Newsbeiträge » Sonntagswort

25. Sonntag im Jahreskreis – 18./19.09.2021

Eingereicht von MK am 17. Sep 2021 - 05:00 Uhr

Markus 9,30-37
Hier sind Verse zusammengebunden, die nicht zusammengehören. Einmal kündigt Jesus geheimnisvoll sein Leiden und Sterben an.
Das Geheimnisvolle verstehen die Jünger nicht. Etwas anderes aber verstehen die Jünger prächtig, nämlich: wer der „Größte“ unter ihnen ist.
In dieser Menschenfrage sind uns die Jünger so nah wie sonst kaum. Irgendetwas, so der tiefe Sinn dieses Rangstreits, muss man doch davon haben, sich für dieses oder jenes einzusetzen, Haus und Boot zu verlassen und mit diesem Mann umherzuziehen.
Die Antwort Jesu ist so klar wie ärgerlich: Nichts hast du davon – außer: dass du es getan hast. Dienen dürfen ist schon der Lohn. Bleib ruhig Letzter und warte alles andere ab.
Oder: Bleib das Kind, das du immer warst, bist und sein wirst. Mit leeren, offenen Armen, die Gott füllt.
Da, auf einmal, passen die beiden Textstücke dann doch zusammen; in der Hochachtung des Kindlichen, Bedürftigen – in diesem vollkommenen Vertrauen, dass Gott es gut meinen wird.
So lebt Jesus, so sollen die Jünger leben: tapfer und fröhlich dienen und alles andere dem Vater im Himmel überlassen. Möge Gott uns das möglich machen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


24. Sonntag im Jahreskreis – 11./12.09.2021

Eingereicht von MK am 09. Sep 2021 - 23:10 Uhr

Markus 8,27-35
Schade, dass die Botschaft Jesu von der Selbstverleugnung uns so negativ präsentiert und mit ihr so viel Unheil angerichtet wurde.
Dabei wäre sie – richtig verstanden – für unsere heutige Zeit wie Wasser in der Wüste. Statt dauernd um sein eigenes kleines Ego zu kreisen und dieses permanent zu optimieren, begreifen, dass wir ein Teil von Gott sind und uns nicht aufblasen müssen.
Statt nur die eigene Gruppe für überlegen zu halten, von sich selbst absehen, sich auf die anderen einlassen und im Miteinander bereichert werden.
Statt dem Ruf nach dem starken Mann, der wieder nur das begrenzte kleine Ego verteidigt, der Ruf nach Jesus, der das Größere im Blick hatte. Der stark genug war, am Ende selbst sein eigenes Leben zu geben, um das wirkliche Leben zu gewinnen. Der zum Erlöser, zum Messias geworden ist, weil er nicht sein Ich in den Vordergrund gestellt und gerade dadurch erfahren hat, dass er viel größer ist.
Ihm nachfolgen im Wissen, dass wir Teil eines viel Größeren sind. Begreifen, dass unser wahres Selbst nur durch das Kreisen um uns selbst zerstört werden kann.
Wir werden gerade dadurch das Leben finden, dass wir den Blick nicht ständig auf uns gerichtet haben. Wir können aufhören, es ständig bringen zu müssen, weil der göttliche Ursprung in uns Lebendigkeit hervorbringt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


23. Sonntag im Jahreskreis – 04./05.09.2021

Eingereicht von MK am 03. Sep 2021 - 05:00 Uhr

Markus 7,31-37
Man muss sich diesen Taubstummen als einen glücklichen Menschen vorstellen. Er hat Leute um sich herum, die hören, dass ihm einer helfen könnte. Ein Fremder zwar, ein rechtgläubiger Jude, der aber offenbar die Heiden im Gebiet der zehn Städte nicht verachtet, sondern kommt.
Seine wohlmeinenden Freunde bringen den Kranken zu Jesus – und der bringt ihn wieder weg. Die sensationsgierigen Blicke, die spitzen Bemerkungen, das Gedrängel um die beste Sicht auf das Wunder – davor will Jesus den Hilflosen bewahren.
Er nimmt sich Zeit für den, der ihn braucht, berührt seine wunden Punkte, bringt Gott in sein Leben. Ob der Geheilte dafür dankbar ist? Markus erzählt davon nichts. Viel wichtiger ist die Erkenntnis der Zuschauer: „Er hat alles gut gemacht. Er macht, dass die Tauben hören und die Stummen reden.“
Das ist die Verheißung des Propheten Jesaja für die Ankunft Gottes. So viel Hilfe und Gnade, so viel Solidarität und Gottesnähe – an diesem Tag ist alles gut. Alle gehören in die große Gemeinschaft der Kinder Gottes: die am Leben Gehinderten, die Ausgegrenzten und Verachteten, und alle, die ihr Leid wahrnehmen und sich für sie einsetzen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


