Newsbeiträge » Sonntagswort

3. Sonntag im Jahreskreis – 25./26.01.2020

Eingereicht von markus am 23. Jan 2020 - 19:07 Uhr

Matthäus 4,12-23 - Auch beim wiederholten Hören und Lesen dieses Abschnitts aus dem Matthäus-Evangelium bleibt das Verhalten der beiden Brüderpaare Simon und Andreas sowie Jakobus und Johannes unverständlich.
Von jetzt auf sofort alles hinter sich zu lassen, das bisherige Leben „über Bord zu werfen“, dass er-scheint nicht nur unverständlich, sondern geradezu unvernünftig.
Es sei denn, sie hätten schon vorher Jesu Botschaft gehört und ihr Glauben geschenkt: Das Himmelreich ist nahe. Wenn das Himmelreich nahe ist, das verändert alles, da betrachtet man das Irdische auf einmal mit anderen Augen – oder?
Ich kann es nicht, mein Leben so radikal zu ändern. Ich möchte es auch nicht. Ist dann mein Glaube an das nahende Himmelreich kleiner, vielleicht, weil in den letzten 2.000 Jahren davon so wenig spürbar gewesen ist? Vielleicht.
Vielleicht kann Nachfolge aber auch ganz anders aussehen, dort stattfinden, wohin mich Gott in meinem Leben gestellt hat. Die Geschichte von der Berufung der Jünger muss ich ernst nehmen, das heißt aber nicht, ihr Verhalten zu kopieren. Das geht nicht. Ernst nehmen, bedeutet aber, dem Ruf Jesu immer wieder zu folgen: Kehrt um!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


2. Sonntag im Jahreskreis – 18./19.01.2020

Eingereicht von markus am 17. Jan 2020 - 16:37 Uhr

Johannes 1,29-34
Was für ein starkes Wort: Die Sünde der Welt hinweg nehmen. Wie viele unpassende Versuche gab und gibt es, Schuld und Sünde aus der Welt zu schaffen. Schuld unter den Teppich zu kehren. Einen Sündenbock oder mehrere zu finden und in die Wüste zu jagen.
Oder die blinde Rache, den Schuldigen – am besten samt seiner Sippe – auszurotten. Funktioniert hat nichts davon. Unsere Welt ist noch immer voll von Schuld und Sünde. Wie kann Jesus die Sünde der Welt wegnehmen? Was ist anders bei ihm?
Sein ganzes Leben war ein Programm der Liebe. Liebe, auch wenn es aussichtslos erscheint. Liebe, auch wenn sie dich dafür hassen. Liebe selbst deine Feinde. Böses weder hinnehmen noch heimzahlen, sondern mit Gutem vergelten. Sich nicht durch Gehässigkeiten hinreißen lassen, selber zu hassen. Klar Position beziehen und gleichzeitig selbst den Gegner als Mensch behandeln und ihm Respekt zeigen.
Und das Wichtigste: Bereit sein, für die Liebe zu sterben. Das ist der Unterschied. Der Verstrickung in Schuld und Sünde zu entkommen, geht nur, wenn wir bereit sind, für die Liebe unser eigenes Leben einzusetzen, niemals das der anderen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Taufe des Herrn – 11./12.01.2020

Eingereicht von markus am 08. Jan 2020 - 17:20 Uhr

Matthäus 3,13-17
Jesus steigt hinunter in den Jordan und taucht in seiner Taufe tief in die menschliche Existenz ein. Und er taucht tief in sein eigenes Gesendetsein ein.
Es ist ein Gesendetsein „für die Menschen und um des Heiles willen“, wie es später im sogenannten alten Glaubensbekenntnis heißen wird.
Jesus ist tief eingetaucht in das Leben der Menschen. Und gleichzeitig ist es bei diesem Tauf-ereignis über alles Verstehen hinaus hoch hinauf-gegangen. Der Himmel ist aufgegangen, und Gott selbst hat sich mitgeteilt: „Das ist mein geliebter Sohn.“
Wie sich diese Szene ereignet hat, das entzieht sich wohl unserer Vorstellungskraft. Eines ist aber klar: Für frühe Hörer und Hörerinnen dieses Evangeliums war dieser Satz die offizielle Inthronisierungsformel für den König: „Jesus ist König“, war die Botschaft, und das wurde ihm „von höchster Stelle“ zugesprochen.
Jesus steigt tief hinein in das Leben. Und in diesem Hineinsteigen und Hineintauchen öffnet er auch für uns den Himmel. So erfüllt er seinen Auftrag, seine Mission – für die Menschen und um des Heiles willen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Vierter Advent - Weihnachten - Silvester - Neujahr – 2019 / 2020

