Newsbeiträge » Sonntagswort

Dritter Adventssonntag – 15./16.12.2018

Eingereicht von markus am 14. Dez 2018 - 05:00 Uhr

Lk, 3,10-18 - Das Lukasevangelium erzählt uns davon, wie die Menschen zu Johannes am Jordan kommen und ihn fragen: „Was sollen wir tun?"
Und er antwortet: „Teilt von eurem Besitz mit denen, die nichts haben.“ Und die Zöllner fragen ihn: „Was sollen wir tun?", und Johannes antwortet ihnen, dass sie nicht mehr verlangen sollen, als ihnen zusteht. Und als Letztes kommen die Soldaten zu Johannes und fragen ihn auch: „Was sollen wir tun?“, und der Täufer gibt ihnen mit auf den Weg, dass sie niemanden misshandeln und erpressen sollen.
Das ist das Umkehrprogramm des Johannes. Das ist keine Überforderung, dafür muss ich kein Super-Christ, kein Heiliger sein.
Mich an die Gesetze halten, niemandem gegenüber gewalttätig sein und mit denen teilen, die weniger haben. Wobei das mit dem Teilen wohl das Schwierigste ist, das, was auch ein bisschen wehtun kann.
Vielleicht geht es so: Jeden Tag auf eine Kleinigkeit verzichten, ein wenig zurücklegen und am Ende des Advents zum Beispiel den kirchlichen Hilfswerken geben, die um eine Spende bitten. Wer macht mit?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter Adventssonntag – 08./09.12.2018

Eingereicht von markus am 09. Dez 2018 - 15:40 Uhr

Lk 3,1-6 - Weihnachten erwartet von uns Umkehr; wenigstens aber Einkehr, der dann zwangsläufig Umkehr folgen wird.
Lukas stellt fest, dass Johannes der Täufer zur Umkehr ruft. So kann es nicht weitergehen, weiß Johannes, und will das Unterste zuoberst kehren. Manche halten sich daran und räumen in der Adventszeit ein wenig in ihrer Seele auf. Wer braucht etwas von mir?, fragen sie sich. Wem bin ich etwas schuldig geblieben in den vergangenen Wochen oder Monaten? Wem habe ich wehgetan? Wer hofft auf mein Verzeihen?
Das kann man sich ja fragen in einer Zeit, in der man sich auf so Großes vorbereitet wie auf die Geburt des Herrn in unserer Welt; auf nichts weniger also als auf die Nähe Gottes. Alle Menschen werden das Heil sehen, sagt Johannes in der Wüste.
Und Johannes ist nicht irgendjemand. Er ist nicht nur verwandt mit Jesus, er nimmt auch kein Blatt vor den Mund. Richtig ernst wird er, wenn die einen sehr viel haben und andere sehr wenig. Oder, um es drastisch zu sagen: Wenn die einen ihren Besitz anhäufen und die anderen verhungern, zumindest an ihren Seelen.
Dann wird Johannes auch mal laut und wünscht sich, dass Gottes Gaben geteilt werden. Dass Gottes Gabe nicht auf Bankkonten verkümmert, sondern Gutes tut und weiterwirkt. Liebe gehört in die Welt, nicht in den Schrank. Dann ist Gott nahe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Adventssonntag – 01./02.12.2018

Eingereicht von markus am 30. Nov 2018 - 11:25 Uhr

Lukas 21,25-28.34-36 - Das sind ja nicht gerade verlockende Aussichten und trostreiche Worte, die uns da – ausgerechnet am 1. Adventssonntag – als Heilsbotschaft angeboten werden.
Jedes Jahr wieder ist man davon ein wenig irritiert und muss sich selber erst wieder vergewissern, was es denn mit diesen Weltuntergangsbildern auf sich hat.
Der eine „Verstehensanker“ ist, dass die Welt tatsächlich im Argen liegt. Das ist kein Kulturpessimismus mit der versteckten Aussage, dass früher doch alles besser war und heute alles nichts mehr wert ist. Nein, es gibt tatsächlich so viel Unfrieden, Millionen von Flüchtlingen, Ängste, Ratlosigkeit und Erschütterung – auch da, wo äußerlich alles in Ordnung zu sein scheint.
Insofern ist der Text auch eine Beschreibung des Lebensgefühls vieler, vieler Menschen heute. Der andere „Verstehensanker“ ist der Vers in der Mitte: „Richtet euch auf, und erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe.“ Wie gut, wie trostreich ist es doch, dass Erlösung nicht jenseits allen normalen Lebens stattfindet, sondern dass sie mitten in all dem beginnt, was uns umtreibt, was uns Sorgen macht, wo wir nicht wissen, wie es werden wird. Gott will uns als aufrechte, aufgerichtete Menschen – darauf vertrauend, dass mit seiner Menschwerdung einmal alles gut wird. Das ist Erlösung, und das ist Advent.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Christkönigssonntag – 24./25.11.2018

