
Wir werden gerade dadurch das Leben finden, dass wir den Blick nicht ständig auf uns gerichtet haben. Wir können aufhören, es ständig bringen zu müssen, weil der göttliche Ursprung in uns Lebendigkeit hervorbringt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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23. Sonntag im Jahreskreis – 04./05.09.2021

Eingereicht von MK am 03. Sep 2021 - 05:00 Uhr

Markus 7,31-37
Man muss sich diesen Taubstummen als einen glücklichen Menschen vorstellen. Er hat Leute um sich herum, die hören, dass ihm einer helfen könnte. Ein Fremder zwar, ein rechtgläubiger Jude, der aber offenbar die Heiden im Gebiet der zehn Städte nicht verachtet, sondern kommt.
Seine wohlmeinenden Freunde bringen den Kranken zu Jesus – und der bringt ihn wieder weg. Die sensationsgierigen Blicke, die spitzen Bemerkungen, das Gedrängel um die beste Sicht auf das Wunder – davor will Jesus den Hilflosen bewahren.
Er nimmt sich Zeit für den, der ihn braucht, berührt seine wunden Punkte, bringt Gott in sein Leben. Ob der Geheilte dafür dankbar ist? Markus erzählt davon nichts. Viel wichtiger ist die Erkenntnis der Zuschauer: „Er hat alles gut gemacht. Er macht, dass die Tauben hören und die Stummen reden.“
Das ist die Verheißung des Propheten Jesaja für die Ankunft Gottes. So viel Hilfe und Gnade, so viel Solidarität und Gottesnähe – an diesem Tag ist alles gut. Alle gehören in die große Gemeinschaft der Kinder Gottes: die am Leben Gehinderten, die Ausgegrenzten und Verachteten, und alle, die ihr Leid wahrnehmen und sich für sie einsetzen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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16. Sonntag im Jahreskreis – 17./18.07.2021

Eingereicht von MK am 06. Aug 2021 - 19:32 Uhr

Markus 6,30-34
Menschen wie Schafe ohne Hirten, das kann nicht lange gut gehen. Und wer sich ein wenig in Innenstädten oder auf großen Bahnhöfen auskennt, kann solche Menschen auch sehen.
Menschen, die aus der Welt gefallen scheinen, die auf anderen herumhacken, weil sie unzufrieden sind mit sich selbst, die verstört gleichsam im Kreis gehen, weil sie kein Ziel haben.
Die Ziele sind verschüttet unter einer Vielzahl von An-geboten. Viele leiden an einem Zuviel an Möglich-keiten. Die erreichen wir natürlich nicht alle.
Aber manchmal sind ja junge Menschen in unserer Nähe. Denen sollten wir sagen, was auch Jesus seinen Jüngern rät und sagt: Kommt etwas zur Ruhe. Lasst euch nicht verführen von den unzähligen Möglichkeiten.
Niemand kann das alles ergreifen oder gar leben. Beschränkung wäre das Zauberwort; also ruhen und darüber nachdenken, was mir wichtig ist – und was ich andererseits vernachlässigen kann.
Menge macht unruhig; Ruhe macht gewiss. Und wer dann noch ein wenig mehr Zeit in der Ruhe findet, wagt, wie Jesus, vielleicht ein kleines Gebet an Gott: Komm zu mir in der Stille, großer Gott; und mache mich gewiss. Hilf mir, nicht alles zu wollen. Schenke mir das Glück der Beschränkung.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