Eingereicht von markus am 20. Dez 2019 - 21:45 Uhr

Matthäus 1,18-24 - Vor nicht allzu langer Zeit war der Begriff „uneheliches Kind“ ein Schimpfwort und eine Hypothek für das Neugeborene. Ohne dass es etwas dafür konnte, wurden ihm Steine in den Weg gelegt.
Immer noch widerfährt vielen Menschen Ablehnung, weil sie anders sind, weil sie nicht in die Norm passen. Menschen mit Behinderung, Menschen mit anderer Hautfarbe, Menschen mit einer anderen geschlechtlichen Orientierung.
Der Gott, von dem wir Menschen glauben, dass er Mensch geworden ist, um unter uns zu sein, er kam auch mit einer Hypothek in die Welt. Vaterschaft ungeklärt. Uneheliches Kind.
Vielleicht wurde er auch deshalb in seiner Heimatstadt nicht wirklich akzeptiert. Und dieser Junge mit ungeklärter Herkunft wird eines Tages von allen Christen weltweit als Erlöser, als Heiland, als Sohn Gottes verehrt.
Die Art und Weise, wie unser Christus in die Welt kam, fordert von uns Christen, dass wir das Göttliche gerade auch in den Menschen suchen, die nicht unseren Erwartungen entsprechen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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Dritter Adventssonntag –14./15.12.2019

Eingereicht von markus am 13. Dez 2019 - 05:00 Uhr

Matthäus 11,2-11 - Johannes sitzt im Gefängnis. Und dort befallen den glaubensstarken, wortgewaltigen Wegbereiter Jesu Zweifel.
Er lässt Jesus fragen, ob er es ist, der kommen soll, oder ob er auf einen anderen warten muss.
Jesu Antwort ist kein einfaches knappes Ja oder Nein, sondern eine Beschreibung dessen, was sich durch sein Wirken verändert hat: „Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein; und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet.“
Jesus hätte auch mit einem schlichten Ja antworten können, doch das ist ihm zu wenig. Er lässt seine Taten für sich sprechen und Johannes war letzten Endes überzeugt. Denn er geht seinen Lebensweg konsequent zu Ende.
Gottes Taten auch heute zu Wort kommen zu lassen – dazu lädt uns dieses Evangelium im Advent ein. Aufmerksam werden für Gottes Wirken hier und heute.
Und mich selbst einladen lassen, Mitarbeiter Gottes zu werden. Das können sehr kleine Schritte sein – doch auch durch sie wird das Evangelium verkündet.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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Zweiter Adventssonntag –07./08.12.2019

Eingereicht von markus am 06. Dez 2019 - 05:00 Uhr

Matthäus 3,1-12 - Ein Extremist mit einer wilden Botschaft, ernste Töne im heimeligen Advent – das ist das Erste, was wir in diesem Sonntagsevangelium hören.
In der Wüste verkündet Johannes. Dorthin kommen sie zu ihm, aus der Stadt und der ganzen Umgebung. Er hat sich dorthin zurückgezogen, lebt karg und einfach, eher rau und kratzig, bescheiden und naturnah. Was die Umgebung dort hergibt, davon lebt er.
Doch dann bewegt uns das kurze Zitat, mit dem Worte und Wirken von Johannes dem Täufer zusammengefasst werden: „Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!“
Gott will also einen Boten, einen Pfadfinder. Einen, der unüberwindliche Hindernisse beiseiteschafft, schwierige Pfade auch für Gehbehinderte einfach macht.
Klar ist das alles eine Stellenbeschreibung für den Prediger am Jordan. Aber ist es nicht auch eine für uns Menschen im Advent?
Alles vorbereiten, damit Gott kommt? Buckelpisten glätten, damit sie zum Aufbruch einladen, Wege in Gottes Reich markieren?
Wenn Gott kommt, sind wir gefordert. Und das ist kein Job für Extremisten. Sondern für uns alle.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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Erster Adventssonntag –30.11./01.12.2019