Eingereicht von markus am 23. Nov 2018 - 16:07 Uhr

Johannes 18,33b-37 - Mit der Wahrheit ist das so eine Sache. Im Namen der wahren Religion wurde Jesus dem Kreuz ausgeliefert, wurden Kreuzzüge geführt und „Ungläubige“ ermordet.
Mit der angeblichen Wahrheit werden noch heute Diktaturen und Terror legitimiert. Nicht nur in der Ukraine oder in Israel versuchen beide Seiten mit allen Mitteln, der Welt ihre Sicht der Dinge als Wahrheit zu verkaufen und die anderen als Lügner darzustellen.
Wie soll man Wahrheit von Lüge unterscheiden? Folgt man dem Evangelium, ergeben sich zwei Spuren. Wahrheit lässt sich niemals mit Gewalt durchsetzen. Für die Wahrheit lässt sich nur Zeugnis ablegen. Wo jemand bereit ist, für das, was er als richtig erkannt hat, gewaltlos einzustehen, notfalls mit seinem Leben, kann man hoffen, der Wahrheit zu begegnen.
Und zum Zweiten: Wer die Wahrheit erkennen will, muss selbst ein Kind der Wahrheit sein. Wahrheit lässt sich nicht besitzen. Wahrheit ist mit den Kategorien unserer Welt nicht zu fassen. Wer bereit ist, seine subjektive Wahrheit immer wieder zu hinterfragen, weil er weiß, dass seine eigene Meinung eben nicht die Wahrheit ist, der ist auf einem guten Weg, die Wahrheit zu finden.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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33. Sonntag im Jahreskreis – 17./18.11.2018

Eingereicht von markus am 16. Nov 2018 - 09:01 Uhr

Markus 13,24-32 - Jesus wird wiederkommen; das ist die Botschaft dieses Tages. Jesus stellt sich selber auch vor, wie es sein wird, wenn er wiederkommt als „der Menschensohn“, der er war und immer ist. Schön ist es nicht, was Jesus sich vorstellt – als ginge die Welt unter und nicht neu auf. Aber wer weiß, ob Gott es wirklich so einrichten wird und nicht vielleicht doch ganz anders. Jenen Tag und jene Stunde, das sagt Jesus ja auch noch, kennt nur der Vater. Noch nicht einmal der Sohn kennt das alles.
Muss er auch nicht und müssen wir nicht. Die Botschaft ist nur: Jesus wird wiederkommen. Wie er wiederkommen wird, entzieht sich unserer Kenntnis; was Spekulationen möglich macht, aber sinnlos sein lässt. Das Ende der Welt und der Aufgang von Gottes anderer Welt ist Botschaft genug. Sie ist Mahnung und Trost zugleich. Die Mahnung heißt: Vergesst das nicht bei allem Tun und Lassen; es wird noch eine Bewertung geben. Der Trost ist der gleiche: Es wird Gottes Bewertung des Lebens geben auch für die, die unter Wert leben mussten, wie sie meinen. Gott behält sich ein Urteil über alles vor. Ohne dies wären Glauben und Leben ohne Sinn. Wert hat nur, was ein Ende hat; und eine Bewertung. Der die Welt ins Leben rief, wird sie auch beenden. Und seine Welt in Kraft setzen. Den Himmel auf Erden also. Die Liebe ohne Ende.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


32. Sonntag im Jahreskreis – 10./11.11.2018

Eingereicht von markus am 08. Nov 2018 - 19:12 Uhr

Markus 12,38-44 - Wenn Jesus aufs Geld zu sprechen kommt, wird es schwierig. Er setzt nicht nur die uns bekannten Gesetzmäßigkeiten und Regeln außer Kraft, sondern agiert geradezu unvernünftig. Er lobt allen Ernstes die arme Witwe, die alles spendet, was sie hat, ihren ganzen Lebensunterhalt. Und die dadurch zur Empfängerin dessen wird, was die Reichen freigebig und reichhaltig geben und dafür von Jesus auch noch getadelt werden.
Ja, wenn Jesus aufs Geld zu sprechen kommt, wird es schwierig. Und wenn es bei Jesus schwierig wird, dann heißt es nachdenken und nicht vorschnell abwiegeln. Denn dass das Evangelium uns unangenehm ist, das liegt auf der Hand. Und dass uns die Geschichte unangenehm ist, dass sie uns provoziert, ist ein erster guter Schritt. Denn dann gestehe ich mir ein, dass die Geschichte von der armen Witwe durchaus etwas mit mir zu tun hat, dass sie eine Anfrage an mich und meinen Umgang mit dem Geld ist. Aber vielleicht geht es Jesus in dieser Geschichte auch gar nicht so sehr ums Geld. Nicht darum, etwas oder auch viel Geld zu geben, sondern sich selbst zu geben. Vielleicht geht es Jesus, wenn er übers Geld redet, nicht immer nur ums Geld. Sich selbst und ganz zu geben, das kann sehr viele Formen haben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