16. Sonntag im Jahreskreis – 17./18.07.2021

Eingereicht von MK am 06. Aug 2021 - 19:32 Uhr

Markus 6,30-34
Menschen wie Schafe ohne Hirten, das kann nicht lange gut gehen. Und wer sich ein wenig in Innenstädten oder auf großen Bahnhöfen auskennt, kann solche Menschen auch sehen.
Menschen, die aus der Welt gefallen scheinen, die auf anderen herumhacken, weil sie unzufrieden sind mit sich selbst, die verstört gleichsam im Kreis gehen, weil sie kein Ziel haben.
Die Ziele sind verschüttet unter einer Vielzahl von An-geboten. Viele leiden an einem Zuviel an Möglich-keiten. Die erreichen wir natürlich nicht alle.
Aber manchmal sind ja junge Menschen in unserer Nähe. Denen sollten wir sagen, was auch Jesus seinen Jüngern rät und sagt: Kommt etwas zur Ruhe. Lasst euch nicht verführen von den unzähligen Möglichkeiten.
Niemand kann das alles ergreifen oder gar leben. Beschränkung wäre das Zauberwort; also ruhen und darüber nachdenken, was mir wichtig ist – und was ich andererseits vernachlässigen kann.
Menge macht unruhig; Ruhe macht gewiss. Und wer dann noch ein wenig mehr Zeit in der Ruhe findet, wagt, wie Jesus, vielleicht ein kleines Gebet an Gott: Komm zu mir in der Stille, großer Gott; und mache mich gewiss. Hilf mir, nicht alles zu wollen. Schenke mir das Glück der Beschränkung.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


14./15. Sonntag im Jahreskreis – 03./04.07. u. 10./11.07.2021

Eingereicht von MK am 04. Jul 2021 - 11:52 Uhr

Markus 6,1b-6
Die Quintessenz von Jesu Auftreten in seiner Heimatstadt und der Ablehnung, die er dort erfährt, ist für mich die Warnung: Hab’ kein vorgefertigtes Bild in deinem Kopf – weder von den Menschen noch von Gott. Weil die Bewohner von Nazareth in Jesus nur den Sohn von Josef und Maria, den Zimmermann, der 30 Jahre unter ihnen gelebt hatte, sahen, erkannten sie nicht, wer er wirklich ist. Wie oft geht es mir mit Menschen, denen ich begegne, ähnlich? Ich weiß ein wenig von ihnen, ich mache mir aus dem Wenigen – bewusst oder auch unbewusst – ein Bild und erkenne vielleicht nicht ihre Fähigkeiten. Manchmal reicht schon ein Blick auf das Äußere, das Hören eines Namens oder der Klang einer Stimme – und ich beginne mit dem Einordnen. Das ist menschlich, denn ich brauche dieses Einsortieren ein Stück weit, um mit allen Eindrücken, denen ich ausgesetzt bin, zurechtzukommen. Doch ich muss dabei immer mahnend im Hinterkopf behalten: Es ist nur der erste Eindruck, du kannst dich täuschen, wahrscheinlich irrst du dich. Ähnlich geht es mir mit Gott. Je nachdem, welches Gottesbild ich in der Kindheit bekommen habe, verbinde ich damit gewisse Erwartungen an ihn – seien es positive oder negative. Wenn mir Gott dann ganz anders begegnet, erkenne ich ihn vielleicht nicht. Auch hier gilt die Mahnung: Gott ist immer unendlich mehr als dein Bild von ihm.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


12. /13.Sonntag im Jahreskreis – 19./20. und 26./27.06.2021

Eingereicht von MK am 18. Jun 2021 - 05:00 Uhr

Am Donnerstag dieser Woche feiern wir das Hochfest der Geburt des Hl. Johannes des Täufers. Bibelwissenschaftler können in den Geschichten rund um die Geburt des Johannes viel erkennen: die Ähnlichkeiten mit Jesu Geburt, die Parallelen zu den Propheten ... Es steckt viel Theologie in der Erzählung von Lukas 1,57 - 66.
Aber auch manche Erfahrung, die Eltern kennen. Ihr Kind soll einen besonderen Namen haben, einen, der genau richtig ist – wie von einem Engel eingeflüstert. Und dann kommen die Besserwisser, die Zweifel wecken wollen: So soll der heißen? Seid ihr sicher? Elisabeth und ihr sprachlos gewordener Mann sind sich sicher: „Gott ist gnädig“ ist der richtige Name für ein Kind, das seine alten Eltern glücklich machte und später auch vor Würdenträgern aller Art furchtlos seine Sache vertrat. Dass Johannes geboren wird, ist eine Gnade – und seine Eltern wollen das verkünden. Ihr Sohn wird Großes leisten, auch darin vertrauen sie der Botschaft des Engels. Erkennen Sie sich wieder in diesen Eltern von damals? Und kommt auch in Ihrem Kind ein Schimmer jener Güte Gottes zur Welt, die Johannes mit seinem Namen verspricht? Das Fest der Geburt von Johannes dem Täufer wäre ein guter Tag, sich zu erinnern: an das Glück, ein ganz besonderes Kind zu haben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