Eingereicht von markus am 27. Nov 2019 - 12:19 Uhr

Matthäus 24,29-44 - Warum muss denn der Advent immer mit Furcht und Schrecken beginnen?
Auch wenn ich bereit bin, Advent nicht nur als heimelige Zeit mit Lebkuchenplätzchen und Kerzenschein zu sehen, so kommt mir diese nicht enden wollende Aufzählung doch als eine ziemlich herbe, wenn nicht sogar unangenehme Botschaft vor.
Was ist denn die Verheißung in diesem Advents- Einstiegsevangelium? Was ist die Frohe Botschaft, die Einladung?
Vielleicht ist Gott selber tatsächlich manchmal herb, verstörend, aufrüttelnd. Vielleicht möchte er mir sagen: Richte dich nicht zu sehr ein in deinem behaglichen Leben. Wähle nicht nur selber aus, wo du etwas vom Leben oder von Gott erwartest. Schau hin auf das, was an Mühseligkeiten keineswegs erfunden ist, sondern was sich in dieser Welt tatsächlich tut.
Schau auf das, was auch in deinem Leben vom Himmel gestürzt ist, zerrissen und eingebrochen. Und vertraue, dass Gott in allem, in allem Guten und in allem Schweren gegenwärtig ist und sich bemerkbar machen will. Daher die Einladung zum Wachsein, zur Aufmerksamkeit.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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Christkönigsfest –23./24.11.2019

Eingereicht von markus am 21. Nov 2019 - 21:05 Uhr

Lukas 23,35b-43 - Von Königtum und Königsein ist in der Passionsgeschichte viel die Rede.
Der Hohe Rat der Juden wird diesen Vorwurf formuliert haben, um eine Anklage gegen Jesus zu konstruieren. Für Pilatus wird es der tatsächliche Verurteilungsgrund gewesen sein.
Ein selbst ernannter König griff die Macht des Kaisers und damit die römische Ordnung an. An den innerjüdischen Auseinandersetzungen hatte Pilatus weder Interesse noch wird er sie verstanden haben. So wenig wie er Jesus verstand, als dieser davon redet, dass sein Königreich nicht von dieser Welt sei. So wenig wie die Soldaten verstehen, für die Jesu Königtum nur noch Anlass zum Spott ist.
Nur einer versteht, was mit dem Königreich Jesu gemeint ist. Einer, dem das „Wasser selbst bis zum Hals steht“, der auch am Kreuz um sein Leben kämpft – wissend, dass er sterben wird.
Der – wie er oft genannt wird – reuige Schächer, für den alles Irdische zu Ende geht, blickt über das Irdische hinaus und erkennt das Königsein Christi.
Um das Christkönigsfest heute zu verstehen, müssen wir den Blick von den irdischen Königen und gekrönten Häuptern abwenden und den in den Blick nehmen, der den Elenden Trost, Hoffnung und Hilfe ist.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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33. Sonntag im Jahreskreis –16./17.11.2019

Eingereicht von markus am 15. Nov 2019 - 08:23 Uhr

Lukas 21,5-19 - „Wer standhaft bleibt, wird das Leben gewinnen.“ Standhaft bleiben, das meint nicht, dass wir starr auf unserer Meinung beharren. Standhaft bleiben, meint nicht, dass wir nicht dazulernen sollen. Standhaft bleiben, meint nicht, dass sich nichts verändern darf und alles so bleiben muss, wie es einmal war.
Standhaft bleiben, meint, die Hoffnung aufrechtzuerhalten, wenn die Resignation die Oberhand gewinnen will. Standhaft bleiben, meint, an der Liebe festzuhalten, wenn das gesellschaftliche Klima vom Hass vergiftet ist. Standhaft bleiben, heißt, den Glauben an Jesu Botschaft vom Reich Gottes festzuhalten, wenn das Reich des Stärkeren sich breitmacht.
Standhaft bleiben, heißt, auf das Wesentliche, auf das Fundament zu bauen, wenn gewohnte Ordnungen zusammenbrechen: Auf die Zusage Gottes, dass er in seiner Welt ist und immer wieder in diese Welt kommt, egal, was passiert.
Standhaft bleiben, heißt, sich festmachen an der Kraft der Liebe, die seit jeher Veränderungen, Katastrophen und Zusammenbrüche übersteht. Standhaft bleiben, wenn alles zusammenbricht, woran wir uns bisher festgehalten haben, im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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32. Sonntag im Jahreskreis –09./10.11.2019

Eingereicht von markus am 07. Nov 2019 - 19:46 Uhr

Lukas 20,27-38 - „Nach dem Tod ist alles aus! Da kommt nichts mehr!“ Die Sadduzäer würden mit ihrer Ablehnung der Auferstehung heute wohl gar nicht weiter auffallen. Nur noch 30 Prozent der Deutschen glauben an ein Leben nach dem Tod – mit dem Kerngedanken der christlichen Hoffnung können auch viele Christen nichts mehr anfangen.
Schuld daran sind vielleicht auch die allzu engen Vorstellungen, wie sie in diesem Evangelium auch die Sadduzäer spöttisch formulieren. Bei ihnen lebt eine Frau nach ihrem Tod mit sieben Männern, bei Ludwig Thoma singt ein Münchner im Himmel pausenlos Halleluja. Klar: So was ersehnt keiner.
Jesus will uns von solchen wenig hilfreichen Vorstellungen befreien. Ganz anders wird dieses zukünftige Leben sein, unvergleichlich und unbeschreiblich. Wunderschön.
Die Kinder Gottes, die Glaubenden, werden auch sterben, aber nie tot sein. Denn Gott ist ein Gott der Lebenden; keiner geht verloren, komme was wolle. Mit diesem Wissen lässt sich anders leben. Denn die Frage "was kommt danach?" wird zur Frage "wer kommt auf mich zu?": Es ist der, der mein Schöpfer ist, mein Befreier, der "Ich bin da".