14./15. Sonntag im Jahreskreis – 03./04.07. u. 10./11.07.2021

Eingereicht von MK am 04. Jul 2021 - 11:52 Uhr

Markus 6,1b-6
Die Quintessenz von Jesu Auftreten in seiner Heimatstadt und der Ablehnung, die er dort erfährt, ist für mich die Warnung: Hab’ kein vorgefertigtes Bild in deinem Kopf – weder von den Menschen noch von Gott. Weil die Bewohner von Nazareth in Jesus nur den Sohn von Josef und Maria, den Zimmermann, der 30 Jahre unter ihnen gelebt hatte, sahen, erkannten sie nicht, wer er wirklich ist. Wie oft geht es mir mit Menschen, denen ich begegne, ähnlich? Ich weiß ein wenig von ihnen, ich mache mir aus dem Wenigen – bewusst oder auch unbewusst – ein Bild und erkenne vielleicht nicht ihre Fähigkeiten. Manchmal reicht schon ein Blick auf das Äußere, das Hören eines Namens oder der Klang einer Stimme – und ich beginne mit dem Einordnen. Das ist menschlich, denn ich brauche dieses Einsortieren ein Stück weit, um mit allen Eindrücken, denen ich ausgesetzt bin, zurechtzukommen. Doch ich muss dabei immer mahnend im Hinterkopf behalten: Es ist nur der erste Eindruck, du kannst dich täuschen, wahrscheinlich irrst du dich. Ähnlich geht es mir mit Gott. Je nachdem, welches Gottesbild ich in der Kindheit bekommen habe, verbinde ich damit gewisse Erwartungen an ihn – seien es positive oder negative. Wenn mir Gott dann ganz anders begegnet, erkenne ich ihn vielleicht nicht. Auch hier gilt die Mahnung: Gott ist immer unendlich mehr als dein Bild von ihm.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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12. /13.Sonntag im Jahreskreis – 19./20. und 26./27.06.2021

Eingereicht von MK am 18. Jun 2021 - 05:00 Uhr

Am Donnerstag dieser Woche feiern wir das Hochfest der Geburt des Hl. Johannes des Täufers. Bibelwissenschaftler können in den Geschichten rund um die Geburt des Johannes viel erkennen: die Ähnlichkeiten mit Jesu Geburt, die Parallelen zu den Propheten ... Es steckt viel Theologie in der Erzählung von Lukas 1,57 - 66.
Aber auch manche Erfahrung, die Eltern kennen. Ihr Kind soll einen besonderen Namen haben, einen, der genau richtig ist – wie von einem Engel eingeflüstert. Und dann kommen die Besserwisser, die Zweifel wecken wollen: So soll der heißen? Seid ihr sicher? Elisabeth und ihr sprachlos gewordener Mann sind sich sicher: „Gott ist gnädig“ ist der richtige Name für ein Kind, das seine alten Eltern glücklich machte und später auch vor Würdenträgern aller Art furchtlos seine Sache vertrat. Dass Johannes geboren wird, ist eine Gnade – und seine Eltern wollen das verkünden. Ihr Sohn wird Großes leisten, auch darin vertrauen sie der Botschaft des Engels. Erkennen Sie sich wieder in diesen Eltern von damals? Und kommt auch in Ihrem Kind ein Schimmer jener Güte Gottes zur Welt, die Johannes mit seinem Namen verspricht? Das Fest der Geburt von Johannes dem Täufer wäre ein guter Tag, sich zu erinnern: an das Glück, ein ganz besonderes Kind zu haben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


10. Sonntag im Jahreskreis – 05./06.06.2021 und 12./13.06.2021

Eingereicht von MK am 04. Jun 2021 - 15:56 Uhr

Markus 3,20-35
„Die Freunde kann man sich aussuchen, die Verwandten nicht“, ist ein bekanntes Wort, und ich höre das Seufzen über die eigene Familie.
Über die, die man sich nicht selbst gewählt hat, zu denen man aber durch Geburt gehört, und umgekehrt: Die zu einem selber gehören. Manchmal ist es ein liebevolles Seufzen, manchmal ein bitteres über Nichtverstehen und schmerzliche Fremdheit.
Vielleicht hat Jesus diese „Weisheit“ auch gekannt, denn mehrfach distanziert er sich in den Evangelien von seiner Familie.
Im heutigen Evangelium distanziert sich zunächst die Familie von ihm, oder besser gesagt: Sie schämt sich für Jesus und will ihn (mit Gewalt!) zurückholen, weil er ihrer Meinung nach verrückt ist: „Er ist von Sinnen.“ Es ist ein radikales Evangelium.
Es geht Jesus nicht darum, diese tiefe Zugehörigkeit schlechtzureden, aber er stellt sie infrage und wendet sie gleichzeitig auf eine neue Zugehörigkeit und Heimat in seinem Sinne an: „Wer ist meine Familie? Wer sind die, die wirklich und ganz zu mir gehören?“, fragt er.
Es sind die, die sich nach dem Willen Gottes ausrichten. Da stellt sich manches auf den Kopf, da geht vielleicht wirklich manches bis an die Wurzeln meiner Seele.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Pfingsten /Dreifaltigkeitssonntag 22./23.05. und 29./30.05.2021

