Newsbeiträge » Sonntagswort

6. Sonntag im Jahreskreis – 16./17.02.2019

Eingereicht von markus am 15. Feb 2019 - 18:41 Uhr

Was für ein Mann ist das, der so predigen kann, ohne dass ihn die Menschen für einen Zyniker oder billigen Vertröster halten? (Lk 6,17.20-26)
Wir hören die Zumutung ja kaum noch, und auch das könnte man raushören: „Freut euch alle, wenn es euch hier auf Erden schlecht geht; dafür wird's euch einmal im Himmel besser gehen!«
So kann Jesus das nicht gemeint haben, auch wenn er einmal vom „Lohn im Himmel" spricht. Der „Himmel" und das „Reich Gottes" stehen nicht für eine aus-gleichende Gerechtigkeit im Jenseits - das wäre nicht nur billig, sondern menschenverachtend.
Jesus hat zwar mit dem „Himmel" und dem „Reich Gottes" auf eine neue Welt verwiesen, aber auf eine, mit der er selbst in Wort und Tat beginnen wollte.
Er selbst wollte genau das tun: sich den Armen zuwenden, den Hungernden, den Weinenden, und so mit dieser neuen Welt einen Anfang machen, ganz gleich wie klein.
Aber er wollte es nicht allein tun. Er wollte Mitstreiter gewinnen. Deshalb hat er sein „utopisches" Programm seinem kleinen Schülerkreis anvertraut.
Heute sind wir, bin ich gefragt: Bist du bereit, von deinem Platz und mit deinen Kräften mitzubauen an dieser neuen Welt?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


5. Sonntag im Jahreskreis – 09./10.02.2019

Eingereicht von markus am 08. Feb 2019 - 05:00 Uhr

Lk 5,1-11 Die Erzählung vom Fischzug strotzt vor Vertrauen. Wie immer, wenn von Jesus und Petrus erzählt wird.
Glaubensgeschichten sind vor allem Vertrauensgeschichten. Damit tut sich Petrus gerne hervor: Wenn du es sagst … Ja, dann kann man es wagen und erkennen, dass Vertrauen lohnt.
Auch wenn Gott meine Wünsche nicht erfüllt, lohnt das Vertrauen zu ihm. Weil im Vertrauen zu Gott ein Grundsatz gilt: Er weiß es besser.
Zutrauen habe ich zu den Menschen, denen ich Wissen und Kenntnis zutraue. Sie müssen dann nicht Recht behalten, aber dennoch enttäuschen sie mich nicht. Auch die, denen ich volles Vertrauen entgegenbringe, können irren oder scheitern. All das kann sein. Sogar mehrmals. Gegen das Vertrauen spricht das aber nie.
Vertrauen ist lebensnotwendig, und wird öfter gewagt, als ich es weiß. Ich vertraue anderen Autofahrern, dass sie sich an die Regeln halten; ich vertraue dem Arzt, dass er weiß, was gut ist; ich vertraue dem Busfahrer oder Lokführer, dass er oder sie bei Sinnen sind und mich behüten.
Ich mache keinen Schritt ohne Vertrauen, auch wenn mir das oft nicht bewusst ist. Viele Male am Tag vertraue ich. Unausgesprochen bringe ich Menschen entgegen, was ich Gott sage: Du weißt es besser.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


4. Sonntag im Jahreskreis – 02./03.02.2019

Eingereicht von markus am 01. Feb 2019 - 05:00 Uhr

Lk 4,21-30 - Es ist eine brisante, dramatische Situation. Was ist denn so ärgerlich für die Leute aus Nazareth, dass sie Jesus aus der Stadt hinaustreiben und den Abhang hinunterstürzen wollen?
Unmittelbar vor den Worten des heutigen Evangeliums hat Jesus sein Programm verkündet: Er hat eine prominente Stelle aus dem Buch Jesaja zitiert, sie auf sich selbst bezogen und sich somit als Messias bekannt. „Der Geist des Herrn ruht auf mir. Er hat mich gesandt und gesalbt, um zu …“. Und jetzt kommen einige „Um zu“: Um für Arme, für Gefangene, für Blinde, für Verschuldete, kurz gesagt für Menschen, die im Leben zu kurz gekommen sind, Befreiung, Heilung, sichtbare Veränderung zu schaffen.
Und dann kommt gleichsam der Gipfel. Jesus sagt auch noch: „Heute ist es so weit.“ Heute! Das ist der „Knackpunkt“, ein „Point of no return“, der die Geister scheidet. Die einen staunen über seine begnadeten Worte, die anderen finden seine Botschaft und die Deklaration seines Auftrags und seines Vorhabens skandalös.
Es kam nicht zum Hinunterstürzen, „nur“ zum Hinaustreiben. „Er schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.“
Jesus ist dieses Mal mit heiler Haut davongekommen, aber wir hören in den Evangelien nicht, dass er jemals wieder in seine Heimat zurückgegangen wäre. Eine brisante, dramatische, traurige Situation – wahrscheinlich auch für Jesus selbst.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