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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31. Sonntag im Jahreskreis –02./03.11.2019

Eingereicht von markus am 01. Nov 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 19,1-10 - Kein Zweifel – Zachäus war ein Ausbeuter. Einer, der sich das Privileg zum Geldkassieren gekauft hatte und nun aus seinen Mitmenschen Profit schlug. Weil das alle Zöllner so machten, waren sie extrem unbeliebt – man konnte Jesus wohl kaum Schlimmeres nachsagen, als dass er ein Freund der Zöllner und Sünder war.
Zachäus bekehrt sich, weil Jesus sein Freund ist. Jesus sieht, was für ein armes Würstchen dieser reiche kleine Mann doch ist. Seine Nähe bringt die Wende. Doch Zachäus wird dadurch kein Jünger. Er muss auch nicht alles zurücklassen und Jesus folgen.
Seine Begegnung mit dem Erlöser erlöst ihn aus der Einsamkeit und aus der Habgier. Er wird in Zukunft seinen Reichtum einsetzen, um den Armen zu helfen und ethisch verantwortlich zu handeln.
Tu wenigstens das, scheint uns der Evangelist Lukas mit dieser Geschichte sagen zu wollen. Du musst nicht radikal dein Leben ändern, aus allem aussteigen, grenzenlos arm werden. Werde dir deiner Verantwortung als reicher Mensch bewusst und frage dich, was du Jesus anbieten kannst, wenn er zu dir kommt. Das wäre schon viel …

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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30. Sonntag im Jahreskreis –26./27.10.2019 - Weltmissionssonntag -

Eingereicht von markus am 25. Okt 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 18,9-14 - Gott sei Dank bin ich nicht so, wie der oder die. Gott sei Dank habe ich mit denen nichts zu tun. Was für ein Irrtum! Wir alle sind Geschwister; wir sind alle Kinder Gottes. Die anderen, das sind auch wir.
In uns liegen die edelsten und schönsten Anlagen des Menschengeschlechtes genauso wie die tiefsten Abgründe. Psychologen, welche die Motive von Verbrechern studieren, sagen, dass jeder Mensch zum Mörder werden kann, es kommt nur darauf an, welchen Umständen er über längere Zeit ausgesetzt ist. Dankbar sein, dass wir unser Leben bisher positiv gestaltet haben – ja. Und gleichzeitig wissen, dass nicht wir alleine es waren, die unser Leben zum Positiven bewegt haben.
Uns freuen, dass uns vieles gelungen ist – ja. Uns besser fühlen als andere – ganz klar: Nein. Keiner von uns weiß, was das Leben uns noch bringt und wie wir dann reagieren. Wir haben den Sünder und den Heiligen in uns. In diesem Bewusstsein lasst uns demütig bleiben, für den Sünder Gott und unsere Mitmenschen um Vergebung bitten. Und versuchen wir dem Heiligen möglichst gute Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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29. Sonntag im Jahreskreis –19./20.10.2019

Eingereicht von markus am 18. Okt 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 18,1-8 - Ein Lob der Lästigkeit, der Beharrlichkeit, der Klugheit im Vorangehen und im Dranbleiben.
Die Witwe hat konsequent versucht, sich einen Platz und ihr Recht zu holen. Wir hören zwar im Text nicht, was ihr fehlt oder was ihr verwehrt wurde, aber wir wissen, dass Witwen in der damaligen Gesellschaft zu denen gehört haben, die am meisten bedürftig und ungesichert waren.
Der Richter, bei dem sie immer wieder penetrant auftaucht, lässt sich schließlich erweichen und hilft ihr weiter.
Die Einleitung des Evangeliums verrät, dass die Geschichte im Zusammenhang mit dem Beten steht: Mir immer wieder bewusst machen, was ich denn eigentlich will, mich immer wieder neu auf Gott hin ausrichten und von ihm alles erwarten.
Auch da lohnt sich das „Lästigsein“, das Dranbleiben. Im Beten, im Suchen dessen, was ich wirklich will und was mir kostbar und heilig ist, im Ausrichten auf Gott und im Alles-von-Ihm-Erwarten nährt sich mein Glaube.
„Wird Gott noch Glauben vorfinden?“, lautet die letzte, fast bange Frage des heutigen Evangeliums.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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26. Sonntag im Jahreskreis – 28./29.09.2019 / 05./06.10.2019 / 12./13.10.2019

