Newsbeiträge

1. Fastensonntag - 20./21. Februar 2010

Eingereicht von markus am 19. Feb 2010 - 10:29 Uhr
Jesus wird vom Teufel in die Wüste geführt und dort versucht, erzählen uns Lukas und Matthäus im Neuen Testament. Und von dem großen russischen Schriftsteller Fjodor M. Dostojewski wird uns berichtet, dass er gesagt habe: Wenn die Geschichte von der Versuchung Jesu nicht in der Bibel stünde, müsste man sie erfinden. Was ist also dran an dieser Geschichte, dass sie so beliebt ist?
Hier wird die Machtfrage entschieden, und zwar ein für alle Mal. Jesus, der alle Macht der Welt haben könnte, lehnt sie ab. Die größte Verführung der Welt weist er zurück. Um des ersten Gebotes willen. Vermutlich weiß er, dass er mit der Macht der Welt wenig gewinnt, aber Gott verliert. Und das ist ihm die Macht nicht wert. Er will Gott anbeten und nicht den Götzen Macht. Er will nicht herrschen, sondern dienen: Anbeten, den Nächsten lieben und achten, mit anderen teilen.
Jesus ist darin nicht selbstlos, sondern sehr vernünftig. Nur wenn ich diene, gewinne ich mich, weiß er. Wenn ich nach Macht greife und herrsche, verliere ich alles. Da verlässt ihn der Teufel. Das erste Gebot weist ihn in die Schranken. Bis heute.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan


6. Sonntag im Jahreskreis - 13./14. Februar 2010

Eingereicht von markus am 12. Feb 2010 - 15:39 Uhr

Was für ein Mann ist das, der so predigen kann, ohne dass ihn die Menschen für einen Zyniker oder billigen Vertröster halten? (Lk 6,17.20-26) Wir hören die Zumutung ja kaum noch, und auch das könnte man raushören: „Freut euch alle, wenn es euch hier auf Erden schlecht geht; dafür wird's euch einmal im Himmel besser gehen!« So kann
Jesus das nicht gemeint haben, auch wenn er einmal vom „Lohn im Himmel" spricht. Der „Himmel" und das „Reich Gottes" stehen nicht für eine ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits - das wäre nicht nur billig, sondern menschenverachtend.
Jesus hat zwar mit dem „Himmel" und dem „Reich Gottes" auf eine neue Welt verwiesen, aber auf eine, mit der er selbst in Wort und Tat beginnen wollte. Er selbst wollte genau das tun: sich den Armen zuwenden, den Hungernden, den Weinenden, und so mit dieser neuen Welt einen Anfang machen, ganz gleich wie klein. Aber er wollte es nicht allein tun. Er wollte Mitstreiter gewinnen. Deshalb hat er sein „utopisches" Programm seinem kleinen Schülerkreis anvertraut.
Heute sind wir, bin ich gefragt: Bist du bereit, von deinem Platz und mit deinen Kräften mitzubauen an dieser neuen Welt?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  



5. Sonntag im Jahreskreis - 06./07. Februar 2010

Eingereicht von markus am 06. Feb 2010 - 12:20 Uhr
 „Es ist Unsinn, sagt die Vernunft. Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht. Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung."
Petrus hätte dieses Gedicht von Erich Fried wahrscheinlich gern zitiert, als ihn der fremde Prediger im Boot aufforderte, noch mal die Netze auszuwerfen. (Lk 5,1-11) Die ganze Nacht hat der erfahrene Fischer umsonst geschuftet, ist todmüde und hat resigniert. Da helfen keine klugen Ratschläge: Tagsüber fängt man keine Fische, das weiß doch jeder.
Oft entdecken wir uns in diesem Petrus wieder: Stundenlang an der Predigt gefeilt, liebevoll den Kindergottesdienst vorbereitet. Fleißig Einladungen zum Gemeindeprogramm verteilt. Und dann bleiben die Netze, sprich die Kirchenbänke, leer.
Hat doch alles keinen Zweck ... Der Frust des Petrus kommt uns bekannt vor. Wir formulieren ihn auch jeden zweiten Tag. Aber vielleicht können wir auch den nächsten Satz des künftigen Menschenfischers wagen: „Weil du es sagst, probiere ich es noch mal." Wer weiß - vielleicht stehen wir dann ganz überwältigt vor Gottes Großzügigkeit?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan 