31. Sonntag im Jahreskreis – 03./04.11.2018

Eingereicht von markus am 02. Nov 2018 - 00:04 Uhr

Am letzten Donnerstag haben wir das Hochfest Allerheiligen gefeiert und wieder einmal die Seligpreisungen gehört. Wer wird selig (Mt 5,1-12)?
Alle die, die Gottes Willen tun, möglichst mit reinem Herzen. Alle werden selig, die Traurige trösten, Hungernde speisen und Gerechtigkeit walten lassen gegenüber jedermann. Und zwar nicht ihre eigene Gerechtigkeit und das, was sie dafür halten. Sondern Gottes Gerechtigkeit.
Und die heißt, mit einem kurzen Satz gesagt: Im Zweifel für die Leidenden. Im Zweifel immer für die, die das größere Leid tragen. Innerlich oder äußerlich. In diesem kurzen Satz über Gottes Gerechtigkeit liegt die große Hürde für die Seligkeit.
Im Zweifel für mich selber – der Satz ist viel beliebter und oft auch schneller zu verstehen. Das ist nicht immer böse gemeint, sondern entspricht einem verbreiteten Zeitgeist.
Im Zweifel für mich. Wer diese Hürde überspringen kann oder doch wenigstens mühsam überklettern kann, die werden selig. Und erfahren das Geheimnis des Reiches Gottes am eigenen Leib und an der eigenen Seele: Alles, was ich im Namen Gottes gebe, erhalte ich zurück.
Nicht immer in der Form, in der ich es mir wünsche oder plane. Nicht immer in klingender Münze. Aber immer in Form der Seligkeit, also eines vor Gott reinen Gewissens. Und das ist viel wert.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


30. Sonntag im Jahreskreis – 27./28.10.2018

Eingereicht von markus am 26. Okt 2018 - 18:12 Uhr

Markus 10,46-52 – Was ist das für eine Aufregung am Rande der schönen Stadt Jericho? Jericho war nicht gerade die „heilige Stadt“, wie Jerusalem, sondern Jericho war eine „weltliche“ Stadt, eine alte, stolze, reiche Stadt am Schnitt von antiken Handelswegen.
Die „Palmenstadt“ wurde sie genannt, und noch heute ist sie von Weitem als großer grüner Fleck in der Wüste erkennbar. Ein markanter Ort. Was ist das also für eine Aufregung, gerade als Jesus beim Verlassen dieser Stadt ist?
Ein Bettler – wie viele andere auch – sitzt am Stadttor; dort, wo es eng ist; dort, wo sich viele Leute durchzwängen müssen. Es ist die Aufregung um einen blinden Mann, der erkennt und bekennt, dass es Jesus ist, der da vorbeikommt. Ein Mann, der stört, und den man daher zu verscheuchen und mundtot zu machen versucht. Bis ihn Jesus hört.
Papst Franziskus spricht viel von den Rändern und von den Menschen am Rand. Es scheint, dass Menschen, die nicht im Zentrum des Beteiligtseins stehen, einen besonderen Sinn für das haben, was sie brauchen, was sie zutiefst ersehnen, nämlich sehend sein, heil werden und dazuzugehören.
Was ist das für eine Aufregung? Es ist die Aufregung eines, der Gott mit ganzer Kraft und lauter Stimme sucht, der alles von Gott erwartet.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


29. Sonntag im Jahreskreis – 20./21.10.2018

Eingereicht von markus am 18. Okt 2018 - 22:07 Uhr

Markus 10,35-45
- Wieder so ein Wort, das bei vielen unbeliebt geworden ist: Dienen. Zwar sprechen fast alle von unserer Dienstleistungsgesellschaft, aber selber dienen möchten die wenigsten.
Dienen hat so einen sklavischen Klang, den viele ab-lehnen. Also sagen sie lieber „Service“, als mache der Klang etwas besser. Tut er nicht. Nein, es geht wirklich ums Dienen und die damit verbundene, ständig zu hörende Frage: Was kann ich für Sie tun?
Ich muss nicht unentwegt um andere herumlaufen und nach ihren Wünschen fragen. Ich kann aber die Empfindungen anderer in mein Leben aufnehmen. Je mehr ich das tue, desto mehr werden sich meine eigenen Empfindungen dem Leben gegenüber klären.
Wer zum Beispiel wahrnimmt, wie wenig viele zum Leben haben, wer das wirklich wahrnimmt und zutiefst empfindet, wird sich selbst gegenüber genügsamer. Man muss nicht auf Thronen direkt neben dem lieben Gott sitzen, es genügt schon, sich von Gott geliebt zu wissen.
Gerade das lernt man beim ungeliebten Dienen, viel-leicht nur dort. Kein Dienst bleibt von Gott unbelohnt. Jeder Dienst, den ich anderen erweise – manchmal schweren Herzens und ohne rechte Lust dazu – kommt als eine Freude am eigenen Leben zu mir zurück.
In einer anderen Zeit, in ganz anderer Währung – aber es kommt zurück. So ist Gott. So ist sein Reich, diese einzigartige Welt mitten in dieser Welt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