Eingereicht von markus am 28. Sep 2019 - 19:48 Uhr

Lukas 16,19-31 - Lazarus und den Reichen trennen Welten. Sie begegnen sich nie. Dabei liegt Lazarus in all seinem Elend dem Reichen quasi im Weg rum.
Aber der sieht ihn gar nicht, nimmt seine Bedürftigkeit nicht einmal wahr. Es fällt einfach nichts ab für Lazarus draußen vor der Tür.
In der anderen Welt ist das nicht anders. Auch im Tod liegen Abgründe zwischen ihnen. Das so lebendig ausgemalte Gleichnis mahnt mich: Was siehst du?
Nimmst du die Not des Armen, der ja gar nicht so weit weg ist, sondern direkt vor deiner Tür dahin-vegetiert, überhaupt wahr? Hast du Augen für die Welt um dich herum oder geht es dir nur um dein privates Glück, deine heile Welt drinnen, nach dem Motto: „My home is my castle?“
Für die vielen, die an unseren Stränden landen, vor unseren Zäunen stehen, um Heimat und Sicherheit betteln, muss etwas abfallen von unserem reichen Tisch.
Wie viel kannst du geben?, fragt mich Jesus an diesem Sonntag. Wie viel Geld, wie viel Aufmerksamkeit, wie viel Liebe? Und: Ginge noch mehr?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


25. Sonntag im Jahreskreis – 21./22.09.2019

Eingereicht von markus am 20. Sep 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 16,1-13 - Vom Ende her zu lesen, scheint ein Schlüssel zum Verständnis dieses merkwürdigen Evangeliums zu sein. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Das ist der entscheidende Satz, der über allem steht, was Jesus vorher hier sagt.
Gott zu dienen heißt ja nicht, ohne Geld zu leben. Es bedeutet aber, mit dem eigenen Geld zuverlässig und klug umzugehen. Was das heißt?
Das kann eine ganze Bandbreite an Verhaltensweisen bedeuten: Geld ehrlich zu erwerben und ehrlich zu versteuern. Ausgeliehenes Geld zurückzubezahlen.
Für die allermeisten eine Selbstverständlichkeit. Schwieriger wird es bei manchen, wenn es heißt, mit dem Geld Gutes zu tun, zu spenden, zu teilen, nicht nur vom Überfluss abzugeben.
Und warum? Warum kann man nicht Gott und dem Mammon dienen? Weil Christen vom Ende her denken, das heißt, vom verheißenen ewigen Leben bei Gott her denken. Weil wir darauf hoffen, sollten wir uns immer wieder neu auf den Weg machen mit einem Leben, das dem Nächsten dient und Gott Freude macht.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


24. Sonntag im Jahreskreis – 14./15.09.2019

Eingereicht von markus am 13. Sep 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 15,1-32 - Ein Hirte geht einem verlorenen Schaf nach. Na und? Dass die anderen dort sind, wo sie hingehören und wo es ihnen gut geht, scheint selbstverständlich zu sein.
Eine Frau hat etwas verloren und sucht es in ihrem Haus. Na und? Wohl jeder und jede hat auch schon öfter mal etwas verlegt; da muss man halt suchen.
Der Vater gibt ein Fest für den „verlorenen“ Sohn. Na und? Dass der andere auch versucht hat, sein Leben einigermaßen zu bewältigen, scheint uninteressant zu sein.
Was hilft, diese Botschaft Gottes zu verstehen, ist die Einleitung. Es gibt für Jesus wieder einmal eine Kontroverse mit den Pharisäern und Schriftgelehrten, und die sind mit ihrem Urteil gar nicht zimperlich.
Da holt auch Jesus, der Orientale, der Geschichtenerzähler, aus und versucht sich mit seinen sehr pointierten Geschichten bei seinen Gesprächspartnern verständlich zu machen.
Vielleicht ist er bei einigen von ihnen erfolgreich, und sie verstehen ihn. Vielleicht auch nicht. Jesus sucht nach Worten, Argumenten, Geschichten, um sich verständlich zu machen. Auch darin können wir ihm nachfolgen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