Eingereicht von MK am 20. Mai 2021 - 13:09 Uhr

Johannes 20,19-23
Wozu Jesus die Jünger mit dem Heiligen Geist „ausstattet“ und wofür er sie aussendet, ist kein „Jetzt sind wir mal alle nett zueinander“-Auftrag.
Was Jesus im Sinn hat, ist eher klare Kante: Schuld zu vergeben, ja, aber auch Vergebung zu verweigern. Das hört sich nicht schön an – und ist es auch nicht.
Nicht für die Jünger, denn ihre Verantwortung ist groß. Dazu braucht es die Fähigkeit der Unterscheidung, Klarheit und Mut: Gaben des Heiligen Geistes.
Es ist aber auch nicht schön für dich und mich: Denn es gibt auch nach Ostern keinen göttlichen Vergebungsautomatismus. Ein wenig, vielleicht auch nur ein klein wenig, liegt es auch an dir und mir: Dass ich nachdenke über mein Verhalten, dass ich es betrachte im Licht der Liebe Gottes. Fehler erkenne und benenne und versuche umzukehren.
Ich muss und kann nicht perfekt sein, aber ich kann vielleicht immer ein wenig besser werden. Mit der Hilfe des Heiligen Geistes. Deshalb ist jeder Tag, an dem ich um ihn bitte, ein kleines Pfingstfest.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6./7. Sonntag der Osterzeit – 08./09 und 15./16.05.2021

Eingereicht von MK am 07. Mai 2021 - 05:00 Uhr

Johannes 15,9-17
Christ sein heißt, bis ins Mark unseres Daseins zu begreifen, dass wir immer schon geliebt sind.

Ohne unser Zutun, nicht weil wir besonders gut sind, und schon gar nicht, weil wir besser als andere wären. Aus freier Entscheidung will Gott ein Gott der Menschen, ein Gott für uns sein.

Jeder Versuch, seine Liebe mit Taten oder gehaltenen Geboten verdienen zu wollen, wäre eine komplette Verdrehung der Beziehung Gottes zu uns.

Es gibt nichts zu verdienen, nur zu verstehen. Wir brauchen nichts weiter zu tun, als uns in seiner Liebe festzumachen und darin zu bleiben.

Jeden Morgen, bevor wir in den Tag gehen, stellen wir uns bewusst vor Gott. In den heiligen Raum seiner Zusage: Du, Mensch, du bist mein von mir geliebter Freund. Ich habe dich erwählt, weil du in meinen Augen ein wunderbares Geschöpf bist.

Bleibe heute in meiner Liebe. Erfülle deine Bestimmung, Frucht zu bringen. Und jetzt gehe hinaus und bleibe in der Liebe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


4./5. Sonntag der Osterzeit – 24./25.04. und 01./02.05.2021

Eingereicht von MK am 23. Apr 2021 - 05:00 Uhr

Johannes 10,11-18
Um ein guter Hirte zu sein, muss man die Schafe kennen, um intuitiv zu wissen, wann sie etwas brauchen.
Man muss die Natur um sie herum kennen, um zu wissen, wo Gefahr lauert, wo es Futter und Wasser gibt. Ein Hirte braucht Aufmerksamkeit und ein gutes Gespür für die Situation. Er muss in Beziehung sein zur Natur und zu den Schafen, die ihm anvertraut sind. Mit seiner geschulten Intuition weiß er die Zeichen zu deuten und seiner Aufgabe gerecht zu werden.
In der Schöpfungsgeschichte steht, der Mensch solle über die Schöpfung herrschen wie ein Hirte seine Herde und seine Aufgabe beherrscht. Uns ist diese Erde anvertraut mit allem, was darauf lebt. Und wir sollen Hirten sein.
Achtsam für die Zeichen und die Bedürfnisse unserer Mitwelt. In Beziehung sein zu Mensch und Natur. Wir müssen nicht wie Jesus unser Leben geben. Aber zumindest unsere Vorstellung, wir könnten gegen die Natur und gegen die sozialen und ökologischen Bedingungen herrschen, sollten wir sterben lassen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Weißer Sonntag – 10./11.04.2021 und 3. Sonntag der Osterzeit – 17./18.04.2021

