Newsbeiträge

3. Sonntag im Jahreskreis - 23./24. Januar 2010

Eingereicht von markus am 21. Jan 2010 - 19:26 Uhr
Manchmal beneide ich Jesus, dass er den Auftrag und den Sinn seines Lebens so genau benennen und öffentlich verkünden kann: »Ich bin gekommen, um zu...« Und nicht nur das: Indem er sich auf den Propheten Jesaja beruft, weiß er sich auch in einer langen Tradition zu Hause, kann sich darauf berufen und damit sein Leben und seine Botschaft weiterbauen. Gleichzeitig hält sich mein Neid in Grenzen und wandelt sich in ein großes Gefühl von Beschenktsein und Bestärktsein, oder um es mit einem guten, alten Wort zu sagen: In Gnade.
Als Jünger/in dieses Jesus bleibe ich zwar immer hinter dem zurück, was und wie er gelebt hat, aber ich bin eingeladen, mit ihm und in seinem Namen zu gehen und Ähnliches mit den Menschen zu leben: Den an Leib und Seele Armen eine gute Nachricht bringen, mich Gefangenen, Blinden, Zerschlagenen und in Schuld Geratenen zuwenden. Und darauf vertrauen, dass das - mit meiner Hilfe - den Beginn des Reiches Gottes darstellt. Zumindest die Erinnerung daran, die wir brauchen wie gutes, nahrhaftes Brot. Das ist die noch größere Gnade an dieser Botschaft des heutigen Evangeliums: Jesus ist gekommen, um auch meine Armut, Blindheit, Zerschlagenheit zu heilen und um auch meine Fesseln und meine Schuld aufzulösen. Und er braucht mich, um sein Werk fortzusetzen. - Wann? „Heute“; sagt das Evangelium.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan 
Sonntagsbrief vom 24. Jan. 10

Erster Advent - 28./29.November 2009

Eingereicht von markus am 26. Nov 2009 - 22:33 Uhr
„Maranatha - Herr, komm doch wieder in deiner Herrlichkeit." In jedem Advent singen die Benediktinerinnen von Dinklage mit Inbrunst diese Zeile. Und jedes Mal stockt mir, wenn ich dort zu Besuch bin und es höre, der Atem. Will ich das? „Komm, Herr Jesus, komm bald!« Kann ich das singen und sagen? Unser ganzes Leben ist doch darauf abgestellt, dass es ein Morgen und ein Übermorgen und ein „Dann" gibt. „Maranatha" - und die Lebensversicherung verfällt. Die Debatte um die Rentenreform - erledigt. Die Sorge, ob jemand eine Arbeit findet- überflüssig.
„Komm, Herr Jesus, komm bald!“  Ehrlich?

Die Worte Jesu zum ersten Advent sind keine düsteren Prophezeiungen, keine Ansage schlechter Zeiten. Sie wollen die Gemeinden, die in Angst und Bedrängnis leben, ermutigen: Merkt auf, lasst den Kopf nicht hängen. Betäubt euch nicht mit billigen Trostspendern, lasst euch nicht abbringen von der Sehnsucht nach einem neuen Himmel und einer neuen Erde. Die ersten Christen haben diese Worte wahrscheinlich ganz anders gehört als wir, die wir das Paradies eher auf den Seychellen suchen und den Lohn unserer Mühen mit der nächsten Gehaltsabrechnung erwarten. Aber auch wir feiern Advent, auch wir singen, „komm, oh komm Immanuel“. Wen oder was erwarten, ja ersehnen wir?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

33. Sonntag im Jahreskreis - 14./15.November 2009

Eingereicht von markus am 13. Nov 2009 - 09:32 Uhr

Es geht zu Ende, sagt Jesus. (Mk 13,24-32) Die Sterne werden vom Himmel fallen. Dann geht es zu Ende mit der Welt. Und dann? Dann kommt der Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken. Und obwohl das sehr bald sein wird, sagt Jesus, weiß keiner den Tag oder die Stunde, in der das geschehen wird. Noch nicht einmal Jesus. Und das will ja was heißen.
Wieder lesen wir also am Ende des Kirchenjahres klar und deutlich, dass Jesus mehr ist als nur lieb und nett. Er kann auch mahnen, sogar warnen.