23. Sonntag im Jahreskreis – 07./08.09.2019

Eingereicht von markus am 06. Sep 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 14,25-33 - Jesus denkt nicht gering von uns. Aber wir sollten es tun. Es ist eben nicht mein Haus, mein Auto, mein Verdienst. Es ist Geschenk. Alles.
Und dass wir in der Lage sind, dies alles zu haben oder nicht zu haben, ist auch Teil der Gnade. Vor Gott gilt nicht unsere gefühlte Augenhöhe, sondern unser Abstand. Der heißt Gnade. Schon wieder Gnade. Alles ist Gnade.
Wer das einmal für sich erkannt hat, lebt anders. Von sich geringer denkend. Oder, anders gesagt: weniger groß. Mit jeder Selbsteinbildung verliert unser Salz an Kraft. Mit jedem Größenwahn richtet ein Mensch seine Welt zugrunde. Und sich selbst gleich mit.
Wer Gott denkt und glaubt, kann sein Ich nicht mehr so groß schreiben. Das wusste der Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhardt (1607–1676). Und dichtet: „Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd‘, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben wird?“ Das ist Haltung vor Gott.
Hochmut ist eine Selbstverfluchung des Menschen. Eine Weile mag Hochmut guttun, das könnte sein. Wenn diese kleine Weile aber vorüber ist, beginnt der Wahn. Er heißt: Ich gestalte meine Welt. Tue ich eben nicht. Ich bin seine Gnade. Mehr nicht. Aber erst recht nicht weniger. Ich bin und bleibe ein Kind seiner Gnade. Was könnte ich noch mehr wollen?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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22. Sonntag im Jahreskreis – 31.08./01.09.2019

Eingereicht von markus am 30. Aug 2019 - 04:00 Uhr

Lukas 14,1.7-14 - Dieses Evangelium ist ein Geschenk. Zeitlos aktuell bis heute. Ich brauche mich nicht zu beteiligen am täglichen Schaulaufen der Reichen, Schönen und Erfolgreichen. Ich muss meine Ängste und Schwächen nicht hinter einer Maske verbergen. Ich bin geliebt und angenommen, so, wie ich bin. Ein zutiefst menschlicher Satz.
Denn menschlich ist es ja nicht, aus mir ständig mehr zu machen, als ich in Wirklichkeit bin, das macht mich auf Dauer nur krank. Sondern menschlich ist es, der sein zu dürfen, der ich bin. Und das nicht nur im Urlaub, am fremden Ort, wo mich niemand kennt, sondern auch am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in der Gemeinde.
Wenn mich – bildlich gesprochen – ein hinterer Platz glücklich macht, warum mir das Leben mit dem Streben nach dem ersten verderben. Doch das kann ich nur, weil der Grund meines Lebens nicht von mir selbst geschaffen wurde, sondern von Gott geschenkt ist.
Das ist ein Mehrwert des Glaubens: Ich bin mehr wert, als ich mir selbst oder andere mir zusagen können. Und der andere ist mehr wert. Deshalb darf und will ich mich nicht über ihn stellen. Weil er wie ich im Licht Gottes lebt, brauchen wir uns nicht einander in den Schatten zu stellen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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21. Sonntag im Jahreskreis – 24./25.08.2019

Eingereicht von markus am 22. Aug 2019 - 17:03 Uhr

Lukas 13,22-30 - Es wird wieder eng bei Jesus. Zwar muss sich diesmal kein Kamel durchs Nadelöhr quetschen, aber die enge Tür, durch die nicht alle durchpassen, taucht auch im heutigen Evangelium wieder auf. Jesus ist es ernst mit seiner Botschaft, und wir sollten sie ernst nehmen.
Aber auf die Frage, wer und wie viele denn nun gerettet werden, gibt er keine Antwort. Denn das geht den Fragesteller gar nichts an.
Wichtig ist, so Jesus, nur eins: Kümmere dich um deinen eigenen Senf. Guck nicht rechts und links, ob da alle das Richtige tun, ob sie oft genug in den Gottesdienst gehen oder ob sie sich an das Kirchenrecht halten.
Achte vielmehr darauf, dass dein Glaube wächst, dass du das Richtige tust und dass du die nicht übersiehst, die unter die Räder gekommen sind.
Denn es reicht eben nicht, ganz nah bei ihm gesessen zu haben. Äußerlich zu seinem Volk, seinem Dorf, seiner Tischgemeinschaft dazuzugehören, sichert mir keinen Platz im Himmelreich.
Es braucht mehr, um dazuzugehören, und eine Garantie gibt’s für keinen. Jeder hat alle Chancen. Nutzen wir sie!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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20. Sonntag im Jahreskreis – 17./18.08.2019