Eingereicht von MK am 09. Apr 2021 - 05:00 Uhr

Johannes 20,19-31
Streck deinen Finger hierhin und leg deine Hand in meine Seite: Wenn Thomas das wirklich tut – die Bibelstelle des heutigen Sonntags lässt das ja offen– dann ist das fast wie eine Umarmung. Oder wieder Anfang eines Tanzes, der Auftakt zum gemeinsamen Wirbeln, zum Erleben des Lebens.
Was Jesus will, ist klar: Thomas soll handgreiflich werden. Die Hand in die offene Seite zu legen, bedeutet ganz tief zu spüren, was Tod und Leben bedeuten, nicht nur ehrfürchtig gucken odervorsichtig antippen. So kehrt sich für Thomas das Unterste nach oben. Aus dem toten Freund wird der lebendige Herr und Gott, aus dem ungläubigen Zweifler ein überzeugter Bekenner.
Der Auferstandene macht was mit uns. Wenn wir es wagen, das Leben selbst anzupacken, zu umarmen und uns in Schwung bringen zu lassendurch ihn und mit ihm. Er ist „Lord of the Dance“, der Herr des Tanzes, wie es in einem modernen englischen Lied heißt. Seine Schritte sind sicher, und wenn wir stolpern, hält er uns. Thomas hat es gespürt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Palmsonntag – Karwoche – Osterwoche 2021

Eingereicht von MK am 28. Mär 2021 - 11:52 Uhr

Markus 11,1-10
Ganz unterschiedlich ist es, wie Jesus empfangen wird. Maria ist zunächst erschrocken, sagt dann Ja und trägt dieses Ja ihr Leben lang: Durch alle Krisen und Enttäuschungen bis unter das Kreuz, das tote Kind auf dem Schoß, und darüber hinaus.
Die Menschen in Jerusalem sind voller Begeisterung. Sie bereiten Jesus einen triumphalen Empfang, doch ihr Enthusiasmus besitzt keine Standfestigkeit.
Bei der ersten Krise, der ersten Enttäuschung, keine Woche später, wollen sie davon nichts mehr wissen und der Jubel kehrt sich ins Gegenteil.
In dieser Diskrepanz zwischen Maria und den Jubelnden in Jerusalem gibt es einen wertvollen Hinweis: Für den Glauben sind Nüchternheit und Ernsthaftigkeit wichtiger als Enthusiasmus und Begeisterung.
Vielleicht sehen viele das anders – und werfen den Christen manchmal zu viel Nüchternheit vor. Doch was ein Leben lang halten und prägen soll, will gut überlegt sein. Das gilt auch für unser Ja zu Gott.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


! ! ! Das Bistum Osnabrück macht darauf aufmerksam, dass in einer Allgemeinverfügung vom Landkreis Osnabrück vom 30.03.2021 festgelegt wurde, dass ab dem 31.03.2021 in den Gottesdiensten eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken besteht!
Gottesdienstbesucher können ohne FFP2 - Maske nicht an den Gottesdiensten teilnehmen. ! ! !


Vierter/Fünfter Fastensonntag – 13./14. und 20./21.03.2021

Eingereicht von MK am 12. Mär 2021 - 12:27 Uhr

Johannes 3,14-21
Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter 17.000 Menschen aus 23 Ländern lauten: Weniger als 20 Prozent der Befragten in Deutschland und Frankreich sind der Meinung, dass Christen bessere Bürger sind. (In Brasilien, Südafrika und Indien sind davon übrigens viel mehr Menschen überzeugt!)
Was ist da schiefgelaufen, sollte sich jeder fragen. Stimmt es denn, dass wir auch nicht besser sind als die anderen? Kann man sich auf unser Wort als Christ genauso wenig verlassen wie auf das aller anderen? Betrügen auch Christen den Staat um seine Steuern, machen sie genauso mit bei der Hetze gegen Flüchtlinge, sind auch ihre Kinder vor Wutausbrüchen nicht sicher?
Jesus ruft uns in diesem Evangelium in die Entscheidung: Wer glaubt, muss anders sein.
Gegen die, die das Dunkel schätzen, weil es sie schützt, muss es Jesu Leuten um Klarheit gehen, um Offenheit und Wahrhaftigkeit.
Guckt man auf die Umfrage, sind wir davon wohl noch weit entfernt. Zeit, sich zu entscheiden: Hell oder Dunkel?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter/Dritter Fastensonntag – 27./28.02. und 06./07.03.2021