28. Sonntag im Jahreskreis – 13./14.10.2018

Eingereicht von markus am 12. Okt 2018 - 10:05 Uhr

Markus 10,17-30 - Ein schwieriges Evangelium, wenn wir richtig hinhören und uns erschrecken lassen, ohne gleich zu denken: „Ach, ich bin nicht gemeint ...“
So vieles machen wir richtig: Gehen zur Kirche, beten regelmäßig, engagieren uns für die, die uns brauchen – und doch: Es reicht nicht. Denn so radikal, wie Jesus es fordert, handeln wir nicht.
Mich tröstet, dass in diesem kleinen Abschnitt dreimal erzählt wird: „Jesus sah ihn an“ oder: „Er sah die Jünger an.“ Jesus stellt keine starren Normen auf und verliert dabei den Blick auf die Realität.
Er sieht seine Leute an, er liebt sie und weil das so ist, traut er ihnen Großes zu. Und wo die nicht weiterkönnen, greift Gott ein. So ist das Gespräch Jesu mit dem reichen jungen Mann eben doch auch heute wieder: Frohe Botschaft.
Es geht bei Jesu Aufforderung, alles Alte hinter sich zu lassen, darum, die Erfahrung der Nähe und Fürsorge Gottes zu machen. Dass man alles aus den Händen Gottes erhält.
Woran klammere ich mich noch, um nicht restlos in das "Solo Dios basta" (="Gott allein genügt") zu stürzen?
Mich in der Freiheit und in der Unabhängigkeit von irdischen Sicherheiten geborgen zu wissen – dort will Jesus uns hinführen. Er will uns nicht schwach und abhängig, sondern stark und frei.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


26./27. Sonntag im Jahreskreis – 29./30.09. und 06./07.10.2018

Eingereicht von markus am 27. Sep 2018 - 14:43 Uhr

Markus 9,38-43.45.47-48 - Der Gottessohn und seine schärfsten Worte: Böse zu sein bedeutet, gegen Gott zu sein.
Hier darf niemand die Worte Jesu entschärfen. Jesus ist mehr als der liebe Jesus, der freundliche, segnende Jesus, der heilende und versöhnende Jesus. Jesus ist auch der, der eindeutig sagt: Böse zu sein bedeutet, gegen Gott zu sein. Es gibt Verhalten, das Gott sich nicht gefallen lässt.
Und zwar sofort lässt er sich das nicht gefallen, auch wenn ich meine, es gehe doch irgendwie alles gut. Bei Gott geht es nicht gut, was auf Erden gut zu gehen scheint.
Wer den Kleinsten Böses tut, wochenlang, jahrelang, mag auf Erden unentdeckt bleiben. Bei Gott bleibt er es nicht. Wer anderen Menschen mit Verachtung oder Geringschätzung begegnet, mag sich auf Erden eine Lust daraus machen. Für Gott ist das nie lustig.
Wer von Gewalt und Ungerechtigkeit lebt und sich dabei die Hände reibt, während sich das Geld auf seinen Konten sammelt, mag in Saus und Braus leben. Gott merkt es sich. Die Erde ist nicht alles. Das Leben ist nicht alles. Da wird noch etwas sein. Es wird noch ein Gericht sein, wo meine Taten gewogen werden. Und wo ich erkenne: Ich liebte mich, wo ich andere hätte lieben sollen. Gericht ist die Erkenntnis versäumter Liebe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

Die Herbstferienausgabe gilt für die Wochenenden 29./30.09. und 06./07.10.2018
Der Nächste Sonntagsbrief erscheint am 13. Oktober 2018


25. Sonntag im Jahreskreis – 22./23.09.2018

Eingereicht von markus am 21. Sep 2018 - 05:30 Uhr

Markus 9,30-37 - Der Letzte zu sein, der Diener aller, das ist keine passive Demutsgeste, sondern der Schritt in die Verantwortung für andere. Das macht Jesus mit dem Beispiel des Kindes deutlich.
Was kann es für eine größere Verantwortung geben, als ein Kind aufzunehmen und sich um dieses Kind zu kümmern? Das ist eine das ganze Leben beeinflussende, prägende Aufgabe. Wer einen solchen Schritt wagt – sei es durch eigene Elternschaft oder durch Adoption – weiß, dass das Leben danach nicht mehr so ist wie vorher.
Und es gibt auch ganz andere Aufgaben, Dienste, die ich übernehmen kann, und die mein Leben grundsätzlich verändern; auf den Kopf stellen, so dass der Letzte von allen und der Diener aller der Erste, der Größte ist.
Das heißt zu glauben: Eine ganz andere Perspektive einzunehmen, das Geringe hoch zu schätzen, zuerst den anderen zu sehen, der meine Hilfe braucht. Auch einen anderen Blick auf sich selbst zu werfen, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.
Das kann sehr schwer sein, doch wie befreiend und entlastend ist es, wenn es gelingt. Es ist nicht meine Sache, an mich zu denken; es ist meine Aufgabe über Gott nachzudenken; es ist Gottes Sache an mich zu denken.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