Seid achtsam, sagt Jesus, es geht zu Ende. Die Welt ist nicht alles. Euer Leben ist nicht alles, sagt Jesus. Seid vorsichtig im besten Sinne des Wortes: Schaut nach vorne. Da ist nämlich noch etwas. Der Menschensohn wird kommen. Die Welt wird ein Ende haben. Und ihr Menschen werdet das erleben. Wie auch immer. Dann wird das Gericht sein, die Bewertung jedes Lebens. Wer hat den Willen Gottes getan und gelebt? Das entscheidet der Richter allein. Wir wissen auch nicht, was er dann macht. Gott ist streng, aber auch barmherzig. Wir müssen uns nicht sorgen vor dem Gericht. Wir können Gottes Willen tun und uns freuen auf sein ewiges Reich.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  


32. Sonntag im Jahreskreis - 07./08.11.2009

Eingereicht von markus am 06. Nov 2009 - 09:06 Uhr
Je näher es nach Jerusalem geht, desto schärfer wird Jesus. (Mk 12,38-44) Er wird kritischer und konfrontierender, er polarisiert beinahe, und er grenzt sich sehr deutlich ab. Auch Jesus ringt oft nach Worten, und so greift er zu Kontrastbeispielen, die das, was ihm wichtig ist, vielleicht auch noch viel härter erscheinen lassen.
Wie immer sind der Zusammenhang und der Anlass wichtig, um einen Menschen und um auch Jesus zu verstehen: Er hat ja durchaus Sympathien für die Schriftgelehrten, die sich für die Botschaft Gottes interessieren. Aber kaum etwas ist enttäuschender, als wenn jemand Gutes missbraucht für Bereicherungen jeglicher Art. Auch die eigene, mühsam gehütete Rechtschaffenheit kann eine solche sein, weil sie immer darauf abzielt, das Erworbene ja recht fest zu halten.

Jesus weist auf die arme Frau hin, die „aus ihrer Armut gegeben" hat, wie es im Text eigentlich heißt. Jesus liebt das großzügige Herz, und so weist er auf diese Frau hin. Jesu Botschaft hat viel mit Hingabe und mit der Einladung zu einem großzügigen Herzen zu tun - mit dem verrückten Versprechen, dass wir im Hingeben und in der Großzügigkeit reiches Leben finden werden.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

31. Sonntag im Jahreskreis - 31.10./01.11.2009

Eingereicht von markus am 30. Okt 2009 - 09:10 Uhr
Ich gebe zu: Sie gefallen mir eigentlich nicht, die (meist barocken) Gemälde von Heiligen, die mit verdrehten Augen und verzücktem Gesicht gen Himmel schauen, während an ihrem Leib schreckliche Marterwerkzeuge ausprobiert werden. Je leidenschaftlicher der Blick ins Jenseits gerichtet ist, desto weniger scheinen die irdischen Leiden zu existieren. Sieht Heiligkeit so aus?
Jesu Leben sah anders aus: Er ging mitten hinein in die Not der Menschen, in die Auseinandersetzung mit unmenschlichen Systemen, in Angst und Krankheit, Gottesverlassenheit und Tod. Das verzückte Abwenden von der Welt war seine Sache nicht, auch nicht in seiner modernen Variante, die so ähnlich heißt wie: „Jeder muss selber sehen, wie er zu seinem Glück kommt!"
Deshalb nennt er die selig, die sich noch nicht eingerichtet haben in den Realitäten dieser Welt. Die die reibungslosen Abläufe der Gesellschaft stören mit ihrer Trauer, ihrer Naivität, ihrem Hunger nach Gerechtigkeit. Wir könnten die Liste weiterschreiben: Selig, denen noch die Tränen in die Augen steigen, wenn in der Tagesschau Blut und Leichenteile in Großaufnahme erscheinen. Selig, die den Mund aufmachen, wenn am Stammtisch über „die Muslime, die doch alle Mörder sind" hergezogen wird. Selig, die unbeirrt glauben an einen neuen Himmel und eine neue Erde: Sie sind auf dem besten Weg zur Heiligkeit.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