4. Sonntag im Jahreskreis - 30./31. Januar 2010

Eingereicht von markus am 29. Jan 2010 - 11:49 Uhr
Ein stimmungsvoller Nachklang des Weihnachtsfestes. 40 Tage nach Weihnachten, am 2. Februar, feiern wir das "Fest der Darstellung des Herrn", das im Volksmund besser unter dem Namen "Mariä Lichtmess" bekannt ist. Das Fest erinnert an die Vorgänge, über die der Evangelist Lukas (Lk 2,22-39) berichtet: Nach alttestamentlichen Vorschriften galt eine Frau nach der Geburt eines Jungen 40 Tage als kultisch unrein und musste danach ein Opfer für ihre Reinigung darbringen.
Außerdem wurde der Erstgeborene als Eigentum Gottes angesehen und musste durch ein Opfer ausgelöst werden. Dieser Vorschrift entsprachen Maria und Josef im Tempel von Jerusalem. Außerdem berichtet die Erzählung des Lukas von der Begegnung der Familie mit dem greisen Simeon und Hanna. Simeon bezeichnet dabei Jesus als "Licht, das die Heiden erleuchtet".
Das Fest der Darstellung Jesu im Tempel wird bereits seit Mitte des 5. Jahrhunderts gefeiert. Früher endete mit diesem Tag der weihnachtliche Festkreis, an dem in Kirchen und Privathäusern die Weihnachtskrippen abgebaut wurden. Seit 1969 lautet die offizielle Bezeichnung "Fest der Darstellung des Herrn". In den Gottesdiensten werden Kerzen geweiht, die Geistliche und Gläubige in einer Prozession mittragen. Wir wollen dieses stimmungsvolle Fest bereits an diesem Sonntag feiern.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan 

3. Sonntag im Jahreskreis - 23./24. Januar 2010

Eingereicht von markus am 21. Jan 2010 - 19:26 Uhr
Manchmal beneide ich Jesus, dass er den Auftrag und den Sinn seines Lebens so genau benennen und öffentlich verkünden kann: »Ich bin gekommen, um zu...« Und nicht nur das: Indem er sich auf den Propheten Jesaja beruft, weiß er sich auch in einer langen Tradition zu Hause, kann sich darauf berufen und damit sein Leben und seine Botschaft weiterbauen. Gleichzeitig hält sich mein Neid in Grenzen und wandelt sich in ein großes Gefühl von Beschenktsein und Bestärktsein, oder um es mit einem guten, alten Wort zu sagen: In Gnade.
Als Jünger/in dieses Jesus bleibe ich zwar immer hinter dem zurück, was und wie er gelebt hat, aber ich bin eingeladen, mit ihm und in seinem Namen zu gehen und Ähnliches mit den Menschen zu leben: Den an Leib und Seele Armen eine gute Nachricht bringen, mich Gefangenen, Blinden, Zerschlagenen und in Schuld Geratenen zuwenden. Und darauf vertrauen, dass das - mit meiner Hilfe - den Beginn des Reiches Gottes darstellt. Zumindest die Erinnerung daran, die wir brauchen wie gutes, nahrhaftes Brot. Das ist die noch größere Gnade an dieser Botschaft des heutigen Evangeliums: Jesus ist gekommen, um auch meine Armut, Blindheit, Zerschlagenheit zu heilen und um auch meine Fesseln und meine Schuld aufzulösen. Und er braucht mich, um sein Werk fortzusetzen. - Wann? „Heute“; sagt das Evangelium.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan 
Sonntagsbrief vom 24. Jan. 10