24. Sonntag im Jahreskreis – 15./16.09.2018

Eingereicht von markus am 14. Sep 2018 - 14:54 Uhr

Markus 8,27-35
- Für wen hältst du mich eigentlich? Wenn uns so ein Satz entgegengeschleudert wird, wissen wir: Da war eine Erwartung falsch, eine Hoffnung trügerisch, eine Idee nicht umsetzbar. Da heißt es, ganz schnell versöhnliche Töne anzuschlagen, um ein zorniges Gegenüber zu besänftigen.
Jesus hat so natürlich nicht gefragt. Aber wieso fragt er denn eigentlich? Ist das so wichtig, was die anderen von ihm denken?
Offenbar nicht – entscheidend ist, was die Jünger denken. Denn das ist genauso falsch wie die Vorstellung, die sich „die Menschen“ machen. Die Hoffnung des Petrus auf einen kämpferischen Messias und die grausame Realität, die Jesus ankündigt – das muss Ärger geben.
Jesus ist der Anti-Held, und er ist es für viele Menschen heute noch. Ein Opfer, ein schwacher Typ, eine weinerliche Gestalt, über die man sich lustig machen kann, ohne etwas zu riskieren.
So behutsam wie ein Liebender, so hilflos wie ein gewaltloser Kämpfer, so unauffällig wie ein stiller Beter – so ist der Menschensohn. Das ist das, was Gott von ihm will. Und Jesus macht mit. Nur so rettet man die Welt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


23. Sonntag im Jahreskreis – 08./09.09.2018

Eingereicht von markus am 09. Sep 2018 - 19:38 Uhr

Markus 7,31-37 - „Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht.“ – Hat Gott wirklich alles gut gemacht?
Wenn ich diese unsere unruhige und umgetriebene Welt in den Blick nehme – kann ich glauben, dass Gott alles gut gemacht hat? Wenn ich auf das schaue, was mir und meinen Lieben im Lauf des Lebens nicht nur an Schönem, sondern auch an Schwerem widerfahren ist – hat Gott da wirklich alles gut gemacht?
Es ist wahrlich eine spannende, eine herausfordernde und zugleich eine einladende Frage. Sie ist keineswegs eindeutig und leicht, schnell und „fromm“ zu beantworten. Angesichts von Leid und Friedlosigkeit hat sie Menschen, auch glaubende Menschen, immer beschäftigt.
Dieses Staunen der Menschen um Jesus lädt mich ein – trotz allem und mit allem, mein Vertrauen auf Gott zu setzen. „Er hat alles gut gemacht.“ Das ist in gewisser Weise wie ein Segen, der mir und meinem Leben zugesagt ist: „Alles wird gut.“
In dieser Spannung zwischen dem, was „schon gemacht“ ist und was eines Tages werden wird, leben wir. In allen Bewegungen (und manchmal auch in allen Mühsamkeiten) des Lebens darf ich darauf vertrauen, dass Gott das gute Leben will und dass er es mir eines Tages in reichem Maß und endgültig schenken will und wird. Und darüber kann ich wirklich dankbar staunen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


2. Sonntag im Jahreskreis – 01./02.09.2018

Eingereicht von markus am 31. Aug 2018 - 05:00 Uhr

Markus 7,1-8.14-15.21-23
Jesus und die Pharisäer, das ist eine unendliche Geschichte. Jesus ist durchaus am Kontakt mit den Pharisäern interessiert, sonst würden wir nicht so oft von Begegnungen mit ihnen lesen können.
Die Pharisäer sind keineswegs unengagierte, hinterhältige, ja sogar feindselige Leute gewesen. Nein, im Gegenteil, der Glaube war ihnen wichtig, und sie haben mit großem Interesse auf diesen Wanderrabbi Jesus geschaut, von dem eine große Anziehungskraft, eine Freiheit, eine Verheißung ausging.
Die Pharisäer haben Gott so ernst genommen, dass sie versucht haben, sich kräftig anzustrengen und das ganze Leben danach auszurichten. Sie haben ihr Leben, ihren Alltag, ihre religiösen Gewohnheiten – einfach alles in Gebote und Verbote gekleidet, die ihnen helfen sollten, ihren Glauben zu leben.
Und genau das war das Problem: Für die Pharisäer war es skandalös, wie sich Jesus über Reinheits- und Sabbat- und sonstige Gebote hinwegsetzte.
Für Jesus war es traurig (und vermutlich auch ärgerlich), dass die Pharisäer zu klein von Gott dachten, dass sie gefangen blieben in dem, was sie meinten, genauestens befolgt zu haben.
Mein Glaube braucht gute Regeln, Gewohnheiten, manchmal auch „Gesetze“ und Anstrengungen. Aber Gott ist immer noch der Größere, der Freiere; der, der alles schenkt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


21. Sonntag im Jahreskreis – 25./26.08.2018

Eingereicht von markus am 25. Aug 2018 - 09:16 Uhr

Johannes 6,60-69 -
Diese Worte gehören zum Schönsten und Traurigsten, was die Heilige Schrift erzählt. Schönheit ist ja immer umweht von etwas Traurigkeit, weil wir in aller Schön-heit sogleich das Vergängliche sehen. Und hier kommt, nur von Johannes erzählt, in wenigen Worten all das zur Sprache, festgehalten für die Ewigkeit.
Da hören wir zunächst, wie anstößig Jesus ist. Man ärgert sich über ihn oder versteht ihn nicht. Einige Jünger verlassen ihn. Das macht Jesus traurig, wie jeden Menschen. Keiner wird gerne verlassen, nachdem er gerade die Welt erklärt hat; richtig und wahr erklärt hat. Mitten aus seiner Trauer heraus fragt Jesus dann Petrus, ob er auch weggehen wolle.
Jesus ist auf alles gefasst. Und hört dann die Worte des Petrus aus der Tiefe seiner Seele. Hier, einmal, ist Petrus wirklich da angekommen, wo er eigentlich nicht hin möchte. Petrus will eher ins Licht, in den Glanz, auf die Spitze der Welt. In diesem Moment aber weiß er, was sich gehört. Und sagt direkt in Jesu Herz: Nein, wir gehen nicht. Du hast Worte des ewigen Lebens.
Das ist so schön, dass es nur wahr sein kann. Auch wenn Petrus bald schon wieder vergisst, was er hier sagt, oder sich fürchtet vor dem, was das bedeutet, bleiben seine Worte wahr. Ewig wahr. Seine Seele hat viel früher als er selbst verstanden, was Jesus bald ausspricht: Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