Eingereicht von markus am 16. Aug 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 12,49-53 - Jesus spaltet die Geister. Noch zu Lebzeiten tut er das. Er weiß schon, wie es weitergehen wird mit ihm und der Welt.
Bei manchen hinterlässt er reine Freude, bei anderen nur Ärger. Die einen zucken die Achseln, wenn sie an Jesus denken. Andere brennen vor Eifer.
Die einen bauen ihm Kirchen, andere reißen sie nieder. So wird es sein, sagt Jesus. Und so war es und ist es. Wo viel geglaubt wird, wird viel gestrit-ten. Im Namen Gottes fließt Blut.
Jesus spaltet die Geister. Und Mohammed, und Allah, und der dreieinige Gott spalten sie. Mehr noch: Auch die an Allah glauben, finden zu keiner Einheit; und die an den dreieinigen Gott glauben, ebenso wenig.
Bei Christen fließt nur noch selten Blut, aber der Streit geht ebenso tief. Kann das nicht, in Gottes Namen, anders werden? Es kann, ja, wenn man es will. Und sich sagt: Konflikte dürfen sein; Gewalt nicht.
Streit darf sein; gemeinsames Beten muss sein. Gehören wir doch zu denen, die sich das immer vornehmen. Und die in keiner anderen Religion einen Feind sehen, sondern Menschen, die suchen wie wir. Hoffentlich im Rahmen der geltenden Gesetze.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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14. Sonntag im Jahreskreis – 06./07.07.2019

Eingereicht von markus am 05. Jul 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 10,1-12.17-20 - Ein wunderbares Evangelium, ein missionarisches Evangelium. Jesus schickt seine Jünger aus, um das Reich Gottes in Wort und Tat zu verkünden. Er schickt sie zu zweit aus. Jesu will keine heldenhaft-einsamen Einzelkämpfer, denn er weiß darum, wie sehr wir Menschen einander brauchen, um einander in unseren Bemühungen, in unseren Erfolgen und in unseren Misserfolgen beizustehen.
Jesus bereitet sie auf verschiedene mögliche Szenarien bei ihren missionarischen Gehversuchen vor: Sie könnten angenommen, aufgenommen werden und mit ihrem Verkündigungsauftrag gut ankommen, also Erfolg haben.
Sie könnten aber auch abgewiesen und abgelehnt werden; sie könnten bei den Leuten „abblitzen“ und frustriert sein.
In jedem Fall geht es aber um das Reich Gottes. Es ist verblüffend, wie Jesus in der einen Variante genauso wie in der anderen mit dem gleichen Wortlaut auf das hinweist, worum es in allen missionarischen Bemühungen geht: „Das Reich Gottes ist nahe.“
Selbstverständlich ist es schön, Erfolg zu haben und gehört zu werden. Aber Gott und das Reich Gottes sind größer. Ein wunderbarer Trost, eine großartige Zusage für alles pastorale Handeln: „Das Reich Gottes ist nahe.“

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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13. Sonntag im Jahreskreis – 29./30.06.2019

Eingereicht von markus am 28. Jun 2019 - 10:07 Uhr

Lukas 9,51-62 - Religiöse Intoleranz ist keine Erfindung unserer Zeit – auch wenn sie heute immer wieder ihre schrecklichste Fratze zeigt.
Von religiöser Intoleranz waren auch Johannes und Jakobus befallen, die „Donnersöhne“, die Feuer vom Himmel auf ein samaritisches Dorf regnen lassen möchten, weil diese – „Ungläubigen“ in den Augen frommer Juden – sich weigern, Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem aufzunehmen. Ob sie es gekonnt hätten?
Eine interessante, aber irrelevante Frage, denn mit religiöser Intoleranz braucht niemand Jesus zu kommen. Damals nicht und heute nicht; er wies Jakobus und Johannes zurecht und weist heute all die zurecht, die intolerant sind gegen andere Überzeugungen.
Nachfolge ist eben nicht die Nachfolge der anderen, sondern kann immer nur meine Nachfolge sein. Und weil es meine Nachfolge ist, muss ich mir im Klaren sein, was ich bereit bin, auf mich zu nehmen; wie konsequent ich sein kann.
Jesu Worte mögen schroff klingen, abweisend, überfordernd – sie sind ernst und ehrlich. Ich soll die Christusnachfolge nicht auf die leichte Schulter nehmen, das ist nichts für nebenbei, sondern erfordert den ganzen Menschen.