29. Sonntag im Jahreskreis - 17./18. Oktober 2009

Eingereicht von markus am 16. Okt 2009 - 08:00 Uhr
Das Zeichen der Christen ist der Dienst. So sieht es Jesus. (Mk 10,35-45). Die Jünger sehen es anders. Sie wünschen sich die Herrschaft. Nicht nur die Jünger und Jüngerinnen zurzeit Jesu.
Heute dürfte es ähnlich sein. Wenn wir schon Gottes Willen erfüllen, werden viele denken, dann könnten wir auch etwas davon haben. Geld zum Beispiel. Oder etwas Ruhm. Oder mehr Einfluss. Spätestens jedoch einen guten Platz im Himmel.
Davon träumen in der Bibel schon die Jünger Jakobus und Johannes. Und weil sie mutig sind, fragen sie Jesus direkt: Bitte, lass uns im Himmel neben dir sitzen. Als Jesus ihnen antwortet, werden sie immer mutiger. Ja, sagen sie, wir können, wenn wir müssen, ebenso leiden und standhaft bleiben wie du.
Das sind starke Worte. Ich könnte sie nicht sprechen. Jesus weist die beiden aber nicht zurück. Er sagt nur, was er genau weiß: Wer unter euch groß sein will, soll dienen. Das muss genügen. Dienst ist alles. Über Ruhm, Einfluss, Geld oder einen Platz im Himmel entscheidet dann Gott allein. Der Dienst muss uns genügen. Wer sich nicht selbst erhaben dünkt, wird groß. Mit Gottes Hilfe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams
Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

26. Sonntag im Jahreskreis - 26./27. September 2009

Eingereicht von markus am 27. Sep 2009 - 11:09 Uhr
Wer Christ sein darf, entscheiden nicht die Christen, sondern Christus selbst gibt es uns vor. Wem er die Hand reicht, den dürfen wir nicht aus unseren Gemeinden fern halten, weil er zu fortschrittlich oder zu konservativ ist oder auf andere Weise unseren Vorstellungen nicht entspricht. Die Gefahr, jemanden am Glauben zu hindern, weil er nicht unseren Maßstäben entspricht, führt das Evangelium drastisch vor Augen (vgl. Mk 9,38ff)
Fremde Wundertäter? „Hindert sie nicht!" Verführerische Gliedmaßen? „Hau sie ab!" –

Wie passt das zusammen? Manchmal habe ich den Verdacht, die antiken Kopisten haben beim Abschreiben etwas ausgelassen. Doch für den Evangelisten Markus gehören beide Forderungen zusammen - als Mahnung an den engsten Jüngerkreis, man könnte heute sagen: an Kirchenleitung und ihre Gremien. Übersetzt könnten die Worte Jesu heißen:„ Wer Gutes tut und im Namen Jesu helfen will, soll das tun. Man muss sich nicht mit Leib und Seele der Kirche verschrieben haben, um in ihrem Sinne zu handeln." Das bedeutet auch, dass Christen aufmerksam und dankbar sein sollen für alle Zeichen der Liebe und Sorge, die außerhalb ihrer eigenen Zirkel geschehen. Diese Aufmerksamkeit fordert auch der zweite Teil des Evangeliums: „Ihr alle, denen irgendeine Leitungsaufgabe anvertraut ist, achtet auf euer Tun. Werdet nicht unglaubwürdig für die einfachen Gläubigen in der Kirchenbank. Wenn sie Euretwegen ihren Glauben an den gütigen Gott verlieren, dann ist das eine ernste Sache!" Hand abhauen, Auge ausreißen - Jesus fordert mit drastischen Worten auf, nicht alles zu tun, worauf wir gerade Lust haben. Es lohnt sich zu verzichten, sich anzustrengen, die Folgen des eigenen Handelns im Blick zu haben. Nicht um sich zu quälen, sondern um das Reich Gottes zu verwirklichen. Darum geht es Jesus in all seinen Forderungen.


Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

 Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

25. Sonntag im Jahreskreis - 19./20. September 2009

Eingereicht von markus am 19. Sep 2009 - 10:37 Uhr
Die Jünger Jesu verstehen eigentlich nichts von ihm. Das lesen wir immer wieder im Neuen Testament. Sie hören zu, aber sie verstehen Jesus nicht. Aber etwas anderes verstehen sie sehr gut: sich zu streiten. Wer ist der Größte unter ihnen? Darüber streiten sie gerne. Und gerade dieser Streit, der einem vorkommt wie im Kindergarten, ist der beste Beleg dafür, dass die Jünger eigentlich nichts von Jesus verstehen. (Mk 9,30-37)

Hoffentlich machen wir es besser. Hoffentlich haben wir andere Probleme als die Jünger. Hoffentlich gibt es bei uns keine Hahnenkämpfe in der Pfarreiengemeinschaft und den einzelnen Gemeinden, im Pfarrgemeinderat und am Arbeitsplatz. Besser ist es, wenn es allein um die Sache geht. Die nämlich benennt Jesus eindeutig: Wer groß sein will, soll dienen. Und dann zeigt uns Jesus ein Kind, also einen völlig abhängigen Menschen, und befiehlt den Jüngerinnen und Jüngern dieses Kind an. Nehmt dieses Kind in eure Obhut, sagt Jesus, und ihr nehmt mich auf. Nehmt das Schwächste von allen zu euch, und ihr kümmert euch um mich. Das ist klar. Da gibt es nichts mehr zu deuten. Besser als sich um sich selbst zu kümmern ist es, sich um das Schwache zu kümmern. Wer ganz unten anfängt, ist bald ganz oben. Bei Jesus.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

 Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

24. Sonntag im Jahreskreis - 12./13. September 2009

Eingereicht von markus am 11. Sep 2009 - 08:11 Uhr

Mit welchen Augen lesen wir das Evangelium? Mit welchen Ohren hören wir Jesus sprechen? Wen und was machen wir aus Jesus? Eine ewig wachsame moralische Instanz, ständig mit erhobenem Zeigefinger unterwegs: „Als guter Christ solltest du eigentlich..., eine gute Christin müsste doch ...!"?
Das mag ein wenig übertrieben klingen, aber mir kommt allzu oft ein solches Bild Jesu entgegen. Ein zu klein angesetztes, das leicht ins Gegenteil kippen kann: Der immer liebe Gott. „Freu dich doch, Jesus liebt dich. Halleluja."
Jesus ist einer, der zum Leben einlädt - liebevoll werbend und tröstend einerseits, und mich mit klaren Worten auf die manchmal raue Wirklichkeit hinweisend andererseits. Beides führt zum Leben und zum Segen, für mich und für andere. Mir tut heute gut, dass Jesus eine tiefe Wahrheit des Lebens beim Namen nennt: Wenn ich meinem Leben, meinem Glück mit aller Gewalt nachlaufe, weil ich es möglichst hier und heute haben muss, dann wird mir bald die Luft ausgehen. Ich werde merken, wie ich in Atemlosigkeit und Unersättlichkeit gerate.
Wenn ich mit einem großzügigen, hingebenden, liebevollen Herzen an das Leben und die Menschen herangehe und mich dabei in den Dienst eines Größeren - des Größeren - stelle, werde ich viel gewinnen. Einen Geschmack, einen Duft, eine Ahnung vom erfüllten Leben (vgl. Mk 8,27 – 35).

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  
Sonntagsbrief vom 13. Sept. 09