20. Sonntag im Jahreskreis – 18./19.08.2018

Eingereicht von markus am 17. Aug 2018 - 04:00 Uhr

Johannes 6,51-58
Jesus wird zum Brot des Lebens, weil er sich hingibt. An das Leben. An den Vater. An seine Freunde.
An uns alle. Das, was uns wirklich nachhaltig nährt, ist Hingabe. An das Leben. An den gegenwärtigen Moment. An den jetzigen Augenblick. An den Menschen, der jetzt gerade mir zum Nächsten wird.
An die Liebe.

Wir mögen uns Ziele setzen und sie erreichen. Es ist in Ordnung. Aber wenn wir sie erreicht haben, dauert es nicht mehr lange, bis sie uns nicht mehr zufriedenstellen. Sie verblassen wieder. Wenn wir uns hingeben, uns verschwenden an das, was jetzt gefragt ist, das was jetzt wesentlich ist, dann leben wir in einer anderen Welt. Dann sind wir ganz präsent. Hier und Jetzt. Wie ein Kind, das nichts anderes mehr kennt und sich ganz an sein
gegenwärtiges Tun hingibt. In diesem Moment sind wir unsterblich. Hingabe geht nicht mit dem Verstand. Unser unsteter Verstand will uns ständig mit der Vergangenheit oder Zukunft beschäftigen. Was wäre; was könnte; was sollten wir noch. Aber das nährt uns nicht. Im Gegenteil. Es kostet enorme Energie.

Hingabe an das Leben, jetzt in diesem Moment ganz gegenwärtig sein, das ist lebendiges Brot.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


19. Sonntag im Jahreskreis – 11./12.08.2018

Eingereicht von markus am 09. Aug 2018 - 09:11 Uhr

Johannes 6,41-51
Der hat was, dieser Jesus. Kluge Worte, treffende Beispiele, starke Zeichen, die nicht einfach nur symbolisch sind, sondern satt und zufrieden machen – ein Star, der die Hallen füllt. Natürlich gibt’s auch Nörgler und solche, die nie genug kriegen können, aber insgesamt: Einer, der zieht.
Und anstatt sich darin zu sonnen, sagt Jesus schon wieder mal: Halt! Ich bin nicht der Superstar, als den ihr mich verehrt. Der Vater ist es, der euch anzieht: Der ganz andere, der Geheimnisvolle; der, der wirklich satt und zufrieden macht.
Die schnelle Antwort, die flüchtige Begeisterung – die macht nicht satt. Glücklich und zufrieden macht das Geborgen-Sein bei Gott, das Vertrauen auf ihn und sein Lebensversprechen.
Ihr müsst nicht weiterziehen zu einem Guru, der noch mehr Leute satt macht, der noch coolere Geschichten erzählt, der den besseren Kick verspricht. Alles, was ihr wirklich braucht, ist ein kleines Stück Brot. Und das sollen wir glauben? Das sollen wir glauben.
Wir essen und teilen miteinander das Fleisch Jesu, wir empfangen und essen das „lebendige" Brot, das uns immer wieder neu Leben einhauchen will - Leben für uns, Leben für alle. Dieses gemeinsame Mahl sollte nicht nur Erstkommunionkinder erregen, sondern auch uns „eingefleischte" Christen im Innersten treffen und verwandeln, unruhig und tatendurstig machen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


13. Sonntag im Jahreskreis – 30.06./01.07.2018

Eingereicht von markus am 28. Jun 2018 - 22:41 Uhr

Markus 5, 21-43 - In diesem Stück aus dem Markus-Evangelium steckt so viel Lärm und Action, dass man gar nicht weiß, was das Wichtigste ist. Eltern weinen, Klagefrauen lachen, eine Frau schiebt sich vorsichtig heran, wo alle drängeln, Jesus tröstet und schmeißt alle Fremden aus dem Haus , um dann in aller Stille seine ganze lebendig machende Kraft zu zeigen – schwer was los am See Genezaret. In diesem Text findet jeder etwas anderes, was ihn anspricht.
„Festhalten“ – das ist das Wort, was einem einfällt. Es reicht nicht, in Jesu Nähe zu sein, ein bisschen mit ihm zusammenzustoßen, eine kurze, wenn auch dringende Bitte zu äußern. Die blutflüssige Frau wird nicht einfach mal eben gesund und geht kommentarlos weg. Sie wird herausgefordert, sich zu stellen, vor allen Leuten sozusagen zu verkünden, welches Wunder ihr geschehen ist und laut zu sagen, auf wen sie ihre Hoffnung gesetzt hat. Und das muss auch Jairus. Als alle Hoffnung zu Ende ist, als Jesus die Klagefrauen und die Diener herauswirft und niemand mehr durch Riten und Traditionen Halt gibt, da geht er mit Jesus an den Ort seines großen Schmerzes – und erlebt Auferstehung. „Sei ohne Furcht, glaube nur!“ Das ist der zentrale Appell Jesu, im Lärm und Chaos von damals. Und der ist auch heute nicht leicht zu hören.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