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12. Sonntag im Jahreskreis – 22./23.06.2019

Eingereicht von markus am 21. Jun 2019 - 09:14 Uhr

Lukas 9,18-24 - Haben Sie sich schon mal selbst im Internet gesucht? Ego-Googeln liegt im Trend, drei Viertel aller Internetnutzer haben schon mal ihren Namen in die Maske einer Suchmaschine eingegeben. Was wissen andere über mich? Google hat die Antwort.
In diesem Evangelium hat Petrus die Antwort. Es ist die richtige, aber Petrus weiß wahrscheinlich gar nicht, wie Recht er hat. Wenn er „Messias“ sagt, meint er einen starken Führer, einen Erlöser aus Ungerechtigkeit und Sklaverei, einen religiösen Heilsbringer für ein Volk, das Gott an seiner Seite kämpfen sehen will.
Doch der Messias, der jetzt da ist, ist unerwartet anders. Er setzt dem Unrecht keinen Widerstand entgegen, sondern erleidet es bis zum letzten. „Messias-Sein“ heißt für ihn, solidarisch zu sein mit denen, die am Ende sind, die keinen Ausweg mehr sehen und sogar an Gott zu zweifeln beginnen.
Es hat gedauert, bis auch die Jüngergemeinde diese Definition akzeptieren konnte. Und wir Jünger heute sind auch nicht klüger. Wie oft fragen wir uns, wenn die Not groß ist: Warum hat Gott nicht eingegriffen? Warum zeigt er nicht seine Macht?
Deshalb ist Jesu Frage immer noch aktuell: Für wen haltet ihr mich? Für einen, der mit seiner ganzen Autorität bestimmt, was gut für euch ist? Oder für einen, der die Wege eurer Freiheit mitgeht – in welches Elend sie auch führen werden? Die richtige Antwort gibt’s nicht bei Google …

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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Dreifaltigkeitssonntag – 15./16.06.2019

Eingereicht von markus am 14. Jun 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 16,12-15 - Der Evangelist Johannes überliefert eine lange Abschiedsrede Jesu, die er kurz vor seiner Verhaftung, kurz vor Leid und Tod, seinen Jüngern gehalten hat, und aus der auch die vier Verse des heutigen Evangeliums stammen.
Jesus erkennt die Ratlosigkeit seiner Jünger, die in den nächsten Tagen noch wachsen wird, und spricht sie direkt an. Diese Ratlosigkeit wird nicht bleiben; Jesus verheißt den Geist der Wahrheit und verweist damit auf das kommende Pfingstfest.
Obwohl ich um Tod und Auferstehung Jesu weiß, obwohl ich in Taufe und Firmung den Heiligen Geist empfangen habe, fühle ich mich manchmal wie die Jünger: ratlos. Ich verstehe mich selbst manchmal nicht, und ich verstehe Gott nicht.
Es ist dann ein Trost, sich in der Gemeinschaft der Jünger in guter Gesellschaft zu wissen. Ein noch größerer Trost ist es, Gott meine Ratlosigkeit im Gebet hinzuhalten und ihn um seinen Geist, um Verständnis zu bitten.
Manchmal geht mir dann ein Licht auf, und manches ist klarer, sogar sonnenklar. Das heißt aber nicht, dass es danach nicht wieder Momente der Ratlosigkeit gibt. Ein Pfingstfest reicht nicht; ich brauche Gottes Geist der Wahrheit immer wieder neu.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Pfingsten – 08./09.06.2019

Eingereicht von markus am 07. Jun 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 20,19-23 - „Tür zu!“, schreien heizkosten-bewusste Eltern, wenn die Kinder zum zehnten Mal die kalte Zugluft ins Zimmer lassen.
„Tür zu“, fordern Demonstranten auf der Straße, die angstvoll auf die große Zahl der hilfsbedürftigen Flüchtlinge in unserem Land starren.
„Tür zu“, mahnen sogar gläubige Christen, wenn andere so gar nicht zu ihrer Form der Frömmigkeit passen wollen.
„Tür zu!“, sagen auch die Jünger. Draußen ist es lebens-gefährlich, das hat das Schicksal Jesus ja eindringlich gezeigt. Draußen sind die, die nicht zum inneren Kreis gehören, die Jesu Botschaft nicht kennen, die sowieso nicht zuhören. Besser man bleibt, wo man ist. Hinter sicheren Mauern.
Jesus kennt kein „Tür zu!“ Er kommt, obwohl alles verriegelt und verrammelt ist, und macht die Herzen der Jünger offen und weit.
Er schenkt ihnen seinen Geist, der frei macht von Angst, der neue Ideen schenkt, der einlädt, die eigene Komfortzone zu verlassen.
Es ist der Geist von Pfingsten, den Jesus ihnen einhaucht wie einst der Schöpfer seinen Geschöpfen. Auch wir sind angehaucht. Auch uns will der Geist vor die Tür schicken. Auch wir sollen vergeben und so Gottes Barmherzigkeit verkünden. Der Letzte – und nur der – macht die Tür zu!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

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