Eingereicht von MK am 25. Feb 2021 - 14:47 Uhr

Markus 9,2-10
Es geht gerade heftig zu im Leben Jesu: Hilfesuchende kommen und bitten um Heilung, die Pharisäer halten ihn misstrauisch unter Dauer-kontrolle, und zum ersten Mal muss Jesus seinen Freunden ganz klar sagen, was auf ihn zukommen wird.
In dieser Phase steigt Jesus auf einen hohen Berg. Biblisch heißt das: Er sucht die Nähe zu Gott. Und Gott schenkt sie ihm – einen Augenblick lang ist er im Himmel. „Mein geliebter Sohn“ – wie bei seiner Taufe bekennt sich der Vater zu seinem menschlich unscheinbaren, bedrängten Sohn. Und für die Jünger blitzt einen Augenblick lang dieses Göttliche in ihrem Mit-Menschen Jesus hervor.
Klar ist: Sie müssen wieder runter vom Berg der Gottesnähe, hinein in die Mühen der Ebene, den langen, schweren Weg nach Jerusalem jetzt beginnen. Der Himmel auf Erden ist kein Dauerzustand. Er ist Verheißung.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6. Sonntag im Jahreskreis und 1. Fastensonntag 13./14. und 20./21.02.2021

Eingereicht von MK am 12. Feb 2021 - 22:06 Uhr

Markus 1,40-45
Kaum hat Markus zu schreiben begonnen, verhüllt er schon wieder, was er eigentlich erzählen will. Die Welt wird neu, will er erzählen. Völlig neu. Aber wie und warum wird sie neu? Davon darf der Geheilte nichts weitererzählen.
Das endgültige Heil ist in der Welt, der Aussätzige spürt es am eigenen Leib, soll aber darüber schweigen. Was er natürlich nicht kann. Und seine Verwandten erst recht nicht, wenn sie ihn gesund wiedersehen. Alle verbreiten die Heilung, obwohl sie schweigen sollen. Das alles ist mehr Rätsel als frohe Botschaft am Beginn des Evangeliums. Was genau will Markus mit der Geheimnistuerei?
Er will nicht, dass etwas vor der Zeit bekannt wird. Nicht zu Lebzeiten Jesu nämlich. Sonst verstehen die Menschen ihn falsch. Er ist kein Wundertäter oder Gesundbeter.
Das versteht man aber nicht, wenn man nur die Gesundung der Kranken sieht. Das versteht man erst, wenn man vor dem leeren Grab steht und erkennt: Der Sohn Gottes hat Macht über alles Dunkle in der Welt, sogar über den dunklen Tod; den dunkelsten Tod als schmählicher Verbrecher. Der Heiland wird zum Gekreuzigten; der Gekreuzigte zum himmlischen Herrscher.
Erst die ganze Geschichte ergibt den Sinn. Sinn, den der Aussätzige schon zu Lebzeiten Jesu erfährt: Wer glaubt, ist heil.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Seelsorgeteams


4./5. Sonntag im Jahreskreis – 30./31.01. und 06./07.02.2021

Eingereicht von MK am 29. Jan 2021 - 05:00 Uhr

Markus 1,21-28
Die Geschichte der Synagoge ist ungemein spannend. Wann und wo sie entstanden sind, ist in der Forschung höchst umstritten. Nicht wenige Exegeten meinen, dass das, was das Markusevangelium als Synagoge bezeichnet, wenig mit dem zu tun hat, was wir heute unter einer Synagoge verstehen. Weil zurzeit Jesu das religiöse, kultische Leben auf den Tempel in Jerusalem konzentriert war.

Wohin Jesus in Kafarnaum gegangen ist, war wohl eher ein allgemeiner Versammlungsraum nicht nur der religiösen, sondern auch der politischen Gemeinde. Und dort lehrt Jesus mit Vollmacht. Nicht in den engen Grenzen von Religion und Kult, sondern offen vor allen Augen und Ohren. Dass Religion auf den religiösen Bereich oder gar auf das Privatleben zu beschränken sei, war den Menschen damals völlig fremd.

Kann es sein, dass nicht wenige Religion aus dem öffentlichen Leben verbannen möchten, weil sie eine „Lehre mit Vollmacht“ befürchten, die Sand ins gut laufende Getriebe von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft streuen könnte. Und wie gehe ich selbst damit um? Beschränke ich Jesu Worte auf mein religiöses Leben oder lasse ich auch den Alltag von ihnen prägen? Diese Trennung funktioniert nicht. Wenn ich Jesu Worte ernst nehme, kennt seine Vollmacht keine Grenzen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Seelsorgeteams

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