Der nächste Sonntagsbrief erscheint am 12. August 2018


Geburt Johannes des Täufers – 23./24.06.2018

Eingereicht von markus am 22. Jun 2018 - 05:00 Uhr

Johannes –mit dieser Namensproklamation begann das Leben eines Propheten. Nomen est omen – nicht nur die Namenswahl stand unter einem besonderen Stern, auch der Träger des Namens entwickelte sich zu einem Querdenker, der nicht so lebte wie die anderen, der die Wüste dem sicheren Dorfleben vorzog, der einfachste Nahrung und Kleidung dem sonst Üblichen vorzog, der das ansprach, was zwar viele dachten, was sich aber bisher niemand auszusprechen getraute.
Johannes der Täufer: ein echter Prophet, der gegen den Strom schwimmt, der unkonventionell der Stimme seines Gewissens folgt und dafür letztlich mit dem Leben bezahlen muss.
Wenn wir heute die Geburt des Täufers feiern, dann auch deshalb, weil schon seine Eltern mit der Namenswahl den Mut bewiesen haben, Konventionen und das damals Übliche zu überspringen und sich nicht ausbremsen zu lassen.
Von diesem Mut könnten wir heute nur lernen: nicht alles nachzusprechen, was andere sagen, nicht alles zu glauben, was andere behaupten, nicht alles hinzunehmen, was andere beschließen, nicht alles zu kopieren, was andere produzieren.
Der Mut, gegen den Strom zu schwimmen, kann eine Geistesgabe sein: wenn sie dem Aufbau des Reiches Gottes nützt – wie bei Johannes.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


11. Sonntag im Jahreskreis – 16./17.06.2018

Eingereicht von markus am 15. Jun 2018 - 05:00 Uhr

Markus 4,26-34
Wird ein Senfkorn gesät und findet die passenden Bedingungen, so wird daraus ein Senfbaum. Kein Kaktus und keine Distel.
Wird Furcht und Angst, Ausgrenzung und Feindschaft gesät, dann wird daraus nichts Gutes wachsen.
Seit den fremdenfeindlichen Demonstrationen von Pegida haben die Gewaltdelikte gegen Ausländer sich mehr als verdoppelt. Der Same trägt die Frucht schon in sich. Sollen wir nun alles aufgehen lassen, was andere gesät haben? Sollen wir zusehen, wie die Saat von Hass, Verachtung und Ausgrenzung aufgeht und wächst? Sollen wir die Saat ausreißen? Keine einfachen Fragen.
Das Gleichnis vom Senfkorn eröffnet uns eine Spur. Dort, wo andere Angst und Ausgrenzung säen, dort sollen wir Liebe und Klarheit, Wertschätzung und Verständnis säen. Mit viel Fantasie und Geduld.
Und wenn die Saat der Liebe niedergetrampelt wird, noch einmal neu aussäen. Mit Klugheit säen. Dort, wo die Saat aufgehen kann. Die zarten Pflänzchen schützen, die aufgegangen sind. Und darauf vertrauen, dass Gott sich am Wachsen der Liebe erfreut und dieses Wachsen von ihm gesegnet ist.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


10. Sonntag im Jahreskreis – 09./10.06.2018

Eingereicht von markus am 09. Jun 2018 - 08:47 Uhr

Markus 3,20-25 -Manchmal ist Jesus einfach Familienmensch. Wenngleich er hier seine Familie infrage stellt: Wer sind meine Mutter und meine Brüder? Nur die leiblichen oder auch andere?
Eigentlich eine schöne Frage, die man wohl eher dann stellt, wenn man leibliche Geschwister hat. Die hatte Jesus, so sind viele Exegeten überzeugt.. Er wuchs mit Brüdern auf, mit Eltern, vermutlich auch mit Cousinen und Cousins. Auch das gehört zur Verkündigung und prägt Jesu Worte über Menschen. Nehmt einander an, heißt das immer. Nehmt einander auch dann an, wenn ihr euch übereinander ärgert. Der Familie darf man nicht kündigen. Das ist gut so. Zumal Familien immer kleiner und schwerer überschaubar werden.
Aber dann ist da noch etwas in den Versen. Jesus, der Familienmensch, muss sich verteidigen. Man dichtet ihm einen unreinen Geist an. Man macht das gerne mit Menschen, die einem im Weg sind oder von denen man Böses erlebt haben will. Die sind nicht ganz dicht, sagt man dann. Selbst in der Familie sagt man das und wendet sich voneinander ab. Jesus wehrt sich, wie er sich oft wehren muss gegen solche Unterstellungen. Und schafft ein großartiges Bild: Familien, auch Glaubensfamilien, haben nur Bestand, wenn sie sich einig sind. Und einig, Gott sei’s geklagt, sind sich die christlichen Kirchen nicht. Könnten es aber werden, nicht wahr?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