22. Sonntag im Jahreskreis - 29./30. August 2009

Eingereicht von markus am 28. Aug 2009 - 15:08 Uhr
In der Bibel begegnen uns an vielen Stellen Reinigungsriten wie z.B. das häufige Händewaschen. Dabei geht es um weit mehr als um Sauberkeit oder Hygiene. Die Reinhaltung des Körpers und die rituelle Abschottung von allen unreinen Einflüssen ist vor allem eine symbolische Handlung von weitragender Bedeutung.
Der menschliche Körper steht gewissermaßen für die Gesellschaft selbst (oder für eine bestimmte Gesellschaftsschicht), sodass die Reinhaltung des Körpers ein symbolischer Ausdruck dafür ist, die eigene Gesellschaft (oder Gruppe) vor Verunreinigungen und unlauteren Vermischungen zu bewahren.
Gerade deshalb ist es ein solcher Affront, wenn Jesus mit "Zöllnern und Dirnen" zusammensitzt und sogar mit ihnen isst. Jesus weicht damit gesellschaftliche Grenzen auf und gefährdet damit die Identität gewisser Gruppen. So gesehen lässt sich in den Worten Jesu an die Pharisäer bereits der Grundstein erkennen für die grundsätzliche Öffnung Jesu - und des späteren Christentums - auf alle Völker hin; denn Jesus kritisiert mit scharfen Worten die Abschottungsrituale der Pharisäer.
So gesehen sind Jesu Worte auch brandaktuell für christlich geprägte Länder in Europa im Hinblick auf Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik. Denn es gibt guten Grund, die Worte des Evangeliums auch so zu lesen: Nichts, was von außen in ein Volk hineinkommt, kann es "unrein" machen, sondern was aus einem Volk herauskommt, das macht es "unrein" (vgl. Mk 7,15).

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

 Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

21. Sonntag im Jahreskreis - 22./23. August 2009

Eingereicht von markus am 21. Aug 2009 - 22:10 Uhr
Jesus und seine Jünger - ein unerschöpfliches Thema. Schon Jesus und Petrus geben genug Stoff für einen abendfüllenden Film. Mal nimmt Petrus den Mund sehr voll, mal ist er kleinlaut oder gar ein Leugner. Und dann wieder hat er ganz helle Momente wie kein anderer Jünger. Mitten im großen Streit um die Lehre Jesu zum Beispiel, als viele ehemalige Anhänger Jesus schon längst verlassen hatten, seufzt Petrus hellsichtig: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.

Wer könnte das schöner sagen als Petrus, dieser buchstäblich zu allem fähige Nachfolger Jesu. Was er genau sagt, das weiß er oft selber nicht. Aber trotzdem trifft er den Nagel auf den Kopf. Aus ihm spricht Gott, sozusagen. Wir dürfen manchmal Gott hören, wenn Petrus spricht. Und einmal, im Evangelium des Johannes, trifft Petrus sogar alle Nägel mit einem Schlag auf den Kopf: Herr, du hast Worte des ewigen Lebens. Wir können nicht weg. Sonst sind wir verloren. Das will Petrus sagen. Kurz danach will er weglaufen. Und scheitert jämmerlich. Nur wer bleibt, gewinnt das Leben.
Bei Jesus leben wir, auch wenn wir sterben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

 Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

20. Sonntag im Jahreskreis - 15./16. August 2009

Eingereicht von markus am 14. Aug 2009 - 08:45 Uhr

"Ist das hier eine öffentliche Einladung zum grausamen Kannibalismus?" Das, was Jesus von sich als dem lebendigen Brot und von seinem Fleisch und Blut erzählt, "schmeckt" den Juden überhaupt nicht. Im Gegenteil! Sie geraten in einen heftigen Streit um die Frage: "Wie meint Jesus das, wenn er uns großzügig sein eigenes Fleisch und  Blut als Speise anbietet?" (Joh, 6,51-58)

Wo liegt das Problem? Zwei Ursachen könnten zum Streit geführt haben. Zum Einen habe ich den Eindruck, dass sie einfach nicht richtig hingehört haben. Sonst wäre ihnen sicher aufgefallen, dass Jesus mit dem Bildwort vom lebendigen Brot sein eigenes Leben meint, das er für uns hingibt. D.h. Jesus prophezeit, dass er für uns stirbt.

Zum Zweiten müssen wir bedenken, dass die Juden zum Zeitpunkt der Rede noch nichts von seinem letzten Abendmahl, von seinem Kreuzestod und erst recht nichts von seiner Auferstehung ahnten, geschweige denn wussten.

Da haben wir es heute, die wir um Jesu Tod und Auferstehung wissen, leichter. - Oder auch nicht?

Denn je länger ich über diese Rede nachdenke, desto mehr spüre ich, dass etwas Geheimnisvolles, etwas schwer Verdauliches in den Worten Jesu liegt. Daran werden wir, ähnlich wie die Juden, wohl noch eine Weile "zu kauen" haben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Hartmut Sinnigen, Pastor


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