3. Sonntag im Jahreskreis – 26./27.01.2019

Eingereicht von markus am 25. Jan 2019 - 05:00 Uhr

Lk 1,1-4;4,14-21 - „In jener Zeit“, so fangen unsere Lesungen meistens an. Das steht nicht im biblischen Text, soll aber helfen, die meist aus dem Zusammenhang gerissenen biblischen Texte irgendwie einzuordnen.
„In jenen Tagen“ – also ganz lange her. Total inaktuell. Hört sich an wie eine Geschichtsstunde.
Jesus liest auch einen uralten Text. Aber er macht daraus eine aktuelle Botschaft: Hier und heute passiert das, was ich vorgelesen habe.
Heute werden Menschen in Freiheit gesetzt, hier haben die Blinden wieder Durchblick. Was wie ein Märchen aus längst vergangener Zeit, wie eine verlorene Hoffnung klingt, das ist jetzt Realität.
Und Jesus sagt das nicht nur, er sorgt dafür, dass es wahr wird. Sein ganzes Leben wird er dafür einsetzen, dass die Verheißungen Gottes keine leeren Versprechen bleiben.
Auch wir sollen die Heilige Schrift so hören und interpretieren: Hier und heute wird Gottes Reich erkennbar. Denn auch uns hat er gesandt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


2. Sonntag im Jahreskreis – 19./20.01.2019

Eingereicht von markus am 19. Jan 2019 - 13:20 Uhr

Joh, 2-11 Glaubt man dem österreichischen Liedermacher Wolfgang Ambros, dann ist „das Leben ein Heidenspaß. Für Christen ist das nichts.“
Der hoch theologische Evangelist Johannes zeichnet da ein anderes Bild von Jesus und seinem Wirken. Nachdem die ersten Jünger sich bei ihm eingefunden hatten, tut er sein erstes großes Werk. Keine Blindenheilung, kein politisches Statement, keine Aufforderung zu irgendeiner religiösen Leistung.
Bei Johannes sorgt Jesus als Erstes dafür, dass einer Hochzeitsgesellschaft der Wein nicht ausgeht. Ob der Gastgeber großzügig nicht geladene Gäste eingelassen hat oder die Gesellschaft zu viel getrunken hatte, spielt für ihn keine Rolle.
Man hört keine moralische Vorhaltung, dass es jetzt genug sei mit der Trinkerei. Im Gegenteil, zum Feiern gehört Wein, gehört die Ausgelassenheit, gehört die Freude.
Dass Jesus in seiner ersten „Amtshandlung“ dafür sorgt, dass der Wein nicht ausgeht, zeigt, dass auch für Christen ausgelassene Freude und Heiterkeit einen wichtigen Stellenwert haben.
Christen, die nicht ab und zu einen Heidenspaß haben können, haben Jesus nicht ganz verstanden.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Taufe des Herrn – 12./13.01.2019

Eingereicht von markus am 11. Jan 2019 - 05:00 Uhr

Lk 3,15-16.21-22 -Weil die allermeisten Menschen als Kleinkind getauft werden und sich nicht an ihre eigene Taufe erinnern können, ist es umso wichtiger und schöner, dass wir uns in jedem Jahr am ersten Sonntag nach dem Fest der Erscheinung des Herrn – wenn die Weihnachtszeit zu Ende gegangen ist – an die Taufe Jesu erinnern.
Wenn ein Mensch geboren wird, dann reden wir davon, dass er das Licht der Welt erblickt. Wir sagen nicht, er erblicke die Dunkelheit der Welt, selbst dann nicht, wenn er in größtem Elend geboren wird.
Reden wir uns da die Welt schön? Nein. Wir haben guten Grund, vom Licht der Welt zu reden. Weil das, was Gott von Jesus sagt: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe“, auch für uns gilt, für jeden Menschen.
Wir sind Gottes Kinder. Das bewahrt uns nicht automatisch vor Leid – Jesus ist am Kreuz gestorben – doch wir dürfen darauf vertrauen, dass wir nie aus seiner Hand fallen, und dass er auch uns – wie seinen Sohn – ins Licht der Auferstehung führen wird.
Uns als Sünder zu akzeptieren, weil Jesus mit uns solidarisch ist; uns die Gnade Gottes schenken zu lassen und zu vertrauen, dass wir ins Licht hinein geboren sind, das sagt uns die Taufe Jesu und unsere eigene Taufe. Daran können wir uns gar nicht oft genug erinnern.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Vierter Advent - Weihnachten - Silvester - Neujahr – 2018 / 2019

Eingereicht von markus am 22. Dez 2018 - 18:09 Uhr

Lk 1, 39-45 „In jenen Tagen" - so beginnt das Evangelium am 4. Advent, ein Signal für: „Damals, ganz genau so, so konkret war es".
Die schwangere Maria machte sich also auf und nimmt den Weg unter die Füße. Ganz wirklich und ganz greifbar - auch wenn die Begegnung der beiden Frauen ein wenig fremd anmutet. Eine (zu) junge Frau geht zu einer (zu) alten Frau; beide sind - noch nicht oder nicht mehr erwartet -schwanger geworden. Beide tragen neues Leben in sich.
Die eine den Letzten der großen Propheten, die andere den Messias selbst. Auch wenn die beiden Frauen das in dieser Tragweite vermutlich noch nicht wissen und schon gar nicht begriffen haben - das ist doch wahrlich eine aufregende Angelegenheit, so sehr, dass das Kind im Mutterschoß zu hüpfen beginnt!
Zwei konkrete Frauen, zwei wirkliche werdende Mütter mit leibhaftigen Kindern in ihrem Leib begegnen einander. Auch heute, auch in meinem oder unserem Leben will Gott - ob wir nun Männer oder Frauen sind, ob wir (zu) alt oder (zu) jung sind - zum Leben kommen. Er will in unserem Leben, in unserer Welt Fleisch und Blut werden. Das ist doch wahrlich aufregend!