Erster Advent - 28./29.November 2009

Eingereicht von markus am 26. Nov 2009 - 22:33 Uhr
„Maranatha - Herr, komm doch wieder in deiner Herrlichkeit." In jedem Advent singen die Benediktinerinnen von Dinklage mit Inbrunst diese Zeile. Und jedes Mal stockt mir, wenn ich dort zu Besuch bin und es höre, der Atem. Will ich das? „Komm, Herr Jesus, komm bald!« Kann ich das singen und sagen? Unser ganzes Leben ist doch darauf abgestellt, dass es ein Morgen und ein Übermorgen und ein „Dann" gibt. „Maranatha" - und die Lebensversicherung verfällt. Die Debatte um die Rentenreform - erledigt. Die Sorge, ob jemand eine Arbeit findet- überflüssig.
„Komm, Herr Jesus, komm bald!“  Ehrlich?

Die Worte Jesu zum ersten Advent sind keine düsteren Prophezeiungen, keine Ansage schlechter Zeiten. Sie wollen die Gemeinden, die in Angst und Bedrängnis leben, ermutigen: Merkt auf, lasst den Kopf nicht hängen. Betäubt euch nicht mit billigen Trostspendern, lasst euch nicht abbringen von der Sehnsucht nach einem neuen Himmel und einer neuen Erde. Die ersten Christen haben diese Worte wahrscheinlich ganz anders gehört als wir, die wir das Paradies eher auf den Seychellen suchen und den Lohn unserer Mühen mit der nächsten Gehaltsabrechnung erwarten. Aber auch wir feiern Advent, auch wir singen, „komm, oh komm Immanuel“. Wen oder was erwarten, ja ersehnen wir?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

33. Sonntag im Jahreskreis - 14./15.November 2009

Eingereicht von markus am 13. Nov 2009 - 09:32 Uhr

Es geht zu Ende, sagt Jesus. (Mk 13,24-32) Die Sterne werden vom Himmel fallen. Dann geht es zu Ende mit der Welt. Und dann? Dann kommt der Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken. Und obwohl das sehr bald sein wird, sagt Jesus, weiß keiner den Tag oder die Stunde, in der das geschehen wird. Noch nicht einmal Jesus. Und das will ja was heißen.
Wieder lesen wir also am Ende des Kirchenjahres klar und deutlich, dass Jesus mehr ist als nur lieb und nett. Er kann auch mahnen, sogar warnen.


Seid achtsam, sagt Jesus, es geht zu Ende. Die Welt ist nicht alles. Euer Leben ist nicht alles, sagt Jesus. Seid vorsichtig im besten Sinne des Wortes: Schaut nach vorne. Da ist nämlich noch etwas. Der Menschensohn wird kommen. Die Welt wird ein Ende haben. Und ihr Menschen werdet das erleben. Wie auch immer. Dann wird das Gericht sein, die Bewertung jedes Lebens. Wer hat den Willen Gottes getan und gelebt? Das entscheidet der Richter allein. Wir wissen auch nicht, was er dann macht. Gott ist streng, aber auch barmherzig. Wir müssen uns nicht sorgen vor dem Gericht. Wir können Gottes Willen tun und uns freuen auf sein ewiges Reich.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  


32. Sonntag im Jahreskreis - 07./08.11.2009

Eingereicht von markus am 06. Nov 2009 - 09:06 Uhr
Je näher es nach Jerusalem geht, desto schärfer wird Jesus. (Mk 12,38-44) Er wird kritischer und konfrontierender, er polarisiert beinahe, und er grenzt sich sehr deutlich ab. Auch Jesus ringt oft nach Worten, und so greift er zu Kontrastbeispielen, die das, was ihm wichtig ist, vielleicht auch noch viel härter erscheinen lassen.
Wie immer sind der Zusammenhang und der Anlass wichtig, um einen Menschen und um auch Jesus zu verstehen: Er hat ja durchaus Sympathien für die Schriftgelehrten, die sich für die Botschaft Gottes interessieren. Aber kaum etwas ist enttäuschender, als wenn jemand Gutes missbraucht für Bereicherungen jeglicher Art. Auch die eigene, mühsam gehütete Rechtschaffenheit kann eine solche sein, weil sie immer darauf abzielt, das Erworbene ja recht fest zu halten.