10. Sonntag im Jahreskreis – 05./06.06.2021 und 12./13.06.2021

Eingereicht von MK am 04. Jun 2021 - 15:56 Uhr

Markus 3,20-35
„Die Freunde kann man sich aussuchen, die Verwandten nicht“, ist ein bekanntes Wort, und ich höre das Seufzen über die eigene Familie.
Über die, die man sich nicht selbst gewählt hat, zu denen man aber durch Geburt gehört, und umgekehrt: Die zu einem selber gehören. Manchmal ist es ein liebevolles Seufzen, manchmal ein bitteres über Nichtverstehen und schmerzliche Fremdheit.
Vielleicht hat Jesus diese „Weisheit“ auch gekannt, denn mehrfach distanziert er sich in den Evangelien von seiner Familie.
Im heutigen Evangelium distanziert sich zunächst die Familie von ihm, oder besser gesagt: Sie schämt sich für Jesus und will ihn (mit Gewalt!) zurückholen, weil er ihrer Meinung nach verrückt ist: „Er ist von Sinnen.“ Es ist ein radikales Evangelium.
Es geht Jesus nicht darum, diese tiefe Zugehörigkeit schlechtzureden, aber er stellt sie infrage und wendet sie gleichzeitig auf eine neue Zugehörigkeit und Heimat in seinem Sinne an: „Wer ist meine Familie? Wer sind die, die wirklich und ganz zu mir gehören?“, fragt er.
Es sind die, die sich nach dem Willen Gottes ausrichten. Da stellt sich manches auf den Kopf, da geht vielleicht wirklich manches bis an die Wurzeln meiner Seele.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Pfingsten /Dreifaltigkeitssonntag 22./23.05. und 29./30.05.2021

Eingereicht von MK am 20. Mai 2021 - 13:09 Uhr

Johannes 20,19-23
Wozu Jesus die Jünger mit dem Heiligen Geist „ausstattet“ und wofür er sie aussendet, ist kein „Jetzt sind wir mal alle nett zueinander“-Auftrag.
Was Jesus im Sinn hat, ist eher klare Kante: Schuld zu vergeben, ja, aber auch Vergebung zu verweigern. Das hört sich nicht schön an – und ist es auch nicht.
Nicht für die Jünger, denn ihre Verantwortung ist groß. Dazu braucht es die Fähigkeit der Unterscheidung, Klarheit und Mut: Gaben des Heiligen Geistes.
Es ist aber auch nicht schön für dich und mich: Denn es gibt auch nach Ostern keinen göttlichen Vergebungsautomatismus. Ein wenig, vielleicht auch nur ein klein wenig, liegt es auch an dir und mir: Dass ich nachdenke über mein Verhalten, dass ich es betrachte im Licht der Liebe Gottes. Fehler erkenne und benenne und versuche umzukehren.
Ich muss und kann nicht perfekt sein, aber ich kann vielleicht immer ein wenig besser werden. Mit der Hilfe des Heiligen Geistes. Deshalb ist jeder Tag, an dem ich um ihn bitte, ein kleines Pfingstfest.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6./7. Sonntag der Osterzeit – 08./09 und 15./16.05.2021

Eingereicht von MK am 07. Mai 2021 - 05:00 Uhr

Johannes 15,9-17
Christ sein heißt, bis ins Mark unseres Daseins zu begreifen, dass wir immer schon geliebt sind.

Ohne unser Zutun, nicht weil wir besonders gut sind, und schon gar nicht, weil wir besser als andere wären. Aus freier Entscheidung will Gott ein Gott der Menschen, ein Gott für uns sein.

Jeder Versuch, seine Liebe mit Taten oder gehaltenen Geboten verdienen zu wollen, wäre eine komplette Verdrehung der Beziehung Gottes zu uns.

Es gibt nichts zu verdienen, nur zu verstehen. Wir brauchen nichts weiter zu tun, als uns in seiner Liebe festzumachen und darin zu bleiben.

Jeden Morgen, bevor wir in den Tag gehen, stellen wir uns bewusst vor Gott. In den heiligen Raum seiner Zusage: Du, Mensch, du bist mein von mir geliebter Freund. Ich habe dich erwählt, weil du in meinen Augen ein wunderbares Geschöpf bist.