Einen schönen Sonntag und eine gute Weihnachtszeit
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams



Dritter Adventssonntag – 15./16.12.2018

Eingereicht von markus am 14. Dez 2018 - 05:00 Uhr

Lk, 3,10-18 - Das Lukasevangelium erzählt uns davon, wie die Menschen zu Johannes am Jordan kommen und ihn fragen: „Was sollen wir tun?"
Und er antwortet: „Teilt von eurem Besitz mit denen, die nichts haben.“ Und die Zöllner fragen ihn: „Was sollen wir tun?", und Johannes antwortet ihnen, dass sie nicht mehr verlangen sollen, als ihnen zusteht. Und als Letztes kommen die Soldaten zu Johannes und fragen ihn auch: „Was sollen wir tun?“, und der Täufer gibt ihnen mit auf den Weg, dass sie niemanden misshandeln und erpressen sollen.
Das ist das Umkehrprogramm des Johannes. Das ist keine Überforderung, dafür muss ich kein Super-Christ, kein Heiliger sein.
Mich an die Gesetze halten, niemandem gegenüber gewalttätig sein und mit denen teilen, die weniger haben. Wobei das mit dem Teilen wohl das Schwierigste ist, das, was auch ein bisschen wehtun kann.
Vielleicht geht es so: Jeden Tag auf eine Kleinigkeit verzichten, ein wenig zurücklegen und am Ende des Advents zum Beispiel den kirchlichen Hilfswerken geben, die um eine Spende bitten. Wer macht mit?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter Adventssonntag – 08./09.12.2018

Eingereicht von markus am 09. Dez 2018 - 15:40 Uhr

Lk 3,1-6 - Weihnachten erwartet von uns Umkehr; wenigstens aber Einkehr, der dann zwangsläufig Umkehr folgen wird.
Lukas stellt fest, dass Johannes der Täufer zur Umkehr ruft. So kann es nicht weitergehen, weiß Johannes, und will das Unterste zuoberst kehren. Manche halten sich daran und räumen in der Adventszeit ein wenig in ihrer Seele auf. Wer braucht etwas von mir?, fragen sie sich. Wem bin ich etwas schuldig geblieben in den vergangenen Wochen oder Monaten? Wem habe ich wehgetan? Wer hofft auf mein Verzeihen?
Das kann man sich ja fragen in einer Zeit, in der man sich auf so Großes vorbereitet wie auf die Geburt des Herrn in unserer Welt; auf nichts weniger also als auf die Nähe Gottes. Alle Menschen werden das Heil sehen, sagt Johannes in der Wüste.
Und Johannes ist nicht irgendjemand. Er ist nicht nur verwandt mit Jesus, er nimmt auch kein Blatt vor den Mund. Richtig ernst wird er, wenn die einen sehr viel haben und andere sehr wenig. Oder, um es drastisch zu sagen: Wenn die einen ihren Besitz anhäufen und die anderen verhungern, zumindest an ihren Seelen.
Dann wird Johannes auch mal laut und wünscht sich, dass Gottes Gaben geteilt werden. Dass Gottes Gabe nicht auf Bankkonten verkümmert, sondern Gutes tut und weiterwirkt. Liebe gehört in die Welt, nicht in den Schrank. Dann ist Gott nahe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Adventssonntag – 01./02.12.2018

Eingereicht von markus am 30. Nov 2018 - 11:25 Uhr

Lukas 21,25-28.34-36 - Das sind ja nicht gerade verlockende Aussichten und trostreiche Worte, die uns da – ausgerechnet am 1. Adventssonntag – als Heilsbotschaft angeboten werden.
Jedes Jahr wieder ist man davon ein wenig irritiert und muss sich selber erst wieder vergewissern, was es denn mit diesen Weltuntergangsbildern auf sich hat.
Der eine „Verstehensanker“ ist, dass die Welt tatsächlich im Argen liegt. Das ist kein Kulturpessimismus mit der versteckten Aussage, dass früher doch alles besser war und heute alles nichts mehr wert ist. Nein, es gibt tatsächlich so viel Unfrieden, Millionen von Flüchtlingen, Ängste, Ratlosigkeit und Erschütterung – auch da, wo äußerlich alles in Ordnung zu sein scheint.
Insofern ist der Text auch eine Beschreibung des Lebensgefühls vieler, vieler Menschen heute. Der andere „Verstehensanker“ ist der Vers in der Mitte: „Richtet euch auf, und erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe.“ Wie gut, wie trostreich ist es doch, dass Erlösung nicht jenseits allen normalen Lebens stattfindet, sondern dass sie mitten in all dem beginnt, was uns umtreibt, was uns Sorgen macht, wo wir nicht wissen, wie es werden wird. Gott will uns als aufrechte, aufgerichtete Menschen – darauf vertrauend, dass mit seiner Menschwerdung einmal alles gut wird. Das ist Erlösung, und das ist Advent.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Christkönigssonntag – 24./25.11.2018