Jesus weist auf die arme Frau hin, die „aus ihrer Armut gegeben" hat, wie es im Text eigentlich heißt. Jesus liebt das großzügige Herz, und so weist er auf diese Frau hin. Jesu Botschaft hat viel mit Hingabe und mit der Einladung zu einem großzügigen Herzen zu tun - mit dem verrückten Versprechen, dass wir im Hingeben und in der Großzügigkeit reiches Leben finden werden.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

31. Sonntag im Jahreskreis - 31.10./01.11.2009

Eingereicht von markus am 30. Okt 2009 - 09:10 Uhr
Ich gebe zu: Sie gefallen mir eigentlich nicht, die (meist barocken) Gemälde von Heiligen, die mit verdrehten Augen und verzücktem Gesicht gen Himmel schauen, während an ihrem Leib schreckliche Marterwerkzeuge ausprobiert werden. Je leidenschaftlicher der Blick ins Jenseits gerichtet ist, desto weniger scheinen die irdischen Leiden zu existieren. Sieht Heiligkeit so aus?
Jesu Leben sah anders aus: Er ging mitten hinein in die Not der Menschen, in die Auseinandersetzung mit unmenschlichen Systemen, in Angst und Krankheit, Gottesverlassenheit und Tod. Das verzückte Abwenden von der Welt war seine Sache nicht, auch nicht in seiner modernen Variante, die so ähnlich heißt wie: „Jeder muss selber sehen, wie er zu seinem Glück kommt!"
Deshalb nennt er die selig, die sich noch nicht eingerichtet haben in den Realitäten dieser Welt. Die die reibungslosen Abläufe der Gesellschaft stören mit ihrer Trauer, ihrer Naivität, ihrem Hunger nach Gerechtigkeit. Wir könnten die Liste weiterschreiben: Selig, denen noch die Tränen in die Augen steigen, wenn in der Tagesschau Blut und Leichenteile in Großaufnahme erscheinen. Selig, die den Mund aufmachen, wenn am Stammtisch über „die Muslime, die doch alle Mörder sind" hergezogen wird. Selig, die unbeirrt glauben an einen neuen Himmel und eine neue Erde: Sie sind auf dem besten Weg zur Heiligkeit.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

29. Sonntag im Jahreskreis - 17./18. Oktober 2009

Eingereicht von markus am 16. Okt 2009 - 08:00 Uhr
Das Zeichen der Christen ist der Dienst. So sieht es Jesus. (Mk 10,35-45). Die Jünger sehen es anders. Sie wünschen sich die Herrschaft. Nicht nur die Jünger und Jüngerinnen zurzeit Jesu.
Heute dürfte es ähnlich sein. Wenn wir schon Gottes Willen erfüllen, werden viele denken, dann könnten wir auch etwas davon haben. Geld zum Beispiel. Oder etwas Ruhm. Oder mehr Einfluss. Spätestens jedoch einen guten Platz im Himmel.
Davon träumen in der Bibel schon die Jünger Jakobus und Johannes. Und weil sie mutig sind, fragen sie Jesus direkt: Bitte, lass uns im Himmel neben dir sitzen. Als Jesus ihnen antwortet, werden sie immer mutiger. Ja, sagen sie, wir können, wenn wir müssen, ebenso leiden und standhaft bleiben wie du.
Das sind starke Worte. Ich könnte sie nicht sprechen. Jesus weist die beiden aber nicht zurück. Er sagt nur, was er genau weiß: Wer unter euch groß sein will, soll dienen. Das muss genügen. Dienst ist alles. Über Ruhm, Einfluss, Geld oder einen Platz im Himmel entscheidet dann Gott allein. Der Dienst muss uns genügen. Wer sich nicht selbst erhaben dünkt, wird groß. Mit Gottes Hilfe.