9. Sonntag im Jahreskreis – 02./03.06.2018

Eingereicht von markus am 01. Jun 2018 - 05:30 Uhr

Mk 2, 23 – 3,6 - Das Evangelium berichtet von einem Streitgespräch über den Sabbat und im zweiten Teil von einer Krankenheilung am Sabbat. Hinter der Frage nach dem Sinn des Sabbats steht beunruhigend die Frage nach der Person Jesu und seiner Vollmacht. Nach dem Sinn zu fragen kann sehr unbequem sein; denn der Sinn muss über die richtige Praxis entscheiden. Es ist leichter, sich an den Buchstaben zu halten, als in eigener Verantwortung zu entscheiden.
Der Sabbat war (und ist) für Israel das Zeichen seiner Freiheit und seines Stehens im Gottesbund. Für uns Christen ist Christus selbst das Zeichen dafür, dass Gott uns frei gemacht hat.
Wir feiern nicht mehr den jüdischen Sabbat, sondern den Sonntag, den Tag der Auferstehung des Herrn. Und wir heiligen den Sonntag nicht schon dadurch, dass wir nichts tun; der Sinn der Feier ist die Begegnung mit Christus, dem Auferstandenen: im Wort, im Sakrament, in den Brüdern und Schwestern.
Das Urereignis unserer Gemeinschaft ist die Liebe. Sie wird gefeiert in der Wiederholung der Festtage, und zwar an zwei Stellen: am Altar der Kirche, wo Gottes Liebe die ewige Quelle des Lebens und die unzerbrochene Trinkschale ist, und am heimischen Herd, dem Sinnbild des Hausaltars, auf dem die Nächstenliebe brennt, wärmt und vereinigt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Dreifaltigkeitssonntag– 26./27.05.2018

Eingereicht von markus am 25. Mai 2018 - 19:25 Uhr

Matthäus 28,16-20 - „Seid gewiss, ich bin bei euch, alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Eine Zusage! Und eine Aufforderung. Wir sollen uns dessen gewiss sein. Wir sollen uns daran festmachen. Aber wir können es oft nicht. So viele Tage, in denen wir seine Nähe nicht spüren. So viele Momente, in denen wir uns eher alleine fühlen, in denen wir glauben, Gott interessiere sich nicht für diese Welt.
In diesen Momenten trotzdem hoffen. Trotz-dem vertrauen. Trotzdem nach seiner Gegen-wart Ausschau halten. Versuchen zu glauben, dass er gerade auch in der Hoffnungslosigkeit bei uns ist. Versuchen zu hoffen, dass er gerade dann mit uns aushält, wenn nichts vorwärts geht. Versuchen zu vertrauen, dass er immer wieder erfahrbar ist.
In Form von unverhofften Wendungen. In Form von unverhoffter Kraft. In Form von unverhofften Begegnungen, die gerade über die nächste Durststrecke tragen. In Form von Wegen, die sich unverhofft auftun. Seine Zusage gilt, auch wenn wir sie nicht mehr glauben können. Sich daran festmachen, so gut es uns gelingt. Trotzdem – oder gerade weil.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Pfingsten– 19./20.05.2018

Eingereicht von markus am 18. Mai 2018 - 04:00 Uhr

Johannes 20,19-23 - Jesus verspricht in dieser österlichpfingstlichen Geschichte im heutigen Evangelium, in der er als eben Auferstandener gegen jede Vorstellungskraft durch die versperrte Tür kommt, den Heiligen Geist.

Das ist eine bewegende Zusage – und eine „gefährliche“ Angelegenheit. Denn der Geist Gottes hat von seinen beiden biblischen Namen (hebräisch „Ruach“ und griechisch „Pneuma“) her viele Erscheinungsformen und Wirkkräfte: Er ist der Lebensatem, die Lebenskraft, der Beistand, der Beweger, der Tröster, ja sogar in gewisser Weise der Unruhestifter.

Was gibt Jesus da den verängstigten, irritierten, sich an die Hoffnung klammernden Jüngern und Jüngerinnen mit?

Er sagt ihnen zuerst und gleich zweimal den Frieden zu. Zweimal, sonst würden sie es gleich gar nicht begreifen, dass Jesus da höchstpersönlich vor ihnen steht. Es ist allerdings ein Friedensbringer mit durchbohrten Gliedern. Der ganze Schrecken dieser grausamen Hinrichtung ist und bleibt sichtbar und greifbar. Und trotzdem (oder gerade deshalb): Jesus, der verwundete Heiland, macht das, was geschehen ist, nicht ungeschehen.

Er sagt nicht: „War ja nur ein böser Traum“, sondern er mutet seinen Freunden und Freundinnen die Wahrheit zu. Und er schenkt in all das hinein seinen Frieden und seinen Geist. Frieden und Geist – die Geschenke Gottes an diesem Pfingstfest in einer bewegten Welt, die nach Frieden und Geist sucht.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

 

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