Bleibe heute in meiner Liebe. Erfülle deine Bestimmung, Frucht zu bringen. Und jetzt gehe hinaus und bleibe in der Liebe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


4./5. Sonntag der Osterzeit – 24./25.04. und 01./02.05.2021

Eingereicht von MK am 23. Apr 2021 - 05:00 Uhr

Johannes 10,11-18
Um ein guter Hirte zu sein, muss man die Schafe kennen, um intuitiv zu wissen, wann sie etwas brauchen.
Man muss die Natur um sie herum kennen, um zu wissen, wo Gefahr lauert, wo es Futter und Wasser gibt. Ein Hirte braucht Aufmerksamkeit und ein gutes Gespür für die Situation. Er muss in Beziehung sein zur Natur und zu den Schafen, die ihm anvertraut sind. Mit seiner geschulten Intuition weiß er die Zeichen zu deuten und seiner Aufgabe gerecht zu werden.
In der Schöpfungsgeschichte steht, der Mensch solle über die Schöpfung herrschen wie ein Hirte seine Herde und seine Aufgabe beherrscht. Uns ist diese Erde anvertraut mit allem, was darauf lebt. Und wir sollen Hirten sein.
Achtsam für die Zeichen und die Bedürfnisse unserer Mitwelt. In Beziehung sein zu Mensch und Natur. Wir müssen nicht wie Jesus unser Leben geben. Aber zumindest unsere Vorstellung, wir könnten gegen die Natur und gegen die sozialen und ökologischen Bedingungen herrschen, sollten wir sterben lassen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Weißer Sonntag – 10./11.04.2021 und 3. Sonntag der Osterzeit – 17./18.04.2021

Eingereicht von MK am 09. Apr 2021 - 05:00 Uhr

Johannes 20,19-31
Streck deinen Finger hierhin und leg deine Hand in meine Seite: Wenn Thomas das wirklich tut – die Bibelstelle des heutigen Sonntags lässt das ja offen– dann ist das fast wie eine Umarmung. Oder wieder Anfang eines Tanzes, der Auftakt zum gemeinsamen Wirbeln, zum Erleben des Lebens.
Was Jesus will, ist klar: Thomas soll handgreiflich werden. Die Hand in die offene Seite zu legen, bedeutet ganz tief zu spüren, was Tod und Leben bedeuten, nicht nur ehrfürchtig gucken odervorsichtig antippen. So kehrt sich für Thomas das Unterste nach oben. Aus dem toten Freund wird der lebendige Herr und Gott, aus dem ungläubigen Zweifler ein überzeugter Bekenner.
Der Auferstandene macht was mit uns. Wenn wir es wagen, das Leben selbst anzupacken, zu umarmen und uns in Schwung bringen zu lassendurch ihn und mit ihm. Er ist „Lord of the Dance“, der Herr des Tanzes, wie es in einem modernen englischen Lied heißt. Seine Schritte sind sicher, und wenn wir stolpern, hält er uns. Thomas hat es gespürt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Palmsonntag – Karwoche – Osterwoche 2021

Eingereicht von MK am 28. Mär 2021 - 11:52 Uhr

Markus 11,1-10
Ganz unterschiedlich ist es, wie Jesus empfangen wird. Maria ist zunächst erschrocken, sagt dann Ja und trägt dieses Ja ihr Leben lang: Durch alle Krisen und Enttäuschungen bis unter das Kreuz, das tote Kind auf dem Schoß, und darüber hinaus.
Die Menschen in Jerusalem sind voller Begeisterung. Sie bereiten Jesus einen triumphalen Empfang, doch ihr Enthusiasmus besitzt keine Standfestigkeit.
Bei der ersten Krise, der ersten Enttäuschung, keine Woche später, wollen sie davon nichts mehr wissen und der Jubel kehrt sich ins Gegenteil.
In dieser Diskrepanz zwischen Maria und den Jubelnden in Jerusalem gibt es einen wertvollen Hinweis: Für den Glauben sind Nüchternheit und Ernsthaftigkeit wichtiger als Enthusiasmus und Begeisterung.
Vielleicht sehen viele das anders – und werfen den Christen manchmal zu viel Nüchternheit vor. Doch was ein Leben lang halten und prägen soll, will gut überlegt sein. Das gilt auch für unser Ja zu Gott.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


! ! ! Das Bistum Osnabrück macht darauf aufmerksam, dass in einer Allgemeinverfügung vom Landkreis Osnabrück vom 30.03.2021 festgelegt wurde, dass ab dem 31.03.2021 in den Gottesdiensten eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken besteht!
Gottesdienstbesucher können ohne FFP2 - Maske nicht an den Gottesdiensten teilnehmen. ! ! !


Vierter/Fünfter Fastensonntag – 13./14. und 20./21.03.2021

Eingereicht von MK am 12. Mär 2021 - 12:27 Uhr

Johannes 3,14-21
Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter 17.000 Menschen aus 23 Ländern lauten: Weniger als 20 Prozent der Befragten in Deutschland und Frankreich sind der Meinung, dass Christen bessere Bürger sind. (In Brasilien, Südafrika und Indien sind davon übrigens viel mehr Menschen überzeugt!)
Was ist da schiefgelaufen, sollte sich jeder fragen. Stimmt es denn, dass wir auch nicht besser sind als die anderen? Kann man sich auf unser Wort als Christ genauso wenig verlassen wie auf das aller anderen? Betrügen auch Christen den Staat um seine Steuern, machen sie genauso mit bei der Hetze gegen Flüchtlinge, sind auch ihre Kinder vor Wutausbrüchen nicht sicher?
Jesus ruft uns in diesem Evangelium in die Entscheidung: Wer glaubt, muss anders sein.
Gegen die, die das Dunkel schätzen, weil es sie schützt, muss es Jesu Leuten um Klarheit gehen, um Offenheit und Wahrhaftigkeit.
Guckt man auf die Umfrage, sind wir davon wohl noch weit entfernt. Zeit, sich zu entscheiden: Hell oder Dunkel?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter/Dritter Fastensonntag – 27./28.02. und 06./07.03.2021

Eingereicht von MK am 25. Feb 2021 - 14:47 Uhr

Markus 9,2-10
Es geht gerade heftig zu im Leben Jesu: Hilfesuchende kommen und bitten um Heilung, die Pharisäer halten ihn misstrauisch unter Dauer-kontrolle, und zum ersten Mal muss Jesus seinen Freunden ganz klar sagen, was auf ihn zukommen wird.
In dieser Phase steigt Jesus auf einen hohen Berg. Biblisch heißt das: Er sucht die Nähe zu Gott. Und Gott schenkt sie ihm – einen Augenblick lang ist er im Himmel. „Mein geliebter Sohn“ – wie bei seiner Taufe bekennt sich der Vater zu seinem menschlich unscheinbaren, bedrängten Sohn. Und für die Jünger blitzt einen Augenblick lang dieses Göttliche in ihrem Mit-Menschen Jesus hervor.
Klar ist: Sie müssen wieder runter vom Berg der Gottesnähe, hinein in die Mühen der Ebene, den langen, schweren Weg nach Jerusalem jetzt beginnen. Der Himmel auf Erden ist kein Dauerzustand. Er ist Verheißung.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6. Sonntag im Jahreskreis und 1. Fastensonntag 13./14. und 20./21.02.2021

Eingereicht von MK am 12. Feb 2021 - 22:06 Uhr

Markus 1,40-45
Kaum hat Markus zu schreiben begonnen, verhüllt er schon wieder, was er eigentlich erzählen will. Die Welt wird neu, will er erzählen. Völlig neu. Aber wie und warum wird sie neu? Davon darf der Geheilte nichts weitererzählen.
Das endgültige Heil ist in der Welt, der Aussätzige spürt es am eigenen Leib, soll aber darüber schweigen. Was er natürlich nicht kann. Und seine Verwandten erst recht nicht, wenn sie ihn gesund wiedersehen. Alle verbreiten die Heilung, obwohl sie schweigen sollen. Das alles ist mehr Rätsel als frohe Botschaft am Beginn des Evangeliums. Was genau will Markus mit der Geheimnistuerei?
Er will nicht, dass etwas vor der Zeit bekannt wird. Nicht zu Lebzeiten Jesu nämlich. Sonst verstehen die Menschen ihn falsch. Er ist kein Wundertäter oder Gesundbeter.
Das versteht man aber nicht, wenn man nur die Gesundung der Kranken sieht. Das versteht man erst, wenn man vor dem leeren Grab steht und erkennt: Der Sohn Gottes hat Macht über alles Dunkle in der Welt, sogar über den dunklen Tod; den dunkelsten Tod als schmählicher Verbrecher. Der Heiland wird zum Gekreuzigten; der Gekreuzigte zum himmlischen Herrscher.
Erst die ganze Geschichte ergibt den Sinn. Sinn, den der Aussätzige schon zu Lebzeiten Jesu erfährt: Wer glaubt, ist heil.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Seelsorgeteams


4./5. Sonntag im Jahreskreis – 30./31.01. und 06./07.02.2021

Eingereicht von MK am 29. Jan 2021 - 05:00 Uhr

Markus 1,21-28
Die Geschichte der Synagoge ist ungemein spannend. Wann und wo sie entstanden sind, ist in der Forschung höchst umstritten. Nicht wenige Exegeten meinen, dass das, was das Markusevangelium als Synagoge bezeichnet, wenig mit dem zu tun hat, was wir heute unter einer Synagoge verstehen. Weil zurzeit Jesu das religiöse, kultische Leben auf den Tempel in Jerusalem konzentriert war.

Wohin Jesus in Kafarnaum gegangen ist, war wohl eher ein allgemeiner Versammlungsraum nicht nur der religiösen, sondern auch der politischen Gemeinde. Und dort lehrt Jesus mit Vollmacht. Nicht in den engen Grenzen von Religion und Kult, sondern offen vor allen Augen und Ohren. Dass Religion auf den religiösen Bereich oder gar auf das Privatleben zu beschränken sei, war den Menschen damals völlig fremd.

Kann es sein, dass nicht wenige Religion aus dem öffentlichen Leben verbannen möchten, weil sie eine „Lehre mit Vollmacht“ befürchten, die Sand ins gut laufende Getriebe von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft streuen könnte. Und wie gehe ich selbst damit um? Beschränke ich Jesu Worte auf mein religiöses Leben oder lasse ich auch den Alltag von ihnen prägen? Diese Trennung funktioniert nicht. Wenn ich Jesu Worte ernst nehme, kennt seine Vollmacht keine Grenzen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Seelsorgeteams


2./3. Sonntag im Jahreskreis – 16./17.01. und 23./24.01.2021

Eingereicht von MK am 15. Jan 2021 - 05:00 Uhr

Johannes 1,35-42
Jesus wird immer schnell erwachsen in unserem Kirchenjahr. Kaum ist er geboren, kaum sind die Eltern geflohen und heimgekehrt, erzählen wir von Jesus schon als erwachsenen Mann. Und wissen doch so wenig.
Wo war seine Bar Mizwa? Was hat er gelernt? Vielleicht im Betrieb von Josef, dem Zimmermann? Wie lebten sie alle zusammen? Haben sie sich gestritten in der Heiligen Familie? Das wüsste man doch gerne, um Hintergründe zu haben für den Vordergrund, der dann erzählt wird: Taufe, Sammlung von Jüngern, Wohnung. Wohnung?
Aber im Evangelium steht es doch. Jesus zeigt den ersten Jüngern, wo er wohnt. Und die Jünger bleiben sogar bei ihm an jenem Tag. Jesus hat eine Wohnung auf Erden, nicht nur die im Himmel. Und kennt manche schon, bevor sie ihn kennen. Das alles ist wichtig zu wissen.
Vielleicht hat er sich doch vorher ganz ruhig umgeschaut und schon im Stillen erwählt, wen er dann ansprechen wird, ihm zu folgen. Alles Hintergründe zu jenem Vordergrund, der uns nun gefangen nimmt: Er, der Handwerker, ist der Messias. Der Unscheinbare wird zum Gesalbten, Gekrönten.
Und wir sind Zeugen. Nein, mehr noch, wir sind nicht nur Betrachter, sondern auch Bekenner, wenn wir wollen. Er, der Gesalbte, ist unser Heil.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Seelsorgeteams


Taufe des Herrn – 09./10.01.2021

Eingereicht von MK am 09. Jan 2021 - 16:18 Uhr

Markus 1,7-11
Man muss sich noch einmal die Bedeutung der Taufe des Johannes vor Augen führen, um die Ungeheuerlichkeit der Taufe Jesu zu verstehen.
Johannes hatte zur Vergebung der Sünden und zur Umkehr getauft. Und jetzt reiht sich Jesus unter die Menschen, die von Johannes getauft werden möchten. Das ist mehr als eine Geste. Das ist Ausdruck der menschlichen Natur Jesu, der wusste, dass auch er als Mensch der Umkehr bedürftig ist.
Vielleicht zeigt sich hier auch die Unsicherheit Jesu über seinen weiteren Lebensweg. Er ist sich seiner Person (noch) nicht sicher, wie auch als Mensch, der sein Menschsein ernst nimmt und sich nicht gottgleich fühlt.
Mit Worten aus Psalm 2 bezeugt Gott die Sohnschaft Jesu. Deshalb zählt die Taufe Jesu – wie das Fest der Erscheinung des Herrn und das erste Wunder Jesu bei der Hochzeit zu Kana – zu den Epiphanien, zu den Erscheinungen Gottes. Gott erscheint unter den Menschen – als Mensch, der ganz und gar Mensch ist.
Und was ist mit unserer Taufe? Wenn wir kleine Kinder taufen, dann nicht zur Umkehr, nicht zur Vergebung der Sünden, sondern weil wir sie Gott anvertrauen, damit in unserer Menschlichkeit ein Funke Göttlichkeit entzündet wird.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Seelsorgeteams


Vierter Advent - Weihnachten - Silvester - Neujahr – 2020 / 2021

Eingereicht von MK am 19. Dez 2020 - 14:30 Uhr

Lukas 1,26-38
Die junge Frau und die alte Frau, Maria und Elisabeth. Die eine ist jung und schön, zart und anmutig, mit großen Augen in die Zukunft schauend, und das Kind kommt unerwartet und zu früh.
Die andere ist alt, zumindest deutlich älter als die andere; sie ist geprägt und erfahren, vielleicht auch schon ein wenig abgearbeitet und faltig. Auch für sie kommt das Kind unerwartet, die Zeit des Kinderkriegens scheint nach all dem Warten schon vorbei zu sein.
So stellen viele Menschen sie sich zumindest vor, diese beiden Frauen, die „in anderen Umständen“ sind, die beide auf unerwartete Weise fruchtbar geworden sind und neues Leben in sich tragen. Später begegnen sie einander in Freude, vielleicht auch in Unsicherheit, und sie suchen und brauchen gegenseitige Hilfe und Bestärkung.
In Nürnberg, in der Jakobskirche steht eine „Heim-suchungsgruppe“ aus dem 16. Jahrhundert, die Skulptur vom Maria und Elisabeth. Sie sind so verschieden und doch sind beide mit dem unerwarteten Leben, das in ihnen heranwächst, schon deutlich rund geworden und schauen die Besucher mit wachen Augen an.
Leben und Fruchtbarkeit – und das in jedem Lebensalter – das ist für uns alle ein großes Thema.

Einen schönen 4. Advent und
eine gute Feier der Weihnachtstage und des Jahreswechsels
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Dritter Adventssonntag –12./13.12.2020

Eingereicht von MK am 11. Dez 2020 - 05:00 Uhr

Johannes 1,6-8.19-28
Johannes der Täufer hat seine Rolle klar. Hartnäckig sagt er Nein, als die Sensationsjäger in ihm einen neuen Mose oder Elia sehen möchten. Er sieht sich als Stimme, als Hinweisgeber auf einen anderen.
Kein Wunder, dass das Bild des Isenheimer Altars, auf dem Johannes mit einem überlangen Zeigefinger zu Jesus hinüberzeigt, so berühmt geworden ist.
Johannes ist dieser Zeigefinger. Guck dahin, sagt dieser Finger. Starr nicht mich an, ich bin zwar auffallend und skurril und bestimmt nicht leise. Aber der, auf den es ankommt, der steht schon neben dir, ohne aufzufallen. Johannes der Täufer ist ein gutes Modell für uns Christen.
Wir müssen gar nicht lieb und leise und demütig-zurückhaltend sein. Für die Sache Gottes sollen wir laut unsere Stimme erheben.
Aber immer klar haben: es geht nicht um mich. Sondern sichtbar für alle muss Christus werden. Auch wenn er noch so klein und unauffällig daherkommt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter Adventssonntag –05./06.12.2020

Eingereicht von MK am 04. Dez 2020 - 21:44 Uhr

Markus 1,1-8
In Zeiten der permanenten Optimierung des Körpers, von Castingshows und Mode als Ersatzreligion kann so einer wie Johannes bestenfalls müde belächelt werden. Ein Spinner, ohne jede Relevanz für die Welt.
Wenn aber jemand die Größe hat, sich außerhalb der Gesellschaft zu stellen, sich nicht einem Diktat der Mode zu unterwerfen, dann ist er frei.
Wenn jemand stark genug ist, sich weder anzupassen noch rebellieren zu müssen, dann ist er frei für das Wesentliche. Für das Göttliche im Menschen, für Gottes Gegenwart in der Welt.
In Scharen sind sie ihm nachgelaufen, diesem Outsider, weil sie spürten, da ist einer, der sich nicht von der Oberfläche blenden lässt, der nach dem Wesentlichen sucht, dem es nichts ausmacht, wenn sie ihn auslachen. Ihm haben sie es abgenommen, wenn er von Gott und vom Heiligen Geist erzählt hat.
Wenn wir wollen, dass Menschen uns zuhören in unserem Reden von Gott, dann müssen auch wir uns unter die Oberfläche schauen.
Tiefer als äußere Anerkennung. Tiefer als äußere Pflichterfüllung. Tiefer als eine Ideologie. Dann müssen auch wir frei sein für das Wesentliche. Für den Immanuel. Für den Gott in uns und mit uns.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Adventssonntag –28./29.11.2020

Eingereicht von MK am 25. Nov 2020 - 20:21 Uhr

Markus 13,24-37
Wachsam sind wir auf vieles: auf Freunde, im Verkehr, beim Zählen des Wechselgeldes. Wachsam sein ist ein Zustand des Menschen, wenn er nicht gerade schläft. Und auch da sind manche in einer Weise achtsam, dass es ihnen den Schlaf raubt. Weniger Aufmerksamkeit erhält oft die Seele, leider.
Seelenpflege betreibt Jesus in diesem seltsamen Text. Gewaltige Dinge kündigt er an für das Ende der Erde. Nicht der Welt, aber der Erde. Bis dahin, dass die Sterne vom Himmel fallen werden, wenn der Menschensohn kommen wird; also „der Mensch“ schlechthin, ein von Gott Erwählter.
Ob Jesus sich hier selber gemeint hat, wissen wir nicht genau. Das überlässt er, wie so vieles, seinem Gott und Vater. Auch dass er schon ist, was er hier ankündigt, ist Jesus wohl noch nicht bewusst. Das kommt erst, wenn er aus dem Grab aufstehen und wissen wird: Ich bin es, von dem ich oft gesprochen habe. Ich, das Kind aus Betlehem, der Junge aus Nazareth, erlöse nicht erst, sondern habe schon erlöst.
Alle; alle, die ihre Knie vor mir beugen, weil sie achtsam sind und wissen: Ohne diesen Herrn ist kein Friede, keine Gerechtigkeit, keine Vergebung. Dies zu wissen macht wachsam im Leben mit anderen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Christkönigsfest –21./22.11.2020

Eingereicht von MK am 19. Nov 2020 - 18:51 Uhr

Matthäus 25,31-46
Himmel und Hölle, hier sind sie dicht beieinander. Aber Vorsicht: Jesus erzählt ein Gleichnis. Häufig gebraucht er das Wörtchen „wie“ in seinen Gleichnissen, weil er etwas vergleicht. Hier vergleicht er das Himmelreich mit Bildern, die Menschen vertraut sind: Sie sammeln sich, sie werden geteilt, wie der Hirte seine Herde teilt.
Jesus will beim Wort genommen werden. Besonders bei einem Wort: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Das ist das eigentliche Gerichtswort der Heiligen Schrift. Es entspricht dem anderen, das beginnt mit: Was ihr … nicht getan habt. So geht Gericht. Und so ist es gerecht, das Gericht.
Gericht ist die Bewertung des Lebens. Gericht ist Gottes gutes Recht. Er schenkt uns die Schöpfung, das Leben und das Lieben – und möchte das auch bewerten können. Bewerten im Sinne von Begutachten.
Wie gut waren wir unter Gottes Güte? Wie gerecht waren wir unter seiner Gerechtigkeit? Wie barmherzig waren wir unter dem Himmel seines Erbarmens?
Das möchte Gott festgestellt wissen. Nicht für sich, er weiß es ja. Aber für uns. Wir sollen genau wissen, wie gütig wir waren im Lichte von Gottes Gnade. Davor müssen wir uns nicht fürchten. Gericht ist nichts zum Fürchten. Wir haben doch alle Zeit, im Sinne Gottes zu leben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


33. Sonntag im Jahreskreis –14./15.11.2020

Eingereicht von MK am 13. Nov 2020 - 16:28 Uhr

Matthäus 25,14-30
Eine ernste Geschichte ist das am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres. Danach kommt nur noch Christkönig – der klare Hinweis, wer „der Chef“, der König, der Herr ist, um wen es in unserem Leben und Glauben geht. Darauf ist dieser Sonntag davor hin geordnet.
Ernste Töne sind es, und es wird Bilanz gezogen. Im Evangelium geht es um die Frage, was ich mit dem, was mir anvertraut wurde, gemacht habe. Habe ich mich an dem, was ich habe, festgeklammert, mich der Ängstlichkeit überlassen und bin ich somit in gewisser Weise unfruchtbar geworden?
Oder habe ich ein Risiko gewagt, in Klugheit und Verantwortung Vertrauen geübt, und bin ich somit mit Großzügigkeit und Fülle beschenkt worden?
Selbstverständlich ist das Leben nicht so einfach und eindeutig auf diese beiden Haltungen und Verhaltens-weisen „hinzubiegen“. Aber in der heutigen Geschichte sind doch Grundmuster menschlichen Verhaltens beschrieben.
Jesus lädt in seinem ernsten Gleichnis zum Risiko und zum Vertrauen ein. Der „Preis“, die Frucht wird wunderbar sein: Neben dem Hinweis auf den Überfluss ist zweimal von der Einladung zur Freude die Rede: „Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn.“ Wie wunderbar, Teil Gottes und Teil seiner Freude zu werden!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


32. Sonntag im Jahreskreis –07./08.11.2020

Eingereicht von MK am 06. Nov 2020 - 13:00 Uhr

Matthäus 25,1-13
Man weiß ja nie, sagte meine Oma immer, und hatte immer alles dabei: Pflaster und Geld, eine kleine Flasche Wasser und einen Regenschirm. Sie fand es verantwortungslos, nicht für alle Gelegenheiten vorzusorgen – vor allem dann, wenn sie mit ihren Enkeln unterwegs war und für deren Wohlergehen sorgen musste.
Hätten die fünf törichten Jungfrauen doch auch so eine Oma gehabt! Sie hätten völlig klar gehabt, wie wichtig sie als Lichtträgerinnen für den Brautzug waren.
Sie hätten genug Öl dabeigehabt, weil man ja weiß, wie schnell so ein wichtiger Mann aufgehalten werden kann.
Sie hätten nicht im entscheidenden Augenblick den Ort des Geschehens verlassen müssen, um dann zu erfahren, dass man nicht einfach da wieder anknüpfen kann, wo man durch eigene Dummheit und Leichtsinn den Anschluss verloren hat.
Klug waren die anderen fünf, weil sie ihren Auftrag klar hatten, ihre Würde kannten und dem Höhepunkt ihres Daseins entgegenfieberten.
So möchte Jesus seine Leute antreffen, wenn er kommt. Und am liebsten nicht nur fünf …

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

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