Eingereicht von markus am 23. Nov 2018 - 16:07 Uhr

Johannes 18,33b-37 - Mit der Wahrheit ist das so eine Sache. Im Namen der wahren Religion wurde Jesus dem Kreuz ausgeliefert, wurden Kreuzzüge geführt und „Ungläubige“ ermordet.
Mit der angeblichen Wahrheit werden noch heute Diktaturen und Terror legitimiert. Nicht nur in der Ukraine oder in Israel versuchen beide Seiten mit allen Mitteln, der Welt ihre Sicht der Dinge als Wahrheit zu verkaufen und die anderen als Lügner darzustellen.
Wie soll man Wahrheit von Lüge unterscheiden? Folgt man dem Evangelium, ergeben sich zwei Spuren. Wahrheit lässt sich niemals mit Gewalt durchsetzen. Für die Wahrheit lässt sich nur Zeugnis ablegen. Wo jemand bereit ist, für das, was er als richtig erkannt hat, gewaltlos einzustehen, notfalls mit seinem Leben, kann man hoffen, der Wahrheit zu begegnen.
Und zum Zweiten: Wer die Wahrheit erkennen will, muss selbst ein Kind der Wahrheit sein. Wahrheit lässt sich nicht besitzen. Wahrheit ist mit den Kategorien unserer Welt nicht zu fassen. Wer bereit ist, seine subjektive Wahrheit immer wieder zu hinterfragen, weil er weiß, dass seine eigene Meinung eben nicht die Wahrheit ist, der ist auf einem guten Weg, die Wahrheit zu finden.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


33. Sonntag im Jahreskreis – 17./18.11.2018

Eingereicht von markus am 16. Nov 2018 - 09:01 Uhr

Markus 13,24-32 - Jesus wird wiederkommen; das ist die Botschaft dieses Tages. Jesus stellt sich selber auch vor, wie es sein wird, wenn er wiederkommt als „der Menschensohn“, der er war und immer ist. Schön ist es nicht, was Jesus sich vorstellt – als ginge die Welt unter und nicht neu auf. Aber wer weiß, ob Gott es wirklich so einrichten wird und nicht vielleicht doch ganz anders. Jenen Tag und jene Stunde, das sagt Jesus ja auch noch, kennt nur der Vater. Noch nicht einmal der Sohn kennt das alles.
Muss er auch nicht und müssen wir nicht. Die Botschaft ist nur: Jesus wird wiederkommen. Wie er wiederkommen wird, entzieht sich unserer Kenntnis; was Spekulationen möglich macht, aber sinnlos sein lässt. Das Ende der Welt und der Aufgang von Gottes anderer Welt ist Botschaft genug. Sie ist Mahnung und Trost zugleich. Die Mahnung heißt: Vergesst das nicht bei allem Tun und Lassen; es wird noch eine Bewertung geben. Der Trost ist der gleiche: Es wird Gottes Bewertung des Lebens geben auch für die, die unter Wert leben mussten, wie sie meinen. Gott behält sich ein Urteil über alles vor. Ohne dies wären Glauben und Leben ohne Sinn. Wert hat nur, was ein Ende hat; und eine Bewertung. Der die Welt ins Leben rief, wird sie auch beenden. Und seine Welt in Kraft setzen. Den Himmel auf Erden also. Die Liebe ohne Ende.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


32. Sonntag im Jahreskreis – 10./11.11.2018

Eingereicht von markus am 08. Nov 2018 - 19:12 Uhr

Markus 12,38-44 - Wenn Jesus aufs Geld zu sprechen kommt, wird es schwierig. Er setzt nicht nur die uns bekannten Gesetzmäßigkeiten und Regeln außer Kraft, sondern agiert geradezu unvernünftig. Er lobt allen Ernstes die arme Witwe, die alles spendet, was sie hat, ihren ganzen Lebensunterhalt. Und die dadurch zur Empfängerin dessen wird, was die Reichen freigebig und reichhaltig geben und dafür von Jesus auch noch getadelt werden.
Ja, wenn Jesus aufs Geld zu sprechen kommt, wird es schwierig. Und wenn es bei Jesus schwierig wird, dann heißt es nachdenken und nicht vorschnell abwiegeln. Denn dass das Evangelium uns unangenehm ist, das liegt auf der Hand. Und dass uns die Geschichte unangenehm ist, dass sie uns provoziert, ist ein erster guter Schritt. Denn dann gestehe ich mir ein, dass die Geschichte von der armen Witwe durchaus etwas mit mir zu tun hat, dass sie eine Anfrage an mich und meinen Umgang mit dem Geld ist. Aber vielleicht geht es Jesus in dieser Geschichte auch gar nicht so sehr ums Geld. Nicht darum, etwas oder auch viel Geld zu geben, sondern sich selbst zu geben. Vielleicht geht es Jesus, wenn er übers Geld redet, nicht immer nur ums Geld. Sich selbst und ganz zu geben, das kann sehr viele Formen haben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


31. Sonntag im Jahreskreis – 03./04.11.2018

Eingereicht von markus am 02. Nov 2018 - 00:04 Uhr

Am letzten Donnerstag haben wir das Hochfest Allerheiligen gefeiert und wieder einmal die Seligpreisungen gehört. Wer wird selig (Mt 5,1-12)?
Alle die, die Gottes Willen tun, möglichst mit reinem Herzen. Alle werden selig, die Traurige trösten, Hungernde speisen und Gerechtigkeit walten lassen gegenüber jedermann. Und zwar nicht ihre eigene Gerechtigkeit und das, was sie dafür halten. Sondern Gottes Gerechtigkeit.
Und die heißt, mit einem kurzen Satz gesagt: Im Zweifel für die Leidenden. Im Zweifel immer für die, die das größere Leid tragen. Innerlich oder äußerlich. In diesem kurzen Satz über Gottes Gerechtigkeit liegt die große Hürde für die Seligkeit.
Im Zweifel für mich selber – der Satz ist viel beliebter und oft auch schneller zu verstehen. Das ist nicht immer böse gemeint, sondern entspricht einem verbreiteten Zeitgeist.
Im Zweifel für mich. Wer diese Hürde überspringen kann oder doch wenigstens mühsam überklettern kann, die werden selig. Und erfahren das Geheimnis des Reiches Gottes am eigenen Leib und an der eigenen Seele: Alles, was ich im Namen Gottes gebe, erhalte ich zurück.
Nicht immer in der Form, in der ich es mir wünsche oder plane. Nicht immer in klingender Münze. Aber immer in Form der Seligkeit, also eines vor Gott reinen Gewissens. Und das ist viel wert.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


30. Sonntag im Jahreskreis – 27./28.10.2018

Eingereicht von markus am 26. Okt 2018 - 18:12 Uhr

Markus 10,46-52 – Was ist das für eine Aufregung am Rande der schönen Stadt Jericho? Jericho war nicht gerade die „heilige Stadt“, wie Jerusalem, sondern Jericho war eine „weltliche“ Stadt, eine alte, stolze, reiche Stadt am Schnitt von antiken Handelswegen.
Die „Palmenstadt“ wurde sie genannt, und noch heute ist sie von Weitem als großer grüner Fleck in der Wüste erkennbar. Ein markanter Ort. Was ist das also für eine Aufregung, gerade als Jesus beim Verlassen dieser Stadt ist?
Ein Bettler – wie viele andere auch – sitzt am Stadttor; dort, wo es eng ist; dort, wo sich viele Leute durchzwängen müssen. Es ist die Aufregung um einen blinden Mann, der erkennt und bekennt, dass es Jesus ist, der da vorbeikommt. Ein Mann, der stört, und den man daher zu verscheuchen und mundtot zu machen versucht. Bis ihn Jesus hört.
Papst Franziskus spricht viel von den Rändern und von den Menschen am Rand. Es scheint, dass Menschen, die nicht im Zentrum des Beteiligtseins stehen, einen besonderen Sinn für das haben, was sie brauchen, was sie zutiefst ersehnen, nämlich sehend sein, heil werden und dazuzugehören.
Was ist das für eine Aufregung? Es ist die Aufregung eines, der Gott mit ganzer Kraft und lauter Stimme sucht, der alles von Gott erwartet.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


29. Sonntag im Jahreskreis – 20./21.10.2018

Eingereicht von markus am 18. Okt 2018 - 22:07 Uhr

Markus 10,35-45
- Wieder so ein Wort, das bei vielen unbeliebt geworden ist: Dienen. Zwar sprechen fast alle von unserer Dienstleistungsgesellschaft, aber selber dienen möchten die wenigsten.
Dienen hat so einen sklavischen Klang, den viele ab-lehnen. Also sagen sie lieber „Service“, als mache der Klang etwas besser. Tut er nicht. Nein, es geht wirklich ums Dienen und die damit verbundene, ständig zu hörende Frage: Was kann ich für Sie tun?
Ich muss nicht unentwegt um andere herumlaufen und nach ihren Wünschen fragen. Ich kann aber die Empfindungen anderer in mein Leben aufnehmen. Je mehr ich das tue, desto mehr werden sich meine eigenen Empfindungen dem Leben gegenüber klären.
Wer zum Beispiel wahrnimmt, wie wenig viele zum Leben haben, wer das wirklich wahrnimmt und zutiefst empfindet, wird sich selbst gegenüber genügsamer. Man muss nicht auf Thronen direkt neben dem lieben Gott sitzen, es genügt schon, sich von Gott geliebt zu wissen.
Gerade das lernt man beim ungeliebten Dienen, viel-leicht nur dort. Kein Dienst bleibt von Gott unbelohnt. Jeder Dienst, den ich anderen erweise – manchmal schweren Herzens und ohne rechte Lust dazu – kommt als eine Freude am eigenen Leben zu mir zurück.
In einer anderen Zeit, in ganz anderer Währung – aber es kommt zurück. So ist Gott. So ist sein Reich, diese einzigartige Welt mitten in dieser Welt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


28. Sonntag im Jahreskreis – 13./14.10.2018

Eingereicht von markus am 12. Okt 2018 - 10:05 Uhr

Markus 10,17-30 - Ein schwieriges Evangelium, wenn wir richtig hinhören und uns erschrecken lassen, ohne gleich zu denken: „Ach, ich bin nicht gemeint ...“
So vieles machen wir richtig: Gehen zur Kirche, beten regelmäßig, engagieren uns für die, die uns brauchen – und doch: Es reicht nicht. Denn so radikal, wie Jesus es fordert, handeln wir nicht.
Mich tröstet, dass in diesem kleinen Abschnitt dreimal erzählt wird: „Jesus sah ihn an“ oder: „Er sah die Jünger an.“ Jesus stellt keine starren Normen auf und verliert dabei den Blick auf die Realität.
Er sieht seine Leute an, er liebt sie und weil das so ist, traut er ihnen Großes zu. Und wo die nicht weiterkönnen, greift Gott ein. So ist das Gespräch Jesu mit dem reichen jungen Mann eben doch auch heute wieder: Frohe Botschaft.
Es geht bei Jesu Aufforderung, alles Alte hinter sich zu lassen, darum, die Erfahrung der Nähe und Fürsorge Gottes zu machen. Dass man alles aus den Händen Gottes erhält.
Woran klammere ich mich noch, um nicht restlos in das "Solo Dios basta" (="Gott allein genügt") zu stürzen?
Mich in der Freiheit und in der Unabhängigkeit von irdischen Sicherheiten geborgen zu wissen – dort will Jesus uns hinführen. Er will uns nicht schwach und abhängig, sondern stark und frei.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


26./27. Sonntag im Jahreskreis – 29./30.09. und 06./07.10.2018

Eingereicht von markus am 27. Sep 2018 - 14:43 Uhr

Markus 9,38-43.45.47-48 - Der Gottessohn und seine schärfsten Worte: Böse zu sein bedeutet, gegen Gott zu sein.
Hier darf niemand die Worte Jesu entschärfen. Jesus ist mehr als der liebe Jesus, der freundliche, segnende Jesus, der heilende und versöhnende Jesus. Jesus ist auch der, der eindeutig sagt: Böse zu sein bedeutet, gegen Gott zu sein. Es gibt Verhalten, das Gott sich nicht gefallen lässt.
Und zwar sofort lässt er sich das nicht gefallen, auch wenn ich meine, es gehe doch irgendwie alles gut. Bei Gott geht es nicht gut, was auf Erden gut zu gehen scheint.
Wer den Kleinsten Böses tut, wochenlang, jahrelang, mag auf Erden unentdeckt bleiben. Bei Gott bleibt er es nicht. Wer anderen Menschen mit Verachtung oder Geringschätzung begegnet, mag sich auf Erden eine Lust daraus machen. Für Gott ist das nie lustig.
Wer von Gewalt und Ungerechtigkeit lebt und sich dabei die Hände reibt, während sich das Geld auf seinen Konten sammelt, mag in Saus und Braus leben. Gott merkt es sich. Die Erde ist nicht alles. Das Leben ist nicht alles. Da wird noch etwas sein. Es wird noch ein Gericht sein, wo meine Taten gewogen werden. Und wo ich erkenne: Ich liebte mich, wo ich andere hätte lieben sollen. Gericht ist die Erkenntnis versäumter Liebe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

Die Herbstferienausgabe gilt für die Wochenenden 29./30.09. und 06./07.10.2018
Der Nächste Sonntagsbrief erscheint am 13. Oktober 2018


25. Sonntag im Jahreskreis – 22./23.09.2018

Eingereicht von markus am 21. Sep 2018 - 05:30 Uhr

Markus 9,30-37 - Der Letzte zu sein, der Diener aller, das ist keine passive Demutsgeste, sondern der Schritt in die Verantwortung für andere. Das macht Jesus mit dem Beispiel des Kindes deutlich.
Was kann es für eine größere Verantwortung geben, als ein Kind aufzunehmen und sich um dieses Kind zu kümmern? Das ist eine das ganze Leben beeinflussende, prägende Aufgabe. Wer einen solchen Schritt wagt – sei es durch eigene Elternschaft oder durch Adoption – weiß, dass das Leben danach nicht mehr so ist wie vorher.
Und es gibt auch ganz andere Aufgaben, Dienste, die ich übernehmen kann, und die mein Leben grundsätzlich verändern; auf den Kopf stellen, so dass der Letzte von allen und der Diener aller der Erste, der Größte ist.
Das heißt zu glauben: Eine ganz andere Perspektive einzunehmen, das Geringe hoch zu schätzen, zuerst den anderen zu sehen, der meine Hilfe braucht. Auch einen anderen Blick auf sich selbst zu werfen, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.
Das kann sehr schwer sein, doch wie befreiend und entlastend ist es, wenn es gelingt. Es ist nicht meine Sache, an mich zu denken; es ist meine Aufgabe über Gott nachzudenken; es ist Gottes Sache an mich zu denken.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


24. Sonntag im Jahreskreis – 15./16.09.2018

Eingereicht von markus am 14. Sep 2018 - 14:54 Uhr

Markus 8,27-35
- Für wen hältst du mich eigentlich? Wenn uns so ein Satz entgegengeschleudert wird, wissen wir: Da war eine Erwartung falsch, eine Hoffnung trügerisch, eine Idee nicht umsetzbar. Da heißt es, ganz schnell versöhnliche Töne anzuschlagen, um ein zorniges Gegenüber zu besänftigen.
Jesus hat so natürlich nicht gefragt. Aber wieso fragt er denn eigentlich? Ist das so wichtig, was die anderen von ihm denken?
Offenbar nicht – entscheidend ist, was die Jünger denken. Denn das ist genauso falsch wie die Vorstellung, die sich „die Menschen“ machen. Die Hoffnung des Petrus auf einen kämpferischen Messias und die grausame Realität, die Jesus ankündigt – das muss Ärger geben.
Jesus ist der Anti-Held, und er ist es für viele Menschen heute noch. Ein Opfer, ein schwacher Typ, eine weinerliche Gestalt, über die man sich lustig machen kann, ohne etwas zu riskieren.
So behutsam wie ein Liebender, so hilflos wie ein gewaltloser Kämpfer, so unauffällig wie ein stiller Beter – so ist der Menschensohn. Das ist das, was Gott von ihm will. Und Jesus macht mit. Nur so rettet man die Welt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


23. Sonntag im Jahreskreis – 08./09.09.2018

Eingereicht von markus am 09. Sep 2018 - 19:38 Uhr

Markus 7,31-37 - „Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht.“ – Hat Gott wirklich alles gut gemacht?
Wenn ich diese unsere unruhige und umgetriebene Welt in den Blick nehme – kann ich glauben, dass Gott alles gut gemacht hat? Wenn ich auf das schaue, was mir und meinen Lieben im Lauf des Lebens nicht nur an Schönem, sondern auch an Schwerem widerfahren ist – hat Gott da wirklich alles gut gemacht?
Es ist wahrlich eine spannende, eine herausfordernde und zugleich eine einladende Frage. Sie ist keineswegs eindeutig und leicht, schnell und „fromm“ zu beantworten. Angesichts von Leid und Friedlosigkeit hat sie Menschen, auch glaubende Menschen, immer beschäftigt.
Dieses Staunen der Menschen um Jesus lädt mich ein – trotz allem und mit allem, mein Vertrauen auf Gott zu setzen. „Er hat alles gut gemacht.“ Das ist in gewisser Weise wie ein Segen, der mir und meinem Leben zugesagt ist: „Alles wird gut.“
In dieser Spannung zwischen dem, was „schon gemacht“ ist und was eines Tages werden wird, leben wir. In allen Bewegungen (und manchmal auch in allen Mühsamkeiten) des Lebens darf ich darauf vertrauen, dass Gott das gute Leben will und dass er es mir eines Tages in reichem Maß und endgültig schenken will und wird. Und darüber kann ich wirklich dankbar staunen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


2. Sonntag im Jahreskreis – 01./02.09.2018

Eingereicht von markus am 31. Aug 2018 - 05:00 Uhr

Markus 7,1-8.14-15.21-23
Jesus und die Pharisäer, das ist eine unendliche Geschichte. Jesus ist durchaus am Kontakt mit den Pharisäern interessiert, sonst würden wir nicht so oft von Begegnungen mit ihnen lesen können.
Die Pharisäer sind keineswegs unengagierte, hinterhältige, ja sogar feindselige Leute gewesen. Nein, im Gegenteil, der Glaube war ihnen wichtig, und sie haben mit großem Interesse auf diesen Wanderrabbi Jesus geschaut, von dem eine große Anziehungskraft, eine Freiheit, eine Verheißung ausging.
Die Pharisäer haben Gott so ernst genommen, dass sie versucht haben, sich kräftig anzustrengen und das ganze Leben danach auszurichten. Sie haben ihr Leben, ihren Alltag, ihre religiösen Gewohnheiten – einfach alles in Gebote und Verbote gekleidet, die ihnen helfen sollten, ihren Glauben zu leben.
Und genau das war das Problem: Für die Pharisäer war es skandalös, wie sich Jesus über Reinheits- und Sabbat- und sonstige Gebote hinwegsetzte.
Für Jesus war es traurig (und vermutlich auch ärgerlich), dass die Pharisäer zu klein von Gott dachten, dass sie gefangen blieben in dem, was sie meinten, genauestens befolgt zu haben.
Mein Glaube braucht gute Regeln, Gewohnheiten, manchmal auch „Gesetze“ und Anstrengungen. Aber Gott ist immer noch der Größere, der Freiere; der, der alles schenkt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


21. Sonntag im Jahreskreis – 25./26.08.2018

Eingereicht von markus am 25. Aug 2018 - 09:16 Uhr

Johannes 6,60-69 -
Diese Worte gehören zum Schönsten und Traurigsten, was die Heilige Schrift erzählt. Schönheit ist ja immer umweht von etwas Traurigkeit, weil wir in aller Schön-heit sogleich das Vergängliche sehen. Und hier kommt, nur von Johannes erzählt, in wenigen Worten all das zur Sprache, festgehalten für die Ewigkeit.
Da hören wir zunächst, wie anstößig Jesus ist. Man ärgert sich über ihn oder versteht ihn nicht. Einige Jünger verlassen ihn. Das macht Jesus traurig, wie jeden Menschen. Keiner wird gerne verlassen, nachdem er gerade die Welt erklärt hat; richtig und wahr erklärt hat. Mitten aus seiner Trauer heraus fragt Jesus dann Petrus, ob er auch weggehen wolle.
Jesus ist auf alles gefasst. Und hört dann die Worte des Petrus aus der Tiefe seiner Seele. Hier, einmal, ist Petrus wirklich da angekommen, wo er eigentlich nicht hin möchte. Petrus will eher ins Licht, in den Glanz, auf die Spitze der Welt. In diesem Moment aber weiß er, was sich gehört. Und sagt direkt in Jesu Herz: Nein, wir gehen nicht. Du hast Worte des ewigen Lebens.
Das ist so schön, dass es nur wahr sein kann. Auch wenn Petrus bald schon wieder vergisst, was er hier sagt, oder sich fürchtet vor dem, was das bedeutet, bleiben seine Worte wahr. Ewig wahr. Seine Seele hat viel früher als er selbst verstanden, was Jesus bald ausspricht: Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


20. Sonntag im Jahreskreis – 18./19.08.2018

Eingereicht von markus am 17. Aug 2018 - 04:00 Uhr

Johannes 6,51-58
Jesus wird zum Brot des Lebens, weil er sich hingibt. An das Leben. An den Vater. An seine Freunde.
An uns alle. Das, was uns wirklich nachhaltig nährt, ist Hingabe. An das Leben. An den gegenwärtigen Moment. An den jetzigen Augenblick. An den Menschen, der jetzt gerade mir zum Nächsten wird.
An die Liebe.

Wir mögen uns Ziele setzen und sie erreichen. Es ist in Ordnung. Aber wenn wir sie erreicht haben, dauert es nicht mehr lange, bis sie uns nicht mehr zufriedenstellen. Sie verblassen wieder. Wenn wir uns hingeben, uns verschwenden an das, was jetzt gefragt ist, das was jetzt wesentlich ist, dann leben wir in einer anderen Welt. Dann sind wir ganz präsent. Hier und Jetzt. Wie ein Kind, das nichts anderes mehr kennt und sich ganz an sein
gegenwärtiges Tun hingibt. In diesem Moment sind wir unsterblich. Hingabe geht nicht mit dem Verstand. Unser unsteter Verstand will uns ständig mit der Vergangenheit oder Zukunft beschäftigen. Was wäre; was könnte; was sollten wir noch. Aber das nährt uns nicht. Im Gegenteil. Es kostet enorme Energie.

Hingabe an das Leben, jetzt in diesem Moment ganz gegenwärtig sein, das ist lebendiges Brot.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


19. Sonntag im Jahreskreis – 11./12.08.2018

Eingereicht von markus am 09. Aug 2018 - 09:11 Uhr

Johannes 6,41-51
Der hat was, dieser Jesus. Kluge Worte, treffende Beispiele, starke Zeichen, die nicht einfach nur symbolisch sind, sondern satt und zufrieden machen – ein Star, der die Hallen füllt. Natürlich gibt’s auch Nörgler und solche, die nie genug kriegen können, aber insgesamt: Einer, der zieht.
Und anstatt sich darin zu sonnen, sagt Jesus schon wieder mal: Halt! Ich bin nicht der Superstar, als den ihr mich verehrt. Der Vater ist es, der euch anzieht: Der ganz andere, der Geheimnisvolle; der, der wirklich satt und zufrieden macht.
Die schnelle Antwort, die flüchtige Begeisterung – die macht nicht satt. Glücklich und zufrieden macht das Geborgen-Sein bei Gott, das Vertrauen auf ihn und sein Lebensversprechen.
Ihr müsst nicht weiterziehen zu einem Guru, der noch mehr Leute satt macht, der noch coolere Geschichten erzählt, der den besseren Kick verspricht. Alles, was ihr wirklich braucht, ist ein kleines Stück Brot. Und das sollen wir glauben? Das sollen wir glauben.
Wir essen und teilen miteinander das Fleisch Jesu, wir empfangen und essen das „lebendige" Brot, das uns immer wieder neu Leben einhauchen will - Leben für uns, Leben für alle. Dieses gemeinsame Mahl sollte nicht nur Erstkommunionkinder erregen, sondern auch uns „eingefleischte" Christen im Innersten treffen und verwandeln, unruhig und tatendurstig machen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

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