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auch im Namen des Pastoralteams
Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

26. Sonntag im Jahreskreis - 26./27. September 2009

Eingereicht von markus am 27. Sep 2009 - 11:09 Uhr
Wer Christ sein darf, entscheiden nicht die Christen, sondern Christus selbst gibt es uns vor. Wem er die Hand reicht, den dürfen wir nicht aus unseren Gemeinden fern halten, weil er zu fortschrittlich oder zu konservativ ist oder auf andere Weise unseren Vorstellungen nicht entspricht. Die Gefahr, jemanden am Glauben zu hindern, weil er nicht unseren Maßstäben entspricht, führt das Evangelium drastisch vor Augen (vgl. Mk 9,38ff)
Fremde Wundertäter? „Hindert sie nicht!" Verführerische Gliedmaßen? „Hau sie ab!" –

Wie passt das zusammen? Manchmal habe ich den Verdacht, die antiken Kopisten haben beim Abschreiben etwas ausgelassen. Doch für den Evangelisten Markus gehören beide Forderungen zusammen - als Mahnung an den engsten Jüngerkreis, man könnte heute sagen: an Kirchenleitung und ihre Gremien. Übersetzt könnten die Worte Jesu heißen:„ Wer Gutes tut und im Namen Jesu helfen will, soll das tun. Man muss sich nicht mit Leib und Seele der Kirche verschrieben haben, um in ihrem Sinne zu handeln." Das bedeutet auch, dass Christen aufmerksam und dankbar sein sollen für alle Zeichen der Liebe und Sorge, die außerhalb ihrer eigenen Zirkel geschehen. Diese Aufmerksamkeit fordert auch der zweite Teil des Evangeliums: „Ihr alle, denen irgendeine Leitungsaufgabe anvertraut ist, achtet auf euer Tun. Werdet nicht unglaubwürdig für die einfachen Gläubigen in der Kirchenbank. Wenn sie Euretwegen ihren Glauben an den gütigen Gott verlieren, dann ist das eine ernste Sache!" Hand abhauen, Auge ausreißen - Jesus fordert mit drastischen Worten auf, nicht alles zu tun, worauf wir gerade Lust haben. Es lohnt sich zu verzichten, sich anzustrengen, die Folgen des eigenen Handelns im Blick zu haben. Nicht um sich zu quälen, sondern um das Reich Gottes zu verwirklichen. Darum geht es Jesus in all seinen Forderungen.


Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

 Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

25. Sonntag im Jahreskreis - 19./20. September 2009

Eingereicht von markus am 19. Sep 2009 - 10:37 Uhr
Die Jünger Jesu verstehen eigentlich nichts von ihm. Das lesen wir immer wieder im Neuen Testament. Sie hören zu, aber sie verstehen Jesus nicht. Aber etwas anderes verstehen sie sehr gut: sich zu streiten. Wer ist der Größte unter ihnen? Darüber streiten sie gerne. Und gerade dieser Streit, der einem vorkommt wie im Kindergarten, ist der beste Beleg dafür, dass die Jünger eigentlich nichts von Jesus verstehen. (Mk 9,30-37)

Hoffentlich machen wir es besser. Hoffentlich haben wir andere Probleme als die Jünger. Hoffentlich gibt es bei uns keine Hahnenkämpfe in der Pfarreiengemeinschaft und den einzelnen Gemeinden, im Pfarrgemeinderat und am Arbeitsplatz. Besser ist es, wenn es allein um die Sache geht. Die nämlich benennt Jesus eindeutig: Wer groß sein will, soll dienen. Und dann zeigt uns Jesus ein Kind, also einen völlig abhängigen Menschen, und befiehlt den Jüngerinnen und Jüngern dieses Kind an. Nehmt dieses Kind in eure Obhut, sagt Jesus, und ihr nehmt mich auf. Nehmt das Schwächste von allen zu euch, und ihr kümmert euch um mich. Das ist klar. Da gibt es nichts mehr zu deuten. Besser als sich um sich selbst zu kümmern ist es, sich um das Schwache zu kümmern. Wer ganz unten anfängt, ist bald ganz oben. Bei Jesus.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

